Sok Sabai liebe steemit Community, heute geht es weiter mit meinem Abenteuer auf der thailändischen Insel Chang. Im vorangegangenen Teil haben die Bauarbeiten für das Restaurant begonnen, mit dem meine Partnerin und ich zukünftig unseren Lebensunterhalt verdienen wollten. Weil jedoch der beauftragte Baumeister seine Arbeit nicht besonders Ernst nahm, habe ich ihn kurzerhand rausgeschmissen.
Die Fertigstellung des kleinen Gebäudes sollte nun durch einen Bekannten von uns erfolgen, der damit aber erst in 3 bis 4 Wochen beginnen konnte. In Deutschland hätte man diesen Zeitraum wahrscheinlich abgewartet, jedoch nicht so in Thailand und schon gar nicht auf Koh Chang. Wir wollten so schnell wie möglich Geld verdienen, sodass wir die Idee meiner Partnerin umsetzten und das Restaurant einfach im unfertigen Zustand eröffneten.
Es gab keine Eröffnungsfeier und auch keine speziellen Angebote, vielmehr ging es einfach von einem Tag auf den Anderen mit ganz normalem Geschäftsbetrieb los. Im Vorfeld hatten wir uns darum gekümmert, wo wir günstig Lebensmittel und Getränke einkaufen können, sodass für alles gesorgt war. Nun mussten nur noch die Gäste kommen und die kamen dann tatsächlich.
Dass meine Partnerin eine gute Köchin ist, hatte sie zu verschiedenen Gelegenheiten bereits bewiesen, was sich zumindest auf unserer Seite der Insel schnell herumgesprochen hatte. Essen und die Zubereitung von Speisen nimmt im Leben der Thais nämlich einen überdurchschnittlich hohen Stellenwert ein. Sie verbringen viel Zeit damit und reden auch sehr viel darüber. Eine gute Köchin, die auch noch die heiß geliebten Gerichte aus der Region "Isaan" zubereiten kann, hat grundsätzlich schon ein Mal gute Karten.
Ich hatte zu dieser Zeit von der Materie überhaupt keine Ahnung und habe mich einfach nur gefreut, dass wir plötzlich Gäste, in unserem halb fertigen Restaurant hatten. Zuerst kamen die Leute, die bei uns in der Nähe wohnten, dann kamen die Pick-up Taxifahrer dazu und etliche Insulaner, die regelmäßig auf der Inselstraße unterwegs waren. Manche blieben zum Essen bei uns, aber viele nahmen es sich, wie in Thailand allgemein üblich, eingepackt mit nach Hause.
Wir öffneten am Morgen und schlossen, wenn am Abend länger als eine Stunde kein Gast mehr kam. Es gab Stoßzeiten, da hatte meine Partnerin in der Küche alle Hände voll zu tun, zumal sie immer noch mit einer Art Tonofen, über Holzkohlefeuer kochte (sie weigerte sich strikt auf Gas umzusteigen), aber die meiste Zeit des Tages war es ruhig gewesen.
In dieser Zeit kümmerte sich meine Partnerin meist um ihren selbst angelegten Kräutergarten und ich saß in meinem Restaurant und lass Bücher, welche irgendwann ein Mal von Touristen zurückgelassen wurden. Es war mir nämlich als Ausländer in Thailand nicht erlaubt ohne Arbeitsgenehmigung zu arbeiten, auch nicht in meinem eigenen Geschäft. Solch eine Genehmigung zu bekommen war für mich mit unerfüllbaren Auflagen verbunden, sodass ich es erst gar nicht versuchen brauchte.
Dies bedeutete, dass ich per Gesetz zum Nichtstun verdammt war. Obwohl die Insel schon immer ein wenig außerhalb des staatlichen Geltungsbereiches lag, gab es doch eine Handvoll lokale Beamte, die hin und wieder bei uns verkehrten. Den Rat meiner Partnerin und anderen dort lebenden Ausländern folgend, habe ich mich dementsprechend nur im Hintergrund um das Restaurant kümmern können. Der größte Teil der Arbeit blieb bei meiner Partnerin hängen.
Dieser Umstand war am Anfang noch kein Problem gewesen, sollte aber, mit zunehmendem Geschäftsbetrieb, zu einem werden. Für die erste Zeit jedenfalls konnten wir ganz zufrieden sein. Nach Geschäftsschluss saßen wir am Abend auf der kleinen Veranda unserer baufälligen Hütte, hinter dem Restaurant, genossen die Ruhe und lauschten den Geräuschen des Dschungels.
Wenn mitten in der Nacht die Karaoke Bude dichtmachte und das Personal noch hin und wieder bei uns vorbei kam, um zu essen, machten wir die Lichter im Restaurant wieder an und meine Partnerin legte noch mal Holzkohle nach. Meist waren es Bar Girls, die dort arbeiteten, darunter auch einige Transgender, in Thailand "Kathoeys" genannt. Man kannte sich, alles war locker und manches Mal saßen wir alle zusammen noch ein Stündchen beieinander, hatten Spaß und lachten.
Der Zeitpunkt nahte, dass ich wieder ein Mal über die Grenze nach Kambodscha musste, um mir ein neues Visum in meinen Pass stempeln zu lassen und auch der Bekannte, der dass Restaurant fertig bauen sollte, stand bereits in den Startlöchern.
Wie dass Restaurant pünktlich zur Hauptsaison fertig wurde und ich schwarz gebrannten Schnaps an Touristen ausgeschenkt habe, erfahrt ihr im nächsten Teil von "19 Jahre Südostasien".
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