Hallo steemit Community, heute erfahrt ihr, wie es mit meinen Erlebnissen auf der Elefanteninsel, Koh Chang, weitergeht. Mein Geld aus Deutschland war eingetroffen, sodass wir nun endlich beginnen konnten, unseren Plan in die Tat umzusetzen.
Wir wollten ein Restaurant eröffnen, in dem es, die in Thailand allseits beliebten Gerichte, aus der Heimatregion meiner Partnerin geben sollte. Sie hat das Kochen bereits in jungen Jahren von ihrer Mutter gelernt und es machte ihr immer noch Freude. Bis sie aber damit beginnen konnte, musste noch einiges an Pionierarbeit geleistet werden.
Ein passendes Grundstück hatten wir bereits gefunden. Dabei handelte es sich um ein kleines Stück Land, gleich schräg gegenüber von dem Platz, wo wir zurzeit wohnten. Es lag genau an der Straße, was natürlich für unser Vorhaben unerlässlich war. Auf dem Grundstück stand eine alte Hütte auf Stelzen, in der die Vermieterin gelegentlich Waldarbeiter schlafen ließ.
Hinter dem Grundstück befand sich eine Cashewnuss Plantage, die dann in den Dschungel überging. Ein kleines Stück daneben stand das Haus der Vermieterin und ansonsten gab es um und herum nur die pure Natur. Einer der schönsten Strände der Insel, an dem sich in der Hauptsaison die Touristen aufhielten, war etwa 2 Kilometer die Straße runter. Jeder, der von einem Ende der Insel zum Anderen fuhr und das taten alle, würde unweigerlich an unserem Restaurant vorbeikommen.
Sich mit der Vermieterin zu einigen, war nicht schwierig gewesen. Sie war die Schwester des Verwalters der Bungalowanlage, in der wir logierten. Damals hatten die meisten Insulaner noch keine Ahnung davon, dass der Tourismus in einigen Jahren auf der Insel boomen würde und somit waren die Mietpreise noch recht gering. Wir pachteten das Grundstück auf 5 Jahre, mit der Option den Vertrag nach Ablauf um weitere 5 Jahre, inklusive Mietsteigerung, zu verlängern.
Und so zogen wir mit unseren paar Sachen von dem Bungalow, auf die andere Straßenseite, in die Hütte auf unserem gemieteten Grundstück. Alles, was wir erst ein Mal zum Leben brauchten, von der Matratze über Kochutensilien, bis hin zum Kühlschrank mussten wir auf dem Festland in der Stadt einkaufen. Bis wir dann alles per Boot auf die Insel gebracht hatten und mit dem Pick-up über die Berge auf die andere Seite, war ein Tag vergangen.
Eine Stromleitung war vorhanden und auch ein funktionierender Wasserhahn, war außen an einem Pfosten der Hütte angebracht. Da es weder eine Toilette, noch ein Badezimmer gab, wurde draußen, neben der Hütte auf traditionelle Weise geduscht. Dabei schöpft man mit einem Gefäß das Wasser aus einer Tonne und übergießt sich ganz einfach damit. Dies geschieht nicht in voller Nacktheit, vielmehr haben Männer dabei ein Tuch um die Hüften geschlungen und Frauen um den Oberkörper gewickelt. Zur Toilettennutzung mussten wir zum Haus unserer Vermieterin gehen.
Ich hatte mich an diese einfache Art zu leben schnell gewöhnt. Eine Uhr trug ich schon lange nicht mehr und auch meine T-Shirts und Hemden gammelten unbenutzt im feuchten tropischen Klima vor sich hin. Wir standen auf, wenn die Sonne aufging und wenn sie wieder unterging, wussten wir, dass es bald Zeit zum Schlafengehen war. Wir hatten keinen Fernseher und auch sonst gab es keine Annehmlichkeiten. An Internet war zu dieser Zeit, an diesem Ort noch gar nicht zu denken gewesen.
Nachdem meine Partnerin schon die Idee mit den Hühnerkeulen hatte und mir auch sehr hilfreich beim Anmieten des Grundstücks zur Seite stand, dachte ich mir, dass es nun an mir war, jemanden zu finden, der uns das Restaurant bauen konnte. Dazu wendete ich mich an einen anderen Deutschen, der mir erzählte, dass er für solche Fälle genau den richtigen Mann hätte. Er stellte den Kontakt zu einem älteren langhaarigen Thai her und wir vereinbarten einen Termin in dessen Haus.
Als ich am nächsten Tag mit meiner Partnerin dort eintraf, habe ich mich schon etwas gewundert, dass sein Holzhaus, aus allen möglichen, nicht zusammenpassenden Teilen gebaut war. Das Ganze sah ein bisschen wie die asiatische Ausführung von Pipi Langstrumpfs Villa Kunterbunt aus. Dass der Baumeister sich die einzelnen Holzbauteile von seinen unterschiedlichen Baustellen zusammengestohlen hatte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Immer die Kosten im Auge behaltend planten wir ein Fundament und eine ummauerte Küche, mit einer großen Durchreiche in den nach drei Seiten offenen Speisebereich. Dieser sollte ganz im Stil der Insel mit viel Holz gestaltet werden und oben drauf ein ebenfalls inseltypisches Strohdach bekommen. Neben der Küche sollte eine Badezimmer/Toiletten Kombination entstehen, die sowohl von uns, wie auch von den Gästen benutzt werden konnte.
Wir vereinbarten einen Festpreis, einen Auszahlungsmodus nach Baufortschritt und ein ungefähres Fertigstellungsdatum, das wir vor Beginn der Hauptsaison gelegt hatten. Die erste Auszahlung musste ich gleich im Vorfeld leisten, weil der Baumeister kein Geld hatte, um die Materialbestellung vorzunehmen. Als das alles erledigt war, rückte er mit seinem Bautrupp an, der in der Anfangszeit noch aus genügend Leuten bestand, sodass sie noch vor Saisonbeginn hätten fertig werden können.
Doch wie so oft in Thailand, kam alles ganz anders als wie geplant. Mehr darüber, wie wir uns mit dem Baumeister rumärgern mussten und dann mit einem halb fertigen Restaurant den Geschäftsbetrieb aufgenommen haben erfahrt ihr in Kürze, im nächsten Teil von "19 Jahre Südostasien". Bleibt dran Leute!