Wenn es einen Ort gibt in Deutschland, an dem Armut und Elend am besten zu Tage treten, dann sind es Pfandautomaten.
Wie viel hat die Inflation weggefressen?
Dank Inflation, die in den letzten Jahren vor allem den Konsumbereich und damit niedrigere Einkommen traf, haben die Flaschen seit der Einführung des 25 Cent Pfandes im Jahr 2003 zwar sukzessive an Wert verloren, während gleichzeitig die Nachfrage nach im Park oder öffentlichen Gebäuden stehengelassenen Pfandflaschen so groß ist wie nie.
Ich schätze mal, der Konsum - also alles, was man bei Aldi&Lidl kaufen kann - ist pro Jahr im Schnitt um 2,5% teurer geworden. Die Inflationsrate insgesamt lag zwar mit unter 1% bedeutend darunter, man darf aber nicht vergessen, dass hier auch Sachen wie Flugreisen und Computer miteinfliessen. Dinge, die für Personen mit kleinem Budget eher uninteressant sind. Dazu gibt es in Deutschland dank der Währungskrise auch erstmals eine Immobilienblase, die sich ebenfalls in Preissteigerungen bei der Miete bemerkbar macht, zumal in den letzten beiden Jahren über 1 Millionen Personen ins Land kamen, die das Wohnungsangebot verknappt und damit verteuert haben. Ebenfalls starken Einfluss haben die regelmässig teuer gemachten Tabakpreise, da die Unterschicht deutich öfters zum Glimmstängel greift als die Mittel- und Oberschicht.
Die "gefühlte" Inflation - eigentlich die "wahre" - für Personen mit niedrigem Einkommen war demnach seit Einführung des Flaschenpfandes bei weitem höher als offiziell suggeriert wird. Nimmt man eine durchschnittliche Preisteuerung von 2,5% aus pro Jahr an, dann hat das Flaschenpfand 30% seines Wertes verloren. Wer also bereits seit der Einführung 2003 mit Pfandflaschen sammeln sein karges Einkommen aufbessert, der muss heute eine 25 Cent Plastikflasche und eine 8 Cent Bierflasche finden, wo zu Beginn eine Plastikflasche gereicht hat.
Langfristig betrachtet bekommt der Pfandflaschensammler spürbar weniger aus seiner Tätigkeit heraus als früher.
Das Gefühl einer sich im Abstieg befindlichen Gesellschaft
Früher waren es Obdachlose und meist ältere Personen ohne eigenes Einkommen, die sich nicht schämten, in und um die Mülltonnen herum nach Flaschen zu suchen. Langsam, so nahm ich es jedenfalls war, wurden es zunehmen mehr und man sah immer öfters auch Personen in öffentlichen Gebäuden, vor allem Universitätshörsälen, nach stehengelassenen Pfandflaschen suchen.
Es gab sogar einige "innovative Lösungen" in der Angelegenheit, wie etwa Abstellhalterungen für leere Bierflaschen an Mülleimern im Park, damit die Sammler nicht mehr in den Mülleimer reingreifen müssen. Eine Lösung ist das natürlich nicht, nur ein Pflaster. Immerhin, man fühlt sich gut dabei und auch wenn es mit einen komischen Gefühl einherging, so habe ich auch schon vorbeiziehenden Sammlern - meist erschreckend normal aussehende Leute - wortlos die gerade leeren Flaschen in die Hand gedrückt. Nie kam es dabei zu negativen Szenen.
Das komische Gefühl, das bei mir bislang immer auf beiden Seiten herrschte war jenes, dass man sich bewusst darüber ist in einer Gesellschaft zu leben, der ihr eigener Abstieg bewusst ist und die sich deswegen schämt.
Die Zeit vergeht und die Konkurrenz wird immer größer und härter
In den letzten Jahren aber, vor allem nach Angela Merkels fataler Grenzöffnung im Herbst 2015, verflüchtigt sich dieses Gefühl des Abstiegs unserer Gesellschaft immer mehr. Ersetzt wird es durch die Tatsache, dass ein Teil unserer Gesellschaft endgültig unten angekommen ist und nichts mehr zu verlieren hat und auch niemandem mehr etwas schuldet.
Die Situation für Flaschensammler verschärft sich nicht nur aufgrund der oben beschriebenen Inflation. Das Flaschensammeln ist auch ein bedutendes Symptom für eine persönliche Krise. Meist geht es nach einer Krise wieder bergauf, oder besser, wir hätten gerne, dass Krisen vorübergehen. Dass wir in ein dunkls Tal fallen, es aber Lösungen gibt und wir uns langsam und mühsam, aber doch stetig wieder herausarbeiten können. Da es eine relativ bequeme Lösung ist gehört das Flaschensammeln bei uns inzwischen mehr oder weniger zu diesem Prozess dazu. Wenn die Krise aber nicht vorüber geht und das Symptom chronisch wird, dann verliert man die Hoffnung und endet in einem motivationslosen Trott ohne Schwung, sich tatsächlich noch aus der Krise herausarbeiten zu können. Ich bin mir sicher, dass viele, die seit längerem Pfandflaschen sammeln, sich dauerhaft in einer Falle sehen. Psychologisch ist so etwas Gift und dann kommt die Inflation hinzu, die es ihnen schleichend immer schwerer macht.
Aber nicht nur das. Mit dem EU Beitritt von Rumänien und Bulgarien im Jahr 2007 (4 Jahre nach Einführung des Flaschenpfandes) wuchs auch die Konkurrenz immer mehr. Es spricht sich eben herum, wenn das Geld quasi auf der Strasse liegt und die Grenzen dorthin offen sind. Aktuell liegt der Mindestlohn in Bulgarien bei 1,42 Euro und in Rumänien bei 1,65 Euro. Das ist beschämend wenig. Fast einen ganzen Arbeitstag braucht man mit ihm dort, um den hießigen Mindestlohn von 8,84 Euro zu erwirtschaften. In Pfandfalschen entspricht der bulgarische Mindestlohn 6 Plastikflaschen (emsige Sammler schaffen mehr pro Stunde).
Für Deutsche mit geringer Berufsqualifikation ergeben sich damit zwei Probleme. Zum einen steht ihnen seitdemein Heer an neuer Konkurrenz aus Südosteuropa gegenüber, das nur zu gerne nach deutschen Entlohnungsregeln arbeiten würde - und zwar auch für viel weniger - was dafür sorgt, dass die niedrigen Löhne nicht mehr steigen. Und zum anderen muss sich jemand, der bei uns keinen Arbeitsplatz hat und sein Arbeitslosengeld mit Flaschensammeln aufbessern will mit jenen um die vorhandenen Pfandflaschen streiten, die es zwar nach Deutschland geschafft haben, aber nicht in den Arbeitsmarkt.
Und dann kamen noch die Migranten aus Afrika dazu, pardon, "syrische Flüchtlinge". Offiziell ist es bereits über eine Million, bekanntlich aber kamen hunderttausende mehr von ihnen und halten sich völlig illegal im Land auf. Die Frage ist: Wie verdienen diese ihr Geld? Schwarzarbeit? Drogen? Prostitution? Ich jedenfalls sehe immer mehr von diesen jungen und durchtrainierten schwarzen Männern, wie sie mit Taschen voller Pfandflaschen ein Gebäude nach dem anderen apklappern. Eine einheimische Frau Mitte 50, vielleicht noch mit einem kleinen Gebrechen, hat gegen diese Männerhorde auch beim Pfandsammeln keine Chance.
Wer Sozialdarwinismus in Reinstform erleben will, der muss sich nur einmal spätnachmittags eine halbe Stunde in den Aufenhaltsraum einer Unibibliothek setzen. Die Frequenz der Flaschensammler ist verstörend hoch.
Der Pfandautomat ist heute ein Panoptikum der Abgehängten, Zugewanderten und Angeschwemmten
Ein noch besserer Ort ist der Pfandautomat in einem beliebigen städtischen Supermarkt. Dort trifft man sie alle, die tagsüber fleissig die Landschaft nach Flaschen abgrasen, um sie dann in Bares umzutauschen. Regelrechte Staus bilden sich dort, wenn mal wieder drei Personen, oder Gruppen oder Großfamilien 100 Flaschen aufs Mal abgeben wollen. Mal sind es Rumänen, mal Kopftuchfrauen, mal Schwarzafrikaner. Selten sind Deutsche darunter. Manchmal ein Alkoholiker, aber der Mittelschichtsdeutsche ist eine Ausnahme unter jenen, die den Pfandautomaten füllen. Entsprechend hat sich die Mentalität am Pfandautomat verändert. Vordrängeln, lautstarkes Beschweren wenns mal wieder zu lange dauert, bis hin zur Rangelei kann man dort mittlerweile alles erleben.
Es ist ein Ort, den sich unsere Multikulturalisten nicht hätten besser ausdenken können. Einer, an dem "das Zusammenleben täglich neu ausgehandelt werden muss".
Danke, Frau Merkel!
Danke, Sozialdemokraten!
Danke, Europäische Union!
Danke, Herr Soros!
Danke, Linksmedien!