Project Possible
Vor gut einer Woche haben wir uns wieder den Film „Everest“ auf Netfilx angesehen. Ich kenne den Film schon und finde die Story und Tragik dahinter wirklich faszinierend.
Wie es dann so immer ist, haben wir im Anschluss nach noch mehr Dokus über Achttausender Besteigungen auf den Streaming Dienst Anbietern gesucht.
Da gibt es schon gute Dokus. Der K2 z.B. ist wohl um einiges schwieriger, und dort kam es ebenfalls vor nicht all zu langer Zeit zu einem tragischen Ereignis mit noch mehr Toten als beim Everest.
Es wird in allen Dokus erzählt, wie lange man so eine Expedition planen muss und gegebenenfalls auch zwischen drin Abbrechen muss, da Wetter, Kondition oder Ausrüstung nicht genügen.
Mit diesen gefühlten 8 Stunden Streaming Wissen ist man wirklich geplättet, was diese Menschen auf sich nehmen.
Und dann taucht da diese Doku plötzlich auf dem Netflix Bildschirm auf.
Project Possible.
14 Gipfel in 8 Monaten.
Ich hielt es erstmal für einen Spaß oder eine Art Fake. Aber mit Nichten.
Ein nepalesischer Bergsteiger namens Nirmal Purja findet es wohl sehr ungerecht, dass ständig von ausländischen Bergsteigern berichtet wird, die die Besten der Welt sein sollen. Tatsache ist aber, dass die Sherpas, die ganze Arbeit machen. Und das mehrmals im Jahr. Diese Sherpas kennt aber keiner.
Ich habe auch noch nie einen Namen eines Sherpas erfahren, nur immer "Huber aus Irgendwoher".
Und genau dieser Nirmal Purja, hat kurzerhand Beschlossen, die 14 Achttausender auf der Welt in 8 Monaten zu besteigen. Einfach so um der Welt zu zeigen, dass Nepalesen die besten Bergsteiger der Welt sind.
So und jetzt wird gespoilert.
Also nicht weiterlesen, wenn ihr den Film anschauen wollt.
Zunächst kommt dieser Typ rüber, wie ein etwas verrückter Vollhonk. Ich habe mich tatsächlich die ersten Minuten gefragt, ob der überhaupt schon auf so einen Berg gestiegen ist.
Die Dokus und Filme im Vorfeld haben hauptsächlich erklärt, wie viel Aufwand man für das Planen aufbringen muss, und trotzdem ist die Chance zu sterben relativ hoch. Beim K2 wird von jedem 4 ten gesprochen.
Purja holt sich ne kleine Truppe von ich glaub 3 oder 4 nepalesichen Bergsteigern plant die Reihenfolge der Besteigung, schaut sich den ersten Berg unten an und geht hoch. Fertig. Ein Tag für den Ersten.
Runtergerannt und auf den nächsten. Die sind ja da alle auf einem Haufen.
Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus, mit was für einer Leichtigkeit diese Truppe das ganze Projekt angeht.
Der 4te glaube ich war dann der Everest. Lustig, neben dem Everest sind gleich nochmal 2 Achttausender. Was macht der? Vom Gipfel über den Grad gleich zum nächsten und dann dem Dritten. Einfach so.
Die ersten 8 Stück hatte er in ein paar Wochen zusammen.
Nächstes Land ist dann Pakistan zum K2 und umliegenden Gipfeln.
Da kommt das Team in das erste Basislager, in dem schon andere Teams mit Verzweiflung aufgegeben haben. Das Wetter macht es dieses Jahr nicht möglich den K2 zu besteigen. Alle dort erklären ihm das geht nicht.
Nicht für Purja. Der geht einfach direkt in der Nacht mal hoch.
Na ja, das Ende vom Lied ist, er hat die 14 Gipfel in 6 Monaten und ein paar Tagen geschafft.
Verrückt. Anfangs dachte ich das ist der Aufschneider der Aufschneider, jetzt weiß ich, dass ist der absolute König der Bergsteiger.
Wirklich eine faszinierende Dokumentation. Ich kann sie euch nur ans Herz legen.