Die Inflation holt Simbabwe wieder ein. Da die mit Bargeld überversorgte afrikanische Nation inzwischen so arm ist, kann nach Verlautbarungen von Reuters die Regierung den Bürgern nicht einmal mehr die eigenen Reisepässe ausstellen.
Präsident Emmerson Mnangagwa sagte Reportern, dass sich das ausstellende Unternehmen weigert, weitere Geschäfte mit der Regierung zu tätigen, bis es seine Schulden beglichen hat.
Laut Reuters fehlt es der Passbehörde jedoch an spezialisierten Farben und Papieren und den notwendigen Devisenreserven, um sie zu kaufen. Andernorts drängt der Mangel an Alltagsgegenständen wie Brot und Treibstoff immer mehr Einwohner dazu, internationale Reisedokumente zu beantragen.
Die höheren Preise geraten im Land wieder außer Kontrolle, wobei die Erinnerungen an die Hperinflation von vor 10 Jahren immer noch nicht vergessen ist.
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Simbabwe wurde einst als Kornkammer Afrikas bezeichnet. Dieses Gütesiegel ist dank der unsäglichen Geldpolitik des früheren Diktators Robert Mugabe längst verschwunden. Im Jahr 2008 hortete die Bevölkerung nach einer lokalen und globalen Finanzkrise US-Dollar und südafrikanische Rand, aber nicht mehr die Landeswährung Simbabwe-Dollar.
Die lokale Währung wurde über Nacht praktisch wertlos. Der Übergang zu einem Multiwährungsansatz hat das Land für afrikanische Verhältnisse weitgehend stabilisiert, aber jetzt befürchten die Bürger ein Déjà-vu.
Simbabwe-Dollar 2008 zur Zeit der Hyperinflation. Quelle: Wikipedia
Inmitten der schon wieder extrem steigenden Preise begannen lokale Händler, massive Prämien für Bitcoin über die Peer-to-Peer-Börse LocalBitcoins zu bieten. Trotz dieser massiven Abweichung vom Weltmarktpreis verfügt Bitcoin in den meisten Ländern afrikanischen Ländern immer noch über hohe Aufschläge. In Simbabwe sind die Aufschläge besonders exorbitant. Sie liegen zwischen 13.000 und 126.000 US-Dollar!
5,4 Millionen Simbabwe-Dollar entspechen ca. 15.000 US-Dollar. Quelle: localbitcoins.com
Angesichts der unkontrollierbaren Inflation und korrupter Behörden scheint der Vermögensschutz für viele Afrikaner im Vordergrund zu stehen. Der Finanzminister Simbabwes deutete im vergangenen Jahr sogar an, dass Kryptowährung einen Beitrag zur Lösung der Liquiditätsengpässe des Landes leisten könnte.