Eine im April durch den IWF auf Twitter angestoßene Umfrage zeigt, dass mehr Menschen glauben, dass Kryptowährung bis 2024 das beliebteste Zahlungsmittel sein werden, um für ein Mittagessen zu zahlen.
Fast 38.000 Twitter-Nutzer gaben ihre Stimmen ab und wählten mit großem Abstand Kryptowährungen zum Zahlungsmittel der Zukunft.
Mit der weiteren Integration von Kryptowallets auf mobilen Endgeräten könnten sogar einige der Mobilzahler auf die Krypto-Seite wechseln. Unterdessen sieht es für Kartenzahlungen ganz düster aus. Keine guten Nachrichten für Visa, Mastercard und American-Express, die großen drei der Branche.
Die Kryptobörse Coinbase versucht die beiden Welten miteinander zu vereinen und gibt ebenfalls seit April Debitkarten mit Kryptoguthaben aus (https://www.coinbase.com/card).
Die Coinbase Card unterstützt alle Krypto-Assets, die über die Coinbase Plattform gekauft und verkauft werden können, d.h. sie kann für eine Mahlzeit mit Bitcoin genutzt werden oder auch wahlweise Ethereum, um eine Zugfahrkarte zu buchen.
Ob das reichen wird, die alten Dinosaurier vor dem Untergang zu retten, steht freilich auf einem anderen Blatt Papier geschrieben. Die Servertechnik hätten sie jedenfalls im Moment noch dafür.
Kryptowährungen sind in vielerlei Hinsicht eine Fortsetzung des Trends des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, der sich weltweit weiter etabliert, weil die Kosnumenten nach immer bequemeren Zahlungsmethoden Ausschau halten. Der Aspekt der Privatsphäre spielt dabei eine nicht unerhebliche Rolle, die mit Kryptowährungen auf jeden Fall gewahrt wird. Die Nutzung einer Debitkarte mit Kryptoguthaben schützt die Privatsphäre keineswegs besser, als bei einer normalen Kreditkarte. Durch die Händlerregistrierung bei den großen Kartenanbietern ist jede Geldbewegung selbstverständlich auch mit einer Krypto-Debitkarte nachvollziehbar.
Laut Coinmap gibt es mehr als 15.000 Akzeptanzstellen, die Bitcoin weltweit annehmen. Kein Vergleich zu Visacard. Mit Visa kann man weltweit in fast 54 Millionen Akzeptanzstellen bezahlen.
coinmap.org
Visa – Jahresbericht 2018
Bis BTC für ein alltägliches Mittagessen ausgegeben werden, gibt es noch einige Probleme zu lösen. Zum einen ist dort die schnelle bargeldgleiche Abwicklung der Transaktion und die Netzwerk-Kosten für eben diese zu nennen. Momentan sind BTC-Gebühren wieder relativ hoch und liegen bei ca 4 €. Ein Mittagessen von 20 € verteuert sich damit um 20% und verständlicherweise zögert der Kunde bei diesen Kosten, ob BTC das richtige Zahlungsmittel ist.
https://bitinfocharts.com/de/comparison/bitcoin-transactionfees.html#3m
Diese Transaktionspreise sehen wir immer dann, sobald bei Bitcoin die tägliche Transaktionszahl über 300.000 oder höher liegt. Das Netzwerk ist überlastet und es lohnen sich im Prinzip nur noch sehr kapitalextensive Überweisungen.
In der Folge gehen im BTC-Netzwerk Microzahlungen zugunsten von großen Beträgen zurück und das zu zahlende Mittagessen bleibt Wunschdenken.
In Arnheim (Niederlande) zum Beispiel verzeichnet der Ort mit dem Titel “Bitcoin-freundlichste Stadt der Welt” einen allmählichen Rückgang der Nutzung von BTC für Zahlungen. Vielleicht werden andere Kryptowährungen in diese Lücke einspringen können. Genug funktionierende Alternativen gibt es bereits heute.