Buffett ist kein Freund der Kryptowährungen, insbesondere von Bitcoin, das ist hinlänglich bekannt. Er ist auch kein Freund des Goldes. Grundsätzlich mag er keine Anlagen, die kein Geld abwerfen bzw. die unproduktiv sind.
Dazu gehört nun einmal auch Bitcoin, grundsätzlich aber jede Währung, weil keine Währung wirklich produktiv ist. Menschen und Unternehmen sind produktiv.
Aber Bitcoin als Betrug oder „Rattengift im Quadrat“ zu bezeichnen, deutet auf eine ausgeprägte Ablehnung hin und nicht nur auf Ablehnung einer bestimmten Anlageform, die nicht nur kein Geld abwirft.
Ein Blick in Buffetts Depot kann bei der Beurteilung seiner Aversion hilfreich sein.
Zur Erläuterung sei gesagt, dass Buffett nach US-amerikanischen Gesetzen verpflichtet ist (13F-Fillings), jedes Quartal seine börsengehandelten Beteiligungen zu veröffentlichen.
Für uns sind momentan alle Finanzbeteiligungen von Interesse, seine Industrie- und anderen Beteiligungen blenden wir für diese Betrachtung aus.
Danach ergibt sich folgendes Bild:
Wir sehen klarer. Ein Großteil seines Depots ist in Beteiligungen von US-Banken und –Versicherungen angelegt. Immerhin 88 Mrd. $!
Sein Eigeninteresse, dass der Bankensektor auch die nächste Krise heil übersteht, muss folglich sehr hoch sein, und funktioniert eigentlich nur, wenn großzügige politische Zugeständnisse bei der Bankenrettung gemacht werden. Das weiß auch Buffett.
Die Frage muss daher erlaubt sein: Wie produktiv und nachhaltig arbeiten eigentlich Fiatbanken, wenn sie zur Rettung Steuergeld benötigen?
Zumal wir folgenden Umstand auch noch berücksichtigen müssen: Buffetts Depotpositionen Bank of America, JPMorgan Chase, Wells Fargo und Goldman Sachs haben nach der letzten Finanzkrise die Rekordsumme von $ 139 Mrd. an Strafgeldern zahlen müssen, weil sie mit unlauteren Mitteln bonitätsschwache Schuldner mit undurchsichtigen Krediten bedacht haben, die diese in der Folge nicht zurückzahlen konnten. Der Rest ist Geschichte.
Erst diese Finanzkrise war der Auslöser für Satoshi Nakamotos Whitepaper, aus dem Bitcoin hervorging. Bitcoin und alle anderen technologiegetriebene Kryptowährungen, so wird behauptet, sind das Sand im Getriebe des Fiatmoneybanking. Wir fügen hinzu „und dessen Kind“. Ohne Finanzkrise – kein Bitcoin.
Dürfen wir uns dann wundern, warum der drittreichste Mensch der Welt, der sicherlich aufgrund seiner Menge an Cashbeständen auch einem Anlagenotstand unterliegt, sich gegen Bitcoin & Co. positioniert hat?
Nein, das sollte uns nicht wundern und das ist auch in Ordnung, denn BTC braucht keinen Warren Buffet zum Fortbestand. Der Markt, und niemand weiß das besser als er, wird sein Urteil darüber fällen.
Quelle: https://whalewisdom.com/filer/berkshire-hathaway-inc#tabholdings_tab_link