Was würde sich besser eignen meine mehrmonatige Schreibblockade zu durchbrechen, als ein paar Sätze zu Anarchapulco 2017 zu verlieren.
Es war meine zweite Anarchapulco-Konferenz nach der im letzten Jahr, morgen reise ich zurück ins winterliche Europa.
Um es vorweg zu nehmen, nach den hohen Erwartungen die ich hatte, bin ich ein wenig enttäuscht. Die Teilnehmerzahl hat sich nur geringfügig erhöht. Allerdings waren deutlich mehr Europäer anwesend als letztes Jahr. Für die dann doch nur 300-400 Anarchokapitalisten waren die Konferenzräume im diesjährigen neuen Hotel deutlich überdimensioniert. Zudem liegt das "Mundo Imperial" in einem Teil von Acapulco, der den Namen der Stadt wohl nur aus Marketinggründen trägt, während das Gran Hotel letztes Jahr am Ende der berühmten Bucht liegt.
Das Beste an der Konferenz waren wie letztes Jahr die unvergleichlichen Konferenz-Besucher. Während Anarchapulco hat Acapulco die größte Querkopf-Dichte der Welt. Ankaps, Libertäre, Veganarchisten, Hippies, Punks, Kryptowährungsfreaks und Unternehmer, alle auf einem Haufen.
Mein persönlicher Highlight war der Tag, der Bitcoin und anderen Kryptowährungen gewidmet war. Leider hat Dan Larimer offenbar in allerletzter Minute abgesagt, sonst hätte ich ihn auch kennenlernen dürfen. Umso glanzvoller strahlte der Stern von Amanda B. Johnson, die vom Dash Netzwerk (DASH DAO) zur Konferenz entsandt worden war. Während sich in den Nebenzimmern Roger Ver und "Johnny" von Blockstream hitzige Debatten zur Skalierbarkeit von Bitcoin lieferten, begeisterte Amanda die Zuhörer von der Dash Vision eine Kryptowährung für jedermann zu schaffen - und das pünktlich zum Allzeithoch, das sie auf der Bühne nichteinmal erwähnte. Ich habe auf meinem alten Blog im Mai 2014 zum ersten Mal über Dash (damals noch Darkcoin) geschrieben und kenne das Projekt vermutlich besser als Bitcoin. Leider übersehen und unterschätzen viel zu viele Bitcoiner die Gefahr der Konkurrenz durch Dash und labern lieber uninformiertes Zeug über den angeblichen "Instamine" bei Dash (damals Xcoin). Johnny von Blockstream (der Firma hinter Bitcoin Core) benutzt Bitcoin nach eigenen Angaben im Schnitt nur einmal im Monat, weil er es lieber hortet (hier verwende ich den vagen Begriff auch mal).
Kein Wunder, dass es ihn nicht groß stört, dass Bitcoin Transaktionen inzwischen langsam und teuer sind. Ein Bitcoin Investor aus Europa, den ich hier kennengelernt habe, hat mir 400 mexikanische Pesos (ca. 20 EUR) in BTC vor über 24h Std geschickt und sie sind immernoch nicht bestätigt worden, weil sein Wallet "nur" eine Gebühr von 0.0001 Satoshi berechnet hat. Der Bitcoin Investor schichtet jetzt auch einen Teil seiner Krypto-Assets in Dash um und will ein paar Masternodes haben.
Wenn Dash Evolution dieses Jahr die Erwartungen erfüllt und die Bitcoin Community den Stillstand nicht auflöst, dann stehen Dash noch rosige Zeiten bevor.