So sehr ich sowohl Bitcoin, als auch Bitcoin Cash und wie auch immer der nächste Fork heissen wird die Daumen drücke, so wenig glaube ich, dass einer der Coins aus Satoshis Ur-Blockchain das Rennen um das beste digitale Zahlungsmittel für den Massenmarkt machen wird.
Mein "Geheimfavorit" ist seit über drei Jahren Dash und trotz der bereits sensationellen Entwicklung (über 2300% in den letzten 12 Monaten), sehe ich weiterhin enorm viel Potential und speziell relative Stärke und inzwischen teilt auch Max Keiser diese Sicht:
— Max Keiser () 5. Oktober 2017
None of the #Bitcoin forks will compete with Bitcoin, but @Dashpay will.
Dash ist derzeit hinter Litecoin die Nummer 6 bei Coinmarketcap.com. Ich zähle die DASH DAO zu den monetären Blockchains, die also grundsätzlich das Ziel haben, gutes Digitales Geld zu sein.
In der aktuellen Top Ten wären das, ausser Dash:
Bitcoin (Core):
Derzeit ist das Ziel gutes Geld zu sein eindeutig aus dem Fokus der Kern-Entwickler geraten. Man arbeitet an einer Art Settlement-System, mit OFF-Chain Transaktionen und der Währung BTC als Settlement-Einheit und möchte nicht auf der Blockchain skalieren und die Einheiten selber weiterhin auf der Blockchain transferieren, etwa mit größeren Blöcken, sondern "Off Chain", mit nicht unumstrittenen Technologien wie SegWit und dem künftigen Lightning Network. Derzeit droht ein weiterer Fork in eine Version mit Segwit und 1 MB Blöcken und eine mit 2 MB Blöcken. Größtes Plus von Bitcoin ist der First Mover Vorteil und das grundsätzlich brilliante Entwickler Team, das leider eklatante ökonomisch-monetäre Defizite aufweist.
Bitcoin Cash:
Erste Fork der Bitcoin Blockchain, ohne Segwit, mit 8 MB Blöcken. Fokus auf On-Chain-Skalierung. Unterstützung durch Investoren wie Roger Ver und anderer wichtiger Miner. Grundsätzlich hat auch BCH dieselben Konstruktionsschwächen von Bitcoin, wie etwa eine fehlende bzw. problematische ("One Hash. One Vote.", Mining orientiert) dezentrale Governance Struktur und unincentivierten Full Nodes. Letzeres kann man als das Grundproblem der Skalierungsdebatte ansehen: Bitcoin hat sich festgelegt, nur via Software zu skalieren, um die nicht zuletzt von einem Freiwilligen Heer umsonst betriebenen Nodes nicht mit Investitionskosten zu belasten, während die Miner weiterhin Abermillionen US Dollar in längst überflüssige zusätzliche "Sicherheit" mit einer immer weiter exponentiell steigenden Hash-Rate investieren.
Litecoin:
Der Ur-Altcoin von 2011. Ein leicht modifizierte Kopie von Bitcoin. Existiert weil es eben der zweite war und die Leute die Idee plausibel fanden, dass es eben ein digitales Silber brauche, weil Bitcoin ja digitales Gold sei. Wird nur sporadisch weiterentwickelt, derzeit von offiziell 2 Entwicklern (inkl. seit neustem wieder von Erfinder Charlie Lee). Erlebte in 2017 im Bullenmarkt ein Come-Back, da es einfach SegWit implementierte, bevor Bitcoin sich darauf einigen konnte.
IOTA
Mit Einschränkungen monetär. Arbeitet eigentlich an einem Zahlungssystem für das "Internet of Things". Die IOTA Token haben allerdings durchaus monetäre Eigenschaften (bspw. Limitiertheit). Die hochinteressante Technik (TANGLE) könnte sich durchaus als den Blockchains überlegen erweisen. Hat die Aufmerksamkeit der Industrie geweckt.
Monero
Grundsätzlich monetär, aber ausschließlich auf Nicht Verfolgbarkeit der Transaktionen fokussiert. Etwas raubeiniges, heterogenes und z.T. unprofessionell agierendes Entwickler-Team. Jüngst etwas mehr an Usability und Marktakzeptanz interessiert, aber immernoch sehr kompliziert in der Handhabung.
Dash hat sich seit 2014 in einem Umfeld ständiger Attacken der Konkurrenz wegen des angeblich im voraus geplanten "Instamine" von Gründer Evan Duffield konsequent immer weiter entwickelt und inzwischen ein beeindruckendes Team versammelt.
Pars pro toto sei hier Chuck Williams genannt, der User Interface Experte, der seit Dezemeber 2016 Vollzeit von der Dash DAO beschäftigt und bezahlt wird. Er leitet die Entwicklung der Benutzeroberfläche der künftigen Dash Plattform, an der seit geraumer Zeit unter dem Codenamen "Dash Evolution" gearbeitet wird.
Am Rande der ersten Dash Konferenz in London im Rahmen des World Blockchain Forum wurde er von Jeff Berwick interviewed, der ebenfalls ein langjähriger Fan von Dash ist:
Dash ist grundsätzlich wie Bitcoin konstruiert und der Code ist ursprünglich derselbe. Es gibt also ebenfalls Miner (X11 Algorhitmus) und Dash benötigt wie Bitcoin ebenfalls Full Nodes, also Server, die u.a. ständig online sind und die komplette Blockchain vorhalten, was zunehmend Speicherplatz und Bandweite benötigen wird. Anders als bei Bitcoin, werden die Masternode genannten speziellen Dash Full Nodes für ihre Dienste mit 45% der Block Rewards entlohnt, soviel wie die Miner, die ebenfalls 45% der neu kreierten Dash erhalten. Dadurch können die Masternodes sich den künftig noch kostspieligeren Betrieb von Netzwerknoten leisten. Es wird sogar an spezialisierter Hardware gearbeitet, mit der künftig Blöcke von bis zu 400 MB verarbeitet werden können sollen. Eventuelle Zahlungskanal-Technik wie das Lightning Network könnte auf der Software-Seite sogar zusätzlich implementiert werden, unter Inanspruchnahme der Masternodes. Bereits die InstandSend Technologie, mit der optional gegen eine höhere Gebühr Dash mit sekundenschneller Unumkehrbarkeitsbestätigung transferiert werden können, nutzt die Masternode Serverknoten.
Jede Masternode muss ständig prüfen, ob die 1.000 Dash, die der Betreiber auf einer eigenen Adresse deponiert hat, noch von ihm unberührt sind, da die Node sonst sofort deaktiviert und die derzeit etwa wöchentlichen Zahlungen von rund 7 Dash pro Node ausgesetzt werden würden. Die Masternodes erhalten zusätzlich ein Stimmrecht, um über Budget Entscheidungen abzustimmen, wie etwa die Bezahlung des Core Teams.
Derzeit aktivee Masternodes (rund 65% aller im Umlauf befindlichen Dash):
Aus Investoren-Sicht hochinteressant, ist der ökonomische Effekt, den die Kollateralisierungspflicht der Masternodes mit je 1.000 Dash mit sich bringt. Bei Dash wird sparen belohnt, ähnlich wie bei Proof of Stake Konzepten. Dadurch bildet sich eine zusätzliche Nachfrage nach Dash, die den Preis stabilisiert. Das hat jüngst auch Wall Street Analyst Reggie Midleton mit seinen Hedgefondsanalysetools ermittelt und Dash DAO CEO Ryan Taylor, ebenfalls u.a. ein ehemaliger Hedgefondsanalyst, in New York eröffnet, dass Dash das beste Risiko-Rendite-Verhältnis aller Assets hat, die er je gemessen hat:
Wenn Dash Evolution nächstes Jahr die hochgesteckten Erwartungen erfüllt und tatsächlich "Kryptowährungen so einfach macht, dass sie Deine Oma nutzen kann" (so das offizielle Ziel), dann dürften nicht nur Bitcoin, sondern auch die anderen Wettbewerber zunehmend Probleme bekommen, mit dem Tempo mithalten zu können, was Dash auch aufgrund seines derzeitgen Monatsbudgets von über 2 Mio US Dollar vorgibt. Das gilt umso mehr, sollte die Öffentlichkeit bis dahin verstärkt Notiz vom bröckelnden Konsens innerhalb der sich weiter aufspaltenden Bitcoin Community nehmen.