Man hört immer wieder von Betrug bei Kryptowebseiten. Der Grund dafür liegt darin, daß die elektronische Geldbörse nicht auf deinem Gerät liegt, sondern auf der Webseite, und man deshalb nur eine eingeschränkte Verfügung darüber hat. Das heißt: Wenn die Webseite dein Login deaktiviert oder dein Abheben nicht authorisiert, dann bist du deine Kryptomünzen los.
Genau dieses Problem nennt man: „not your keys, not your wallet“, zu Deutsch: „Keine Schlüßel, dann ist es nicht deine elektronische Geldbörse.“
Bei FTX waren die Gründer und Hauptacteure Sam Bankman-Fried, Gary Wang und Caroline Ellison. Der Fall zeigt deutlich, wie selbst große und scheinbar vertrauenswürdige Plattformen zusammenbrechen können.
Warum sind solche Betrugsarten so beliebt? Ein wesentlicher Grund liegt darin, daß die Strafen oft vergleichsweise gering ausfallen oder nicht alle Beteiligten gleichermaßen zur Verantwortung gezogen werden. Nach Reuters hat der CEO Sam Bankman-Fried 25 Jahre bekommen, aber die anderen Mitbeteiligten sind straffrei geblieben oder haben nur sehr geringe Strafen erhalten: "Mar 28, 2024 — Sam Bankman-Fried was sentenced to 25 years in prison by a judge on Thursday for stealing $8 billion from customers of the now-bankrupt FTX ..."
Nach BBS: "Sep 24, 2024 — Caroline Ellison has been sentenced to two years in prison for her role in the collapse of the cryptocurrency exchange FTX, which has been ..."
Auch bei der Platform LocalBitcoins zeigte sich ein ähnliches Problem. Bei dieser Betrugsplatform waren die Finnin namens Sara Leppänen und der Russe namens Vladislav Alimpiev die Betrüger, die die Platform geführt haben. Die Betrugsmasche bestand darin, Benutzerkonten zu deaktivieren, wodurch Nutzer den Zugriff auf ihre Kryptompünzen verloren. Ein solcher Vorgang ist schwer eindeutig als Betrug nachzuweisen, da technische oder administrative Gründe vorgeschoben werden können.
Auch wenn eine Plattform über längere Zeit keinen Betrug begeht, kann man sich nicht in Sicherheit wiegen. Denn es gibt den sogenannten Exit-Scam (Ausstiegsbetrug): Sobald die Plattform eine gewisse Größe erreicht hat, werden alle Gelder/Kryptomünzen der Benutzer abgezogen.
Das Fazit daraus ist klar: Verwende niemals eine Platform, auf der Du Deine Kryptompünzen einzahlen mußt, um sie zu nutzen. Auch wenn Handelsplattformen mit Vergünstigungen oder Bonusangeboten locken – das Risiko bleibt bestehen. Heutzutage ist dies auch gar nicht mehr nöthig, da stattdessen zunehmend DeFi-Lösungen verwendet werden können, bei denen Du die Kontrolle über Deine eigenen Schlüssel behältst.
Denn am Ende gilt der bekannte Grundsatz: „Not your keys, not your wallet.“ Oder auf Deutsch: Hast Du Deine Schlüßel nicht selbst, gehört Dir auch Deine elektronische Geldbörse nicht.