Werter Robert, es gab eine Zeit, da machten Männer noch Zusagen und gaben keine Versprechen, denn mit dem Ver-Sprechen ist es nicht mehr so weit her. Es lag jedem Tausch die "Annahme" zugrunde: der, der erhielt, nahm im Gegenzug die Schuld an, die er auszugleichen zusagte. Und mit der Annahme übernahm der Annehmende die Kontrolle über die Situation: er machte sie sich zu eigen, er war in der Selbst-Verantwortung. Noch zu Zeiten des Alten Testaments war das Wort des Mannes direkt exekutierbar gegen sein Leben: Wurde das Wort gebrochen, konnte das Leben genommen werden. Dieses Prinzip wurde ganz und gar gewandelt durch das Neue Testament. Denn da war etwas Entscheidendes passiert: Zwei Menschen hatten ihr Leben freiwillig geben: Der eine, um alle bestehenden Schulden der Menschen auszugleichen, der andere, um alle zukünftigen Schulden der Menschen auszugleichen. Da alle Schulden ihrem Wert nach begrenzt sind, waren sie mehr als ausgeglichen: das Leben eines Menschen war immer schon von unbegrenztem Wert, da es direkt aus der Quelle kam, also unmittelbar vom Schöpfer. Seitdem gibt es für jeden Menschen, so er darum bittet und ersucht, die Gnade des "Schuldenerlasses": jede Schuld ist bereits beglichen. Wie aber verträgt sich das mit dem Bild, das "wir" heute vermittelt bekommen: Schuldner von Anfang an, schon in der Wiege. Von Anfang an und fortwährend eine Bringschuld?
Ja, dem Schöpfer gegenüber, bin ich überzeugt. Aber sonst jemandem?
Herzlich, sven
RE: Was ist Geld Video Teil 4