Keine Angst, es geht nicht um christlichen Fundamentalismus, hier sollen die Erkenntnisse des kanadischen Psychologen Jordan B. Peterson vorgestellt werden. Dieser ist keineswegs ein Kreationist, sondern er erkennt in der biblischen Geschichte vom Paradies viele psychologische und auch evolutionäre Wahrheiten.
Es mache durchaus Sinn, dass die Menschen ihre gute Sehkraft Früchten und Schlangen verdankten. Denn es war wichtig, essbare und giftige Früchte unterscheiden zu können. Gerade weibliche Frühmenschen wie Eva mussten auch Schlangen schnell erkennen können, die ihre Jungen bedrohten.
Dass die Frau den Mann seiner Selbst bewusst machte, sei auch evolutionär-psychologisch sinnig, denn das Weibliche Geschlecht sei das selektierende und viele Männer würden dadurch ihres ungenügenden Selbstes bewusst, dass eine Frau sie zurückweist.
Warum aber schämten sich Adam, als er seine Nacktheit erkannte und versteckte sich vor Gott? Das Schöne beschämt das Hässliche und das Perfekte das Unvollkommene. Als einfacher Mensch, der seinen verletzlichen nackten Körper erkannt hatte, war Adam durch die Gegenwart Gottes, des Perfekten, zu beschämt um ihm gegenüberzutreten.
Und warum wusste der Mensch nun von Gut und Böse? Der aufrecht gehende Mensch ist ein besonders verletzliches Wesen, denn im gegensatz zu Vierbeinern trägt er seinen schutzlosen Bauch offen zu Schau. Wenn man aber ersteinmal weiß, wie verwundbar man selbst ist, kann man diese Verwundbarkeit auch bei anderen ausnutzen, um sie zu verletzen, sich also für das Böse zu entscheiden.
Wer sich für weitere interessante Erkenntnisse aus Bibelgeschichten und darüber hinaus interessiert, kann sich Prof. Petersons Youtube-Kanal anschauen und seine Bücher Maps of Meaning und 12 Rules for Life lesen.