Immer wieder entschließen sich Menschen dazu, ihre angestammte Heimat, also ihr Land auf Dauer zu verlassen und werden somit zu Auswanderern. Die folgenden Beweggründe können hierfür ausschlaggebend sein:
- Pure Abentuerlust
- Hungersnot
- Schlechte wirtschaftliche Perspektive
- Chancenreichtum am Zielort
- Unverträglichkeit des Wetters und des Klimas
- Unzufriedenheit mit den politischen Verhältnissen
- Politische/weltanschauliche/religiöse Verfolgung
- Krieg
- Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung
- Liebe (Dank an
für ihre Ergänzung)
Der Vollzug der Auswanderung ist für den Akteur in der Regel nicht schmerzfrei, denn die gewohnte Umgebung, seine Freunde, seine muttersprachliche und kulturelle Einbettung, summarisch viel Vertrautes gibt er ersatzlos auf.
Sowohl auf Steemit als auch in meinem persönliches Umfeld befinde ich mich mit ausgewanderten Menschen im Dialog und bin immer sehr an ihren Berichten interessiert.
Aufgrund der Nazi-Diktatur hat eine bedeutende Menge herausragender Menschen Deutschland verlassen müssen. Hier findet sich eine aufschlussreiche diesbezügliche Auflistung:
Heimat, Land und Staat
Ich unterscheide bewusst zwischen Heimat und Land auf der einen Seite und Staat auf der anderen Seite. Auf der Erde gibt es fast kein staatsfreies Landgebiet, d.h. alles Land ist von Staaten vereinnahmt. Im Laufe der Geschichte haben sich die Staatsgebilde, die Staatsformen und ihre Grenzen immer wieder verändert, während das ihnen zugeordnete Land bestehen blieb. Der Elsaß wechselte seine Zugehörigkeit mehrfach zwischen Deutschland und Frankreich, aus der Tschechoslowakei wurden zwei Staaten und Yugoslawien zerfiel sogar in sieben Staaten. Aus dem Zarenreich Russland wurde eine kommunistische Diktatur; nach deren Zusammenbruch entstand ein mehr oder weniger demokratisches, aber in jedem Fall freieres Russland. Ich glaube, dass ein Mensch sein Land und seine Heimat wertschätzen und trotzdem gleichzeitig den dort herrschenden Staat kritisieren und sogar ablehnen kann.
Mein idealer Staat
Für mich ist ein Staat dann gut, wenn er die körperliche Unversehrtheit, die wirtschaftliche und individuelle Freiheit und das Eigentum seiner Bürger sowie die natürlichen Ressourcen des Landes zu schützen in der Lage ist. Eine elementare Grundlage für eine förderliche Entwicklung ist die uneingeschränkte Meinungsfreiheit, denn nur aus einem offenen Diskurs erwachsen fruchtbare Ideen für die Zukunft.
Auswanderungsbilanz
Ein Staat sollte darauf bedacht sein, für die besten Talente und die schlauesten Köpfe als Lebensort so attraktiv wie möglich zu sein, denn aufgrund der Globalisierung herrscht weltweit auch diesbezüglich ein harter Wettbewerb. Neuseeland beispielsweise stellt nur denjenigen Menschen eine längerfristige Aufenthaltsgenehmigung aus, die nachweisen können, dass sie
- gesund sind
- die Landessprache hinreichend beherrschen
- sich wirtschaftlich eigenständig und dauerhaft versorgen können.
Kritik am Staat
Ich erinnere mich noch an die 1970er Jahre, als besonders engagierte CSU-ler den Staatskritikern der 1968er Generation als Totschlagargument pauschal den folgenden Spruch entgegenschleuderten:
Geht's doch nüber!
Mit "nüber" gemeint war die damalige DDR. Man empfahl also den Systemkritikern eine Auswanderung in den sozialistischen Teil Deutschlands. Ich äußere mich hier nicht zu den Thesen der Urlinken, aber ein bisschen mehr Diskursfähigkeit auf der vermeintlich staatstragenden Seite hätte doch wohl nicht geschadet, oder?
Mein Leitmotiv: Hart in der Sache, fair im Stil
Es sollte bei jeder auch noch so kontroversen Diskussion der Angiff stets den Argumenten und Thesen des Gegners gelten, aber niemals ihm selbst. Ich missbillige somit stets das "Argumentum ad hominem".