Krampus, du mein treuer Begleiter!
Die zwei Hörner des Krampus erinnern irgendwie entfernt an eine Gabel, oder besser gesagt an einen Fork. In den letzten Tagen wurde mir der Zusammenhang zwischen dem Krampus und dem Hardfork von Bitcoin Cash klar.
Wofür sind echte Hardforks gut?
Den weniger erfahrenen Kryptocoin-Besitzern wird ständig der Bär aufgebunden, bei einem echten Hardfork ginge es um Uneinigkeit der Entwickler hinsichtlich des besseren Konzepts für Verbesserungen. In Wirklichkeit liegt ihr Sinn vorwiegend darin,
- die Arbeitsplätze von Mitarbeitern der Krypto-Börsen zu sichern,
- die Nutzer zu verwirren und diese
- zum Versenden von Coins ins Nirvana zu verleiten.
Letzteres habe ich (wohl vom Krampus geritten) selbst erleben dürfen. Und das kam so:
Es heißt ja immer, man soll seine Coins nicht auf den Kryptobörsen herumliegen lassen. Folgsam wie ich nun mal bin, hatte ich zwei kleine Mengen von Bitcoin Cash auf zwei verschiedenen Wallets. Wenn man die private Keys oder das Seed (das ist diese Folge von zwölf englischen Wörtern) besitzt, kann man ja die Coins auf jedem geeigneten Wallet einspielen. So weit, so gut. Nach dem Fork hatte ich also (theoretisch) die gleiche Menge BCHABC und BCHSV. Nachdem sich beide Chains stabilisiert hatten, wollte ich den Zugriff auf alle Coins sicherstellen und in eine vernünftige Ordnung bringen.
Erster Fall mit private Key für eine einzelne Adresse
Ich hatte also eine einzelne Adresse mit dem dazugehörigen private Key in BEIDEN Chains und identischem Guthaben (unspent). Zunächst machte ich meine Adresse mit einer einfachen Transaktion von BCHABC leer. Nun suchte ich ein Wallet, was BCHSV "spricht" und fand nach kurzer Internet-Suche "Electron Cash". Dort importierte ich den private Key und konnte auch meine BCHSV von der Ausgangsadresse wegbewegen. Wunderbar, das hat bestens geklappt!
(Ich habe soeben beide Transaktionen nochmals mittels https://blockchair.com/bitcoin-sv/address/... und https://blockchair.com/bitcoin-cash/address/... nachvollzogen.)
Zweiter Fall mit Seed
Eine Gemeinheit bei Hard Forks besteht darin, dass viel Smartphone-Wallets nur eine der beiden Ketten unterstützen. Bei der App von Bitcoin.com überrascht das nicht, denn Bitcoin.com ist ja die Firma, die BCHABC entwickelt hat. Nun gut, also importierte ich das Seed aus der bitcoin.com-App in die "electron cash" App, um ebenfalls meine entsprechenden Coins auf der BCHSV-Kette zu bewegen. Der Import des Seeds ging nach einigem Probieren mit den Adressformaten auch noch relativ reibungslos. Unvorsichtigerweise lies ich aber meine Coins auf der BCHABC Kette liegen. Nun wollte ich die BSHSV-Coins, die ich in der Electron Cash App zu sehen glaubte, transferieren. Die Transkation funktionierte zwar, aber - weiß der Geier, der Teufel oder der Krampus warum - bewegte nicht meine BCHSV Coins, sondern meine BCHABC Coins. HOLY SHIT:
Frei nach einem Songtext der EAV: Abari kadabari - und fort waren sie.
Warum griff die Electron cash App plötzlich auf die andere Chain zu?? Ich weiß es nicht.
Und nun?
Shit happens. Ich habe glücklicherweise eine "nette" Gegenstelle, von der ich die Coins (falls technisch möglich) wohl bald zurückbekommen werde. Eine bessere App wäre "Edge" gewesen, mit der ich im Anschluss die eigentlich beabsichtigte Transaktion meiner BCHSV erfolgreich durchführen konnte.
Fazit:
Bei allen lästigen Hardforks sollte man äußert konzentriert und behutsam vorgehen. Überall lauern schwarze Löcher, in die man leicht seine kostbaren Coins versenken kann.
Mit dieser Schilderung aus meiner Kryptoküche verabschiede ich mich bei meinen geneigten Lesern für dieses turbulente Jahr 2018. Ich hoffe, wir treffen uns auch in 2019 gesund und munter hier auf Steemit oder sogar im realen Leben!
Herzlichst Euer