Vor einigen Jahren erschien mir Gorgonia, der einflussreiche Schamane der Mescalero-Indianer, im Traum. Er schaute mich lange Zeit schweigend mit seinen weisen Augen und seinem bestimmten, aber freundlichen Gesichtsausdruck an. Schließlich erhob er seine Stimme und und sprach:
Wenn dein Pferd tot ist, steig ab.
Dann verschand er aus meiner Wahrnehmung und ich schlief fest bis zum nächsten Morgen.
Während des folgenden Tages gingen mir seine Worte trotz zahlreicher Tätigkeiten, die ich dringend zu erledigen hatte und die meine volle Konzentration erforderten, nicht aus dem Kopf. Was hatte seine Aufforderung zu bedeuten?
Am Abend kam ich endlich zur Ruhe und sah vor meinem geistigen Auge das tote Pferd:
Ich habe noch nie in meinem Leben ein Pferd zur Fortbewegung benutzt. Aber eines war mir sonnenklar: Mit einem toten Pferd kommt man nicht mehr vorwärts.
Im übertragenen Sinne verschwenden viele Menschen unnütz Energie und Zeit für Angelegenheiten, die längst verloren sind und behindern sich dadurch in ihrem eigenen Fortkommen. Beispiele hierfür sind:
- Zerbrochene Beziehungen
- Karriereambitionen in schrumpfenden Unternehmen
- Sporttraining bei fehlender Eignung für die jeweilige Disziplin
Leider fehlt vielen die Einsicht, dass sie etwas ändern müssen. Oder es mangelt ihnen hierfür an Mut aus Angst vor dem Ungewissen.
Manchmal schleicht sich die Notwendigkeit zur Änderung leise und langsam an, zuweilen knallt sie unerwartet und mit großem Getöse in dein Leben. Meist spüren wir zunächst im Unterbewussten, dass etwas nicht mehr passt und daher eine Änderung unausweichlich wird. Viele neigen zu zaghaftem Abwarten und lassen sich lieber von den Geschehnissen treiben.
Basierend auf meiner reichhaltigen und wechselvollen Lebenserfahrung neige ich immer mehr zu einer klaren und entschiedenen Reaktion. Ich halte das Heft des Handelns fest in der Hand. Ich handle, bevor ich gehandelt werde.
Manchmal tut der entscheidende Schritt ein bisschen weh und wirkt auf die Beobachter verstörend, aber er befreit und eröffnet den Zugang zu neuen Wegen und frischer Kraft. Wir sollten immer darauf achten, dass unsere Aktivitäten einen positiven Energiefluss erzeugen. Wenn wir uns von anderen Menschen trennen, sollten wir das immer mit Dankbarkeit für den bisherigen gemeinsamen Weg tun und dem anderen aufrichtig und von Herzen das Beste für seine Zukunft wünschen.
Wenn sich eine Tür schließt, geht eine andere dafür auf.
Das ist einer meiner Glaubenssätze, der mir schon mehrmals sehr geholfen hat.
Mit dem Mut und der festen Entschlossenheit zur Änderung befreien wir uns auch von Ballast für unseren weiteren Weg. Und indirekt geben wir damit sogar den anderen mehr Freiheit für ihren Weg.
Das Thema "Ballastabwurf" wurde in dem Buch
"Lass endlich los und lebe" von Richard J. Leider und David A. Shapiro
sehr treffend behandelt.
Die Band "Silbermond" hat das Thema in dem Song "Leichtes Gepäck" musikalisch verarbeitet: