Hattet Ihr auch schon einmal die besondere Ehre und das zweifelhafte Vergnügen, von einen Kommentar zu einem Eurer Artikel zu bekommen? Dann solltet Ihr aufpassen:
Vorsicht: Spaghettidiskussion droht!
Gerne überschreitet er mit seinen kritischen Anmerkungen großzügig die Länge des Hauptartikels. Das reizt natürlich zu einer eigenen umfangreichen Replik, die wiederum vom besagten Widerspruchsgeist engagiert gekontert wird. Iterierend kommt man zwangläufig vom Stamm zum Ast zum Zweig zum Zweigerl usw. Letztlich verliert man so (wie innerhalb einer großen Portion Spaghetti) restlos den Überblick , was eigentlich das Kernthema war. Da ich diese Art von Diskussionen scheue wie der Teufel das Weihwasser oder Drakula Holzkreuze und Knoblauch, suche ich einen für mich gangbaren Ausweg in der Erstellung eines neuen Posts zu einem Teilthema des angeworfenen Diskurses. Hierdurch gebe ich erneut die Gelegenheit, mir in aller Öffentlichkeit zu erklären, dass ich (und meine Meinungsjünger) wieder etwas nicht kapiert haben, verstehen wollten oder außer Betracht gelassen haben. So einfach kann man anderen Leuten eine Freude machen! Doch nun zurück zum eigentlichen Thema:
Ist Bitcoin Geld?
Wir kennen bereits 's Antwort, und wer sie nicht teilt, ist doof. Um der Frage auf den Grund zu gehen, müssen wir uns erst einmal mit den beiden Begriffen "Geld" und "Bitcoin" beschäftigen.
Was ist Geld?
Intuitiv scheint das klar zu sein. Geld ist, was ab dem 20. des Monats auf dem Konto fehlt. Spaß beiseite. Hier kommt eine brauchbare Erklärung:
Geld ist eine kulturgeschichlich begründete Erfindung zur Optimierung von Arbeitsteilung und Tausch aufgrund folgender Logik:
- Arbeitsteilung und Spezialisierung sind produktiver
- Güter müssen getauscht werden
- Ein universelles Tauschmittel ist am zweckmäßigsten
Wichtige, notwendige Eigenschaften eines universellen Tauschmittels:
Es muss (1) knapp, (2) homogen, (3) teilbar, (4) haltbar, (5) transportabel, (6) prägbar und (7) allgemein wertgeschätzt sein.
Das universelle Tauschmittel nennt man Geld.
Voila! Da haben wir's.
Die drei elementaren Funktionen von Geld sind
(1) Tauschmittel, (2) Wertmaßstab, (3) Wertaufbewahrungsmittel
Geschichtlich betrachtet wurden hauptsächlich Gold und Silber als Geld verwendet.
Das Wort „Geld“ stammt sprachlich vom Wort „Gold“ ab.
Hier zeige ich drei Beispiele von Geld, das seine Wertaufbewahrungsfunktion verloren hat:
(Vorderseite)
(Rückseite)
Bei der obesten Banknote hat man sich gar keine Mühe mehr gemacht, die Rückseite zu bedrucken. Das hätte sich für die wenigen Tage bis zur völligen Wertlosigkeit schlicht nicht rentiert.
Besonders amüsant ist das Versprechen des Notenbankgouverneurs G. Gomo von der Reserve Bank of Zimbabwe, dem Inhaber der Note auf sein Verlangen hin den Betrag von 100 000 000 000 000 Dollar auszuzahlen. Aber wenigstens sind die Bilder hübsch! Und für hübsche Bilder werden bei Auktionen auch manchmal stramme Summen geboten.
Zurück zum Thema.
Was ist Bicoin?
Nun ja, im Moment sind das so cirka schlappe 7700 USD. Eine genauere Definition findet Ihr im Internet.
Somit nähern wir uns der Kernfrage:
Ist Bitcoin Geld?
Dies sollte jeder für sich entscheiden, indem er seine Ansicht über Bitcoin an der oben gegebenen Definition von Geld spiegelt. Ich vermeide heute eine eigene schriftliche Festlegung. Das erschwert das Verfassen seiner allfälligen Gegenrede. Schließlich haben wir Sonntag und ich bin bald zum Kaffee eingeladen.
Aber wenn Ihr Lust auf eine Diskussion habt, dann bietet der Kommentarbereich genügend Platz.