Vor ein paar Wochen hatte ich Bonner Hütte entdeckt: Vom Gipfel des Toblacher Pfannhorns konnte ich sie sehen (Bild oben), aber nicht einfach erreichen, weil mein Ausgangspunkt auf der anderen Seite des Berges lag, in Innervillgraten. Ende August war ich aber in Toblach stationiert, und von dort aus ist die Wanderung zur Bonner Hütte einfach und sehr empfehlenswert (2 Stunden; weniger als 1000 Höhenmeter).
Geschichte der Bonner Hütte
In der Zwischenzeit hatte ich mich auf ihrer Webseite (http://www.bonnerhuette.it/) informiert. Ihre Geschichte ist durchaus faszinierend; ich zitiere:
Schon seit 1897 steht die Bonnerhütte inmitten eines überwältigenden Alpenpanoramas. So bedeutend sie heute für die Bergwanderer ist, so unbefriedigend waren die ersten Jahre in wirtschaftlicher Hinsicht.
Zusammen mit der Sektion Hochpustertal des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins stemmte die
Sektion Bonn den Bau der Schutzhütte.
In der Anfangszeit konnten die Besucher sogar mit einer leichten Pferdekutsche direkt bis zur Bonnerhütte gelangen, aber die Sommerfrischler ließen sich meist nur zu einer kurzen Rast hinfahren. Die Übernachtungszahlen waren verschwindend gering..Bonnerhütte alt
Der aufkommende Hochtourismus hätte zu einer Verbesserung führen können, aber die politischen Ereignisse überrollten sämtliche Hoffnungen. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu Zwangsenteignungen ausländischer Besitztümer, die neu gezogene italienische Staatsgrenze verlief nun in der Nähe der Bonnerhütte. Bis 1971 befand sie sich zudem in militärischem Besitz
Danach war sie dem Verfall preisgegeben.
Erst zu Beginn des neuen Jahrtausends gab es die Wende: Alfred Stoll, der erste Pächter, schaffte ein kleines Wunder. Zusammen mit Freunden und einigen Handwerkerkollegen sanierte er die Hütte und machte ein kleines Schmuckkästchen daraus. Der unentgeltliche Einsatz der Gruppe ist nicht hoch genug einzuschätzen, zumal die Arbeitsbedingungen alles andere als einfach waren. Letztlich entstand ein äußerst komfortables Haus, das zwar dem ursprünglichen Stil und der Tradition der Bergwelt verhaftet ist, dabei aber den Erfordernissen der Moderne entspricht.
Impressionen
Es ist wirklich wunderschön hier oben! Die Hütte liegt am Sonnenhang und belohnt den Wanderer mit leckeren Speisen und Getränken sowie einer phantastischen Aussicht auf die Dolomiten und ins Pustertal:
(Das Bier rechts im Trog heißt "Pustertaler Freiheit")
Die Gelegenheit, in 45 Minuten das Toblacher Pfannhorn (2663m) nochmals zu ersteigen, drängte sich geradezu auf:
Und Pilze am Wegesrand!
Wiesenchampignons auf 2600m Höhe:
Ein besonders schönes Exemplar für :
Zwei junge Tintlinge:
Ein Bovist:
Diesen hier kenne ich nicht:
Kein Pilz, sondern die violette Schafgarbe:
Fazit:
Die Bonner Hütte ist ein hervorragendes Wanderziel und hat noch bis Mitte Oktober geöffnet. Also auf nach Toblach und hinauf zu diesem sonnengefluteten Aussichtsbalkon mit bester Kulinarik!