Wer lügt, spricht nicht die Wahrheit. Aber was ist denn überhaupt DIE Wahrheit? Viele Wahrheiten in der Vergangenheit sind heute keine mehr. Zum Beispiel wissen wir heute, dass sich nicht alles um die Erde dreht, sondern diese sich ebenfalls um die Sonne herum bewegt.
So gibt es auch im Alltäglichen verschiedene Wahrheiten und damit unterschiedliche "Lügen".
Wahrheit gleich "Für wahr halten"
Da wir nicht alles wissen bzw. nachprüfen, was uns an Wahrheiten präsentiert wird, können wir da eben auch falsch liegen und unwissentlich lügen oder ich lüge sogar mit einer Wahrheit. Wie damals als man Kopernikus (und später Galileo Galilei) nicht glauben wollte, dass die Sonne im Mittelpunkt steht. Hätte ich ihm damals geglaubt, hätte ich für Viele eine Lüge erzählt, die heute keine mehr ist.
So ist es bei vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen nie sicher (weil schwer nachprüfbar), ob sie der Wahrheit entsprechen oder "nur" dem heutigen Stand der Wissenschaft. Wie sollte ich nachmessen, welchen Durchmesser die Erde hat? Ich muss es glauben und damit für "wahr" halten.
Familienerinnerungen bringen oft auch die Frage mit sich: Was ist die Wahrheit? Das gleiche Ereignis wird zum Beispiel von Eltern und Kindern ganz anders dargestellt.
Jeder hat es anders "wahr" genommen.
Das sind dann die unwissenden "Lügen", von denen man erst etwas erfährt, wenn man sich darüber austauscht.
Wahrheit durch Tatsachen
Gäbe es ein Video von diesem Familienereignis, könnte man im Nachherein noch überprüfen, wie es wirklich war - also die Tatsachen feststellen. Sind mir Tatsachen über ein Ereignis bewusst und ich verschweige, leugne oder verfälsche sie, kann man von "Lügen" sprechen.
Dies tut keiner gern - man fühlt sich dann nicht gut, obwohl man ja eigentlich gut für sich selbst gesorgt hat. Ganz zu schweigen von dem unguten Gefühl, wenn die Lüge aufgedeckt wird.
Notlügen kennen wir alle. 😉
Diese könnte sicherlich auch nach eigener Einschätzung manchmal erforderlich sein. Dann nämlich, wenn ich den anderen (oder noch jemand anderen - Stichwort: "Verpetzen") schützen möchte oder der richtige Zeitpunkt noch nicht gekommen ist.
Mein Fazit:
- Mit (Not) Lügen sollten wir vorsichtig und sehr bewusst umgehen. Wahrheit ist ein hohes Gut, und eine Lüge kann uns unglaubwürdig machen. "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht."
- Das "Für wahr Halten" ist ebenfalls mit Vorsicht zu genießen. Das, was mein Weltbild und meine Meinungen/Einstellungen bestimmt, sollte möglichst auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft werden.
Dies waren meine 10 Minuten für den Mittwochsquickie von , bei dem jeder mitmachen kann. Inzwischen wird dieses Community-Projekt von
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). Sein jetziges MQ-Thema lautet "Lügen".
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