Wie ich in einem früheren Artikel bereits schrieb, überraschte mich Anfang dieses Jahres eine (in meinem Fall) schnell fortschreitende Augenerkrankung, Katarakt bzw. Grauer Star genannt.
Bei dieser Erkrankung trübt sich die Augenlinse, so dass man nicht mehr klar sehen kann. Man sieht wie durch einen Wasserfall, daher die medizinische Bezeichnung Katarakt.
Je nach Fortschritt der Erkrankung ist von leichter Trübung bis zur völligen Erblindung jede Zwischenstufe möglich.
Glücklicherweise bekam ich recht kurzfristig meine beiden Augen-OP Termine. Ende Mai wurde das linke, Ende Juni 2018 das rechte Auge operiert.
Operativer Austausch der Augenlinse
Die Augenoperation erfolgt unter örtlicher Betäubung. Dabei eröffnet der Arzt nach einem Hornhautschnitt die Linsenhülle, zertrümmert die natürliche Linse durch Ultraschall oder zerschneidet sie (wie in meinem Fall) mit Hilfe eines Lasers, und saugt Trümmerstücke der natürlichen Linse ab. Eine künstliche Linse aus einem speziellen Kunststoff wird im gerollten Zustand hinter die Iris eingeführt, wo sie sich entfaltet und mit seitlich angebrachten Bügeln verankert.
Endlich wieder klar sehen
Doch leider muss man fortan auch mit einer Einschränkung leben: die Akkommodation des Auges, das heißt die natürliche Anpassung der Sehschärfe an verschiedene Entfernungen, ist mit einer künstlichen Linse nicht möglich.
In den meisten Fällen wird die Brechkraft der künstlichen Linse so gewählt, dass eine optimale Fernsicht möglich ist. Zum Lesen braucht man dann in jedem Fall eine Brille. Einige Patienten, vornehmlich wenn sie schon immer kurzsichtig waren, lassen Kunstlinsen einsetzen deren Brennpunkt auf eine angenehme Lese-Entfernung optimiert ist. Hier muss für eine klare Fernsicht nach wie vor eine Brille getragen werden.
Leben ohne Brille
Es gibt noch eine dritte Möglichkeit, für die ich mich entschieden habe. Ich habe mir in das linke Auge eine für die Fernsicht optimierte Linse einsetzen lassen und im rechten Auge eine für die Nahsicht, das Lesen optimierte Linse. So kann ich jetzt ohne Brille auskommen. Mein Gehirn muss jeweils entscheiden, dem Bild aus welchem Auge es den Vorrang gibt.
Diese als Anisometropie oder Monovision bezeichnete unterschiedliche Brechkraft beider Augen ist bei einigen Menschen angeboren. So z.B. bei Johann Wolfgang von Goethe. Daher wird dieses Phänomen auch Goetheblick genannt.
Jedenfalls bin ich sehr glücklich, das ich wieder klar sehen und ohne Anstrengung lesen kann.