Stell dir vor:
...du musst dein Leben angehangen an einer Kette verbringen;
...dein Besitzer stirbt und du bekommst eine Woche lang nichts zu Fressen und zu Trinken;
...du kommst in ein Tierheim, wo du irgendwann mit einem anderen Hund zusammen lebst, welcher dir aber (vermutlich) immer das Futter wegfrisst;
...du trittst zusammen mit anderen Hunden eine lange, ungewisse (?) Reise an.
Nachdem meine Eltern ihre geliebte Fine leider einschläfern lassen mussten, haben sie sich auf die Suche nach einem neuen Hund begeben. Es sollte wieder ein Kuvasz sein. Fündig wurden sie schließlich auf der Homepage der Tierhilfe Pfotentraum e.V., wo neben vielen anderen Hunden die süße Liza vorgestellt wurde, ein ehemaliger Kettenhund aus Ungarn, der inzwischen im TordasZoo bei Budapest lebte.
Schnell stand fest, dass sie ihr ein neues Zuhause geben möchten. 14 Tage später stand auch schon der Transport von Ungarn nach Deutschland an. Es wurde ein Treffpunkt für die Übergabe vereinbart. Meine Eltern sind dafür etwa 3 Stunden bis in die Nähe von Bamberg gefahren, wo sie gegen 15 Uhr Liza entgegennehmen konnten. Nach 12 langen Stunden war Liza dann endlich in ihrem - hoffentlich - neuen Für-Immer-Zuhause angekommen. Für alle war es eine aufregende und spannende Zeit. Da ja kein vorheriges Kennenlernen möglich war, weiß man nie, was auf einen zukommt.
Im Für-Immer-Zuhause
Die ersten beiden Tage war Liza sehr ängstlich. Aber kann man es ihr verdenken nachdem, was sie alles schon durchgemacht hat? Schließlich kann man ihr ja auch nicht vermitteln, dass sie ein schönes neues Zuhause bekommen hat und Menschen, die es gut mit ihr meinen, sich um sie kümmern und ihr Liebe geben. Nach und nach fasste sie aber Vertrauen, wurde immer zutraulicher. Neugierig war sie von Anfang an, sie lief auch gleich überall mit hin.
Die ersten Tage schlang sie ihr Futter hinunter, schaute immer wieder hektisch nach links und rechts ob bloß niemand kommt, der ihr etwas wegfrisst (daher die Vermutung, dass der andere Hund ihr das Futter weggefressen hat) und erschrak bei den kleinsten Geräuschen. Aber schon nach wenigen Tagen wurde sie ruhiger und inzwischen teilt sie sich ihr Futter über den Tag ein. Manchmal frisst sie auch nicht mal mehr alles auf.
Von Tag zu Tag wurde es besser, sie blühte so richtig auf. Nach nicht mal einer Woche war sie in ihrem neuen Zuhause angekommen. Per WhatsApp bekam ich ein kleines Video, in welchem sie ausgelassen durch einen kleinen Teil des Gartens rast und vor Freude hin und her springt. Meine Eltern haben einen großen Hof (ich schätze mal so 200m²) und einen riesigen Garten (bestimmt so 2500 m²). Auf dem Hof kann sie sich frei bewegen, hat mehrere Möglichkeiten, wo sie schlafen und liegen kann - nicht nur auf dem Hof sondern auch im Schuppen und im ehem. Pferdestall, auch das Scheunentor ist tagsüber immer offen. Mehrmals am Tag geht es in den Garten oder eine Runde spazieren.
Ganz wichtig sind auch ausgiebige Streicheleinheiten und Schmusestunden. Letztere finden bevorzugt mit meinem Papa im Heu statt. Da liegt sie ganz ruhig und kuschelt sich an einen ran. So süß!
Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell und wie gut sie sich eingelebt hat, was sie in der kurzen Zeit auch schon alles gelernt hat.
Ich war in den vergangenen Tagen bei meinen Eltern zu Besuch und auch zu mir hat sie ganz schnell Vertrauen gefasst. Ich durfte sie relativ schnell am Bauch kraulen und mit ihr im Heu kuscheln. ♥ ♥ ♥
Es ist total schön zu sehen, wie gut es ihr geht und wie wohl sie sich inzwischen fühlt.
Das Lischen muss man einfach lieb haben, oder nicht? :)
Ich freue mich jedenfalls schon, sie im neuen Jahr wieder zu besuchen.
Bitte schaut auch mal bei vorbei und unterstützt sein "Voten für Pfoten"-Projekt.
stellt mit Absprache von Tierhilfeorganisationen Hunde vor, die ein Zuhause suchen. Zum Monatsende spendet er die durch Upvotes gesammelten Einnahmen an die einzelnen Organisationen. Ich finde das eine wirklich unterstützenswerte Sache!
Ich selbst habe heute einen kleinen Beitrag an die Tierhilfe Pfotentraum gespendet:
Wer keinen Hund adoptieren kann, aber trotzdem gerne gezielt helfen möchte, kann auch eine Patenschaft übernehmen. Mehr darüber kannst du hier nachlesen. Neben Geldspenden werden auch immer wieder Sach- und Futterspenden benötigt. Schaue hier, was benötigt wird oder wie du gegebenenfalls helfen kannst.