Als großer Fitness-Fan kenne ich natürlich auch Karl Ess und seine YouTube Kanäle. Mit seinem Fitness-Kanal ist er einer der größten deutschen Fitness-YouTubern, wo ihm fast 400.000 Abonnenten folgen.
In den letzten Jahren redet er immer mehr über Business, Geld und Lifestyle und hat dazu einen eigenen Kanal namens „Karl Ess Lifebuilding“ eröffnet. Da bleiben natürlich auch nicht politische Themen außen vor. Karl hat sich immer mal wieder als KenFM-Fan geoutet. Er war sogar Anfang des Jahres bei KenFM in der Sendung:
Jetzt kann man sich als kritischer Zeitgeist fragen, warum einer der – nach eigener Aussage – Multi-Millionär ("Ich hatte meinen ersten Ferrari mit 24!") durch mehrere Unternehmen geworden ist, den Wettbewerb mag, selbstverantwortlich für sich handelt, sich über Eingriffe in sein Business durch hohe Steuern, unkoordinierte Baustellen und Abmahnanwälte ärgert, nicht merkt, dass seine Werte denen von Ken Jebsen diametral entgegenstehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es da bei Karl bei dem Konsum von KenFM bestimmt zu vielen Kognitiven Dissonanzen kommt.
Um Karl und seinen Zuschauern evtl. etwas bei der Kognitiven Dissonanz zu helfen, war ich heute mal so frei und habe zwei Videos bei ihm kommentiert.
In diesem Video ärgert Karl sich über die Baustelle vor seinem Ladengeschäft, die zwei Wochen vorher angekündigt wurde und nicht mit ihm und anderen Ladenbetreibern abgestimmt wurde. Für ihn und andere Läden sind natürlich auch gerade jetzt im Sommer die umsatzstärksten Monate. Er geht auch auf das unterschiedliche Mindset von Unternehmern und Politikern ein. Zum Schluss moniert er auch noch die Abmahnpraxis von den „dreckigen und ehrenlosen Abmahnverbänden“:
Mein Kommentar zu dem Video:
"Schön, dass du hier den Unterschied zwischen Politikern und Unternehmern ansprichst. Der größte Ökonom aller Zeiten hat das wie folgt auf den Punkt gebracht:
„Jeder Halbgebildete kann eine Peitsche benutzen und andere Leute zum Gehorsam zwingen. Aber es erfordert Intelligenz und Sorgfalt, der Öffentlichkeit zu dienen. Nur einigen Leuten gelingt es, Schuhe besser und billiger als ihre Konkurrenten zu produzieren. Der uneffiziente Fachmann wird immer eine vorrangige Stellung der Bürokratie erstreben. Er ist sich völlig darüber im Klaren, daß er innerhalb eines Wettbewerbsystems keinen Erfolg haben wird. Für ihn ist die allumfassende Bürokratisierung ein Zufluchtsort. Mit der Macht einer Behörde versehen, wird er seine Anweisungen mit Hilfe der Polizei durchsetzen. Dieser ganzen fanatischen Verteidigung von Planwirtschaft und Sozialismus liegt oft nichts anderes zugrunde als das insgeheime Bewußtsein der eigenen Minderwertigkeit und Ineffizienz. Menschen, die sich ihrer Unfähigkeit im Wettbewerb bewußt sind, verachten „dieses kranke Konkurrenzsystem“. Wer seinen Mitmenschen nicht zu dienen in der Lage ist, will sie beherrschen.“
Mises - Bürokratie, S. 98
Zu der Baustelle vor deinem Laden: Der zentralplanerische Straßenbau zwingt so viele Unternehmer in die Insolvenz. Der Staat zieht sein Geld per Zwang und Gewalt ein, da interessiert ihn sowas wie Einzelschicksale auch nicht groß, das Steuergeld fließt ja eh. So kommt es immer dazu, dass eine Leistung (hier Straßenbau) teuer und ineffizent wird. Schön sieht man das bei der GEZ, wo auch per Zwang das Geld eingezogen wird. Hier sehen die Leute aber, was ihnen das alles kostet und was sie dafür für eine Leistung erhalten. So schauen viele, ob ihnen die Leistung das Geld wert ist und kommen zu dem Entschluss zu verweigern. Bei allen anderen Leistungen der Politik kann man solche Vergleiche nicht anstellen, weil die tatsächlichen Kosten nicht transparent und durch das Steuer- und Geldsystem versteckt sind.
In einer Gesellschaft ohne Staat würde die Straße einem Unternehmen oder der Genossenschaft der Anwohner gehören, die dann zusehen würden, dass die Baumaßnamen möglichst schnell und günstig abgeschlossen werden und der Geschäftsbetrieb möglichst aufrecht erhalten bleiben kann. Unternehmen könnte evtl. sogar ein unterbrechungsfreier Geschäftsbetrieb vertraglich zugesagt werden, wo dann bei Vertragsbruch der Umsatzausfall zu erstatten wäre. Sowas wäre bei einem Staat natürlich niemals möglich, da er die Menschen nicht als Kunden, sondern als Bürger und Mündel sieht. Die von mir vorgeschlagene Alternative ist die böse Privatisierung und Raubtierkapitalismus, also das was KenFM und Co immer so unreflektiert anprangern. Sozialisten mögen halt keinen Wettbewerb und wollen lieber zentral planen.
Oliver Janich hat die Unsinnigkeit des Staates hier sehr schön beschrieben:
Stellt dir mal vor, ein Versicherungsvertreter würde zu dir kommen und folgenden Vertrag anbieten: »Wir bieten Ihnen an, Sie zu schützen. Den Umfang, die Qualität und die Pünktlichkeit unserer Schutzleistung bestimmen wir und wir können das auch jederzeit eigenmächtig ändern. Wir legen auch den Preis für diese Schutzleistung fest und passen ihn an, wann und wie wir wollen. Je mehr Sie arbeiten, desto mehr müssen Sie für unsere Leistung zahlen. Sollten Sie nicht bezahlen, entführen wir Sie und sperren Sie so lange ein, wie wir wollen – gegebenenfalls halten wir Sie auch dann noch gefangen, wenn Sie doch noch zahlen. Wehren Sie sich gegen die Entführung, werden sie körperlich misshandelt, vielleicht sogar erschossen, wenn wir meinen, das sei angemessen. Der Vertrag ist für Sie zu keiner Zeit kündbar. Er gilt lebenslang.
Im Gegenzug erhalten Sie eine Aktie an unserem Unternehmen. Sie können die Aktie allerdings nicht veräußern. Sie bekommen auch keine Gewinnausschüttung, aber eine Stimme auf unserer Hauptversammlung. Sie können damit den Vorstandsvorsitzenden wählen. Er und seine Kollegen sind aber an keinerlei Versprechungen, die Ihnen oder anderen gemacht wurden, gebunden. Werden sie wieder abgewählt, erhalten sie eine üppige lebenslange Pension, die von uns festgelegt wird und die Sie zahlen.« Würdet Ihr so einen Vertrag unterschreiben? Doch halt, der Vertreter fährt fort: »Verzeihen Sie, falls ich den Eindruck erweckt habe, wir benötigten Ihre Zustimmung oder Ihre Unterschrift. Ich wollte Ihnen lediglich die Bedingungen mitteilen. Sie gelten, weil Sie auf unserem Territorium geboren wurden. Widerstand ist zwecklos.«
Oliver Janich - Die Vereinigten Staaten von Europa“
Sein aktuelles Video, wo er u.a. Egoismus, Evolution, Verflechtung von Unternehmen und Politik , Steuergerechtigkeit bespricht und sich für Chancengleichheit und nicht Ergebnisgleichheit ausspricht, habe ich wie folgt kommentiert:
„Schön, dass du als Unternehmer dich auch den politischen Themen widmest und da auch sowas wie Egoismus und Evolution ansprichst. Ich glaube da wirst du ganz schnell in eine Kognitive Dissonanz gelangen mit dem, was du dir bei den Neosozialisten KenFM, Popp und Co. so immer reinziehst.
Das Problem ist, wie du auch schon in anderen Videos ansprichst, der Staat. Der Staat sorgt durch seine hohe Steuern- und Abgabenlast, übermäßige Bürokratie und Geldpolitik dazu, dass heute kaum eine Familie sich noch leisten kann das nur noch der Mann arbeiten geht. Dazu kommt dann noch, dass durch die Geldpolitik kein Geld mehr gespart werden kann (keynsianistische Zentralsteuerung des Zins auf Null bzw. sogar Negativzinsen) und der Konsum mit Schuldenmachen politisch gewollt ist. Die Lösung bei KenFM ist immer noch mehr Staat. Er will also den Brandstifter zum Feuerwehrmann machen. Als ehemaliger KenFM-Gucker (2014 oder so habe ich sogar mal 150-200€ gespendet) kann ich nur sagen, dass es sehr wichtig ist sich ökonomisch zu bilden und sich das intellektuelle Rüstzeug anzueignen, um den linksgrünversifften (alternativen) Mainstream als das zu entlarven was er ist: ideologische Indoktrination.
Karl, mach auf jeden Fall weiter mit deinen Videos die Leute dazu zu animieren, ihr Leben und ihren finanziellen Erfolg selbst in die Hand zu nehmen!“
Lustigerweise beendet er sein Video damit zu sagen, dass die Menschen extrem durch Social Media, Fastfood usw. verblödet werden.
Ab und zu fallen solche Kommentare ja auf fruchtbaren Boden oder es kommt vielleicht sogar ein Dialog zustande. Ich bin gespannt! :-)
Wie sind eure Erfahrungen mit solchen Trollkommentaren? :-)