Das Tageslicht schwindet und die Temperaturen sinken, aber bevor der Winter die Hügel von Neuengland einfriert, erwachen sie im Herbst für ein paar Wochen in malerischem Glanz zu neuem Leben.
Die tiefen Rottöne, das leuchtende Gelb und das tiefe, feurige Orange, die den heutigen Städtchen ein festliches Flair verleihen, haben die Ureinwohner schon seit langem begeistert, bevor die ersten europäischen Siedler im 16. Jahrhundert hier landeten.
Obwohl wir eine moderne wissenschaftliche Erklärung dafür haben, warum Blätter ihre Farbe ändern, ziehen es einige von uns vor, in die Legenden der ersten indianischen Bewohner Neu-Englands einzutauchen.
Auf der Jagd nach dem Großen Bären
In alten Zeiten machten sich drei junge Männer, die tapfersten Jäger der Welt, mit ihrem Hund auf den Weg, um beim ersten Schneefall einen Bären zu verfolgen.
Der Bär hatte in den kalten, frischen Eiskristallen scharfe Pfotenabdrücke hinterlassen, sodass eine Spur entstand, die die Jäger leicht verfolgen konnten. Jeder Abdruck drang tief in den Schnee ein und war von beachtlicher Größe: Dieser Bär war riesig, ein lohnender Fang.
Nach Monaten der Verfolgung begannen die Männer, das Vertrauen zu verlieren. Der Bär hatte sie durch die ganze Welt geführt, vom Osten, wo die Sonne aufgeht, bis zum Westen, wo sie untergeht. Die besten Jagdtechniken waren fehlgeschlagen und schließlich erkannten sie, dass der Bär sie aus ihrer Heimat wegführte, hoch in den Himmel hinauf.
Das Sternbild Grosser Bär aus dem Sternatlas von Johann Elert Bode von 1782.
Die Jäger riefen sich gegenseitig zu und versuchten, umzukehren, aber es war zu spät, um auf den Boden zurückzukehren.
Alles, was sie damals noch übrig hatten, war die Jagd, also schworen sie, schneller zu werden und den Bären zu fangen. Nach Tagen der Anstrengung und Müdigkeit, ohne zu essen oder zu schlafen, standen die Jäger kurz vor dem Zusammenbruch, als sie schließlich den Bären einholten und ihn töteten.
Es war fast ein Jahr her, und der Herbst hatte wieder begonnen.
Sie zerlegten und reinigten den Bären und legten ihn auf ein Bett aus Eichenholz und Sumachzweigen. Sein Blut färbte die Blätter und deshalb verwandelt sich das Laub dieser Bäume im Herbst und wird rot.
Die Teile des Bären, die die Jäger nicht nutzen konnten, verstreuten sie in verschiedene Himmelsrichtungen. Das Rückgrat des Bären bildete ein Sternbild im Norden und sein Kopf eines im Osten, von denen beide am Mitternachtshorizont in der Mitte des Winters zu sehen sind.
Foto: Terry Kearney, Flickr
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