Der Einkaufswagen
Ich gehe zwar kaum noch einkaufen, ich habe ja alles zum Überleben von Foodsharing, aber so ein paar Dinge braucht es dann doch ab und zu.
Man sollte das Einkaufen an sich auch nicht unterschätzen, hat es doch einen bedeutenden sozialen Charakter! Ich würde schon fast sagen, ich vermisse es ein bisschen und gehe deshalb ab und zu einfach nur zum Vergnügen in den Supermarkt.
Dort angekommen geht’s erst mal durch die automatischen Türen. Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin zu schnell oder zu klein, die Türen öffnen sich oft nicht schnell genug und ich bin kurz davor einfach dagegen zu laufen. Zum Glück schaff ich es meistens noch abzubremsen!
Das geht mir übrigens auch in der Bahn so. Ihr kennt doch bestimmt diese blöden Schiebetüren. Dort steh ich immer und winke wie eine Irre vor dem Sensor, damit das Ding endlich aufgeht! Ich komm mir dabei ganz schön bescheuert vor.
Aber zurück zum Supermarkt.
Habe ich´s dann endlich durch die Pforten geschafft, atme ich auf. Die nächste Herausforderung folgt allerdings auf den Fuß. Der Einkaufswagen!
Da ich vor habe nur eine Handvoll Artikel zu erwerben, lauf ich natürlich erst mal ohne ein Gefährt los. Schnell muss ich dann aber einsehen, dass ich einen Fehler gemacht habe und renne wieder zurück um mir dann doch eine Tragehilfe zu besorgen. Klar ist, der Einkaufswagen ist viel zu groß. Also Körbchen.
Jetzt gibt es aber neuerdings keine Körbchen mehr, sondern nur noch diese riesigen Teile, die man hinter sich herzieht, Körbe auf Rollen sozusagen. Wer bitte hat sich sowas ausgedacht?? Soll ich meine Eier aus einer Höhe von 1 Meter in den Korb fallen lassen?
Man könnte ja meinen, dass diese Dinger erfunden wurden um einem den Einkauf zu erleichtern, aber nein, ich muss mich jetzt bei jedem Teil das ich einpacke bücken!
An der Kasse habe ich vor kurzem einer Frau ihren ganzen Rollcontainer ausgeräumt, weil sie mit ihrem schwangeren Bauch gar nicht runtergekommen ist. Meine Meinung? Eine absolute Fehlkonstruktion!
Die Ware
Ist man dann endlich drinen, wird man erst mal von den frisch aus dem Ofen kommenden Backwaren und deren Geruch begrüßt. Das ist natürlich nett, man soll sich ja wohlfühlen beim Einkaufen!
Ich habe mir angewöhnt mit geneigtem Kopf, schnellen Fußes diese Gefahrenzone zu überwinden. Ich muss sagen, dass fällt mir wirklich schwer!! Alle Sinne sind der Meinung, ich müsste jetzt stehen bleiben und zugreifen!
Fast der ganze Weg durch den Supermarkt ist gespickt mit Fallen, denen man ohne eisernen Willen und höchster Achtsamkeit nicht entgehen kann.
Die schlimmste Zone ist die kurz vor der Kasse. Bunte Vielfalt mit verheißungsvollem Versprechen will dir nochmal so richtig deine Zeit in der Kassenschlange versüßen! Ich schwöre euch, ich bin ein sehr bewusster Mensch der die Marketingstrategien und deren versteckte Botschaften durchschaut, aber selbst ich bin fast verloren wenn ich dort verweilen muss. Besonders die leckeren Schokoladenriegel schreien förmlich danach, von mir ergriffen zu werden!
Bist du mit Kind unterwegs, hast du sowieso schon verloren. Absolut Nerv tötend! Und das ist volle Absicht! Ich könnte jedes Mal dieses ganze Süßigkeiten-Regal zerschlagen, so wütend werde ich, dass diese Nummer mit voller Absicht herbeigeführt wird! Eigentlich bleibt einem nur sich auf den Boden zu schmeißen und zu schreien. Zumindest die Kinder wären dann still, aber die können ja gar nix dafür.
An der Kasse
Bin ich noch schwer damit beschäftigt, die Flut der Süßigkeiten zu überleben und eventuell das Kind zu belehren, knallt mir der Idiot hinter mir den Einkaufswagen in die Kniekehlen.
Die Zeiten, dass ich das stumm über mich ergehen lasse, sind längst vorbei.
Wenn er Pech hat und ich nicht völlig gechillt durch den Tag schwebe, kann es auch passieren, dass ich den Wagen einfach zurück knalle. Dann halt in den dicken Bierbauch. Dazu gibt’s dann natürlich auch noch ´nen Spruch. Der richtet sich ebenfalls nach meiner Tagesbefindlichkeit.
Habe ich die Kassenschleuse dann überlebt und bin endlich an der Reihe, hat die Verkäuferin schon alle Teile gescannt und wartet mit feindseligem Blick darauf, dass ich meinen Scheiß endlich einpacke und zahle. Auch mein Nachfolger rückt mir schon wieder auf die Pelle, weil es ihm nicht schnell genug geht.
Noch vor ein paar Jahren habe ich mich dem angepasst, völlig hektisch mein Geld rausgekramt und so schnell ich konnte meine fünf Sachen in den Korb geworfen. Ohne Rücksicht auf Verluste meinerseits.
Heute mache ich das anders.
Ganz in Ruhe packe ich meine Sachen ein, die Eier sollen ja heile bleiben! Danach hole ich entspannt mein Portemonnaie aus der Tasche, bezahle und verabschiede mich freundlich von der Kassenmanagerin.
Mit Glück kommt man dann unbehelligt zur Tür deren Tücken man ja schon kennt. Sie könnte zu langsam aufgehen!
Vielleicht ist einkaufen ja doch kein Vergnügen!
Fotos:
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