"Schläfst du auch so schlecht?"
Ich schau meine Freundin irritiert an und verneine.
Abends leg ich mich ins Bett und wache am nächsten Morgen auf! Dazwischen schlafe ich!!
Ich kann mich noch genau erinnern, ich konnte überhaupt nicht verstehen wie man schlecht schlafen kann! Man hört ja schon manchmal, dass der Schlaf sich im Alter verändert, aber bis dahin ist ja noch Zeit - habe ich gedacht.
Als ich dann die ersten Male nachts aufgewacht bin, dachte ich gar nicht mehr an dieses Gespräch. Ich war einfach nur müde und schwerst genervt. Mit der Zeit bin ich dann immer öfter aufgewacht und selbst das Einschlafen war manchmal schwierig. Nachdem es nicht besser wurde und auch noch andere merkwürdige Phänomene in meinem Leben auftauchten, kam die Erleuchtung: Das sind die Wechseljahre
Sagen dir die Niagarafälle was?
Es wurde immer anstrengender! Am nächsten Morgen fühlte ich mich im wahrsten Sinne des Wortes, wie durch die Mangel gedreht. Es gab nämlich noch eine Steigerung des nächtlichen Unwohlseins:
Wassermassen, Niagarafälle!!
Hätte ich noch nicht schwimmen gelernt, das Seepferdchen hätte ich in meinem Bett machen können.
Ohne Witz, ich habe nachts bis zu fünf Mal das Shirt gewechselt und meine Matratze erreichte den Zustand eines Schwammes, der bis zum Anschlag vollgesogen ist. Über die Bettdecke möchte ich jetzt gar nicht reden..
Ich war frustriert und das Grauen vor der nächsten Nacht legte sich in Form von schwarzen Schatten unter meine Augen. Wow, das hört sich richtig dramatisch an – blöde nur, dass es tatsächlich so war!
Und wie geht schlafen?
Mit dem Schlaf ist das so eine Sache.
Verantwortlich für den Schlaf ist das vegetative Nervensystem, es reguliert unseren Schlaf-Wach-Rhythmus. Sympathikus und Parasympathikus müssen im Gleichgewicht sein, um in die Entspannung und Ruhe zu kommen. Heutzutage ist das leider oft nicht der Fall. Unser Leben ist schnell und stressig. In der Regel ist der Sympathikus viel aktiver als sein Gegenspieler. Das System ist überfordert und der entspannte Schlaf dahin. Auch das Durcheinander der Hormone bringt dieses System ein bisschen aus dem Rhytmus.
Damit der Parasympathikus das tun kann was er tun soll, nämlich „runterfahren“, braucht es bestimmte Voraussetzungen. Die Zeit vor dem schlafen gehen sollte ruhig und ohne äußere Reize sein.
Computer oder Fernsehen direkt vor dem Schlafen ist absolut kontraproduktiv (Es ist kurz nach Mitternacht und ich will gleich schlafen gehen... grins).
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Lichtfrequenz von Computern den Sympathikus anregen und dadurch die Gehirnregion für Kampf und Flucht aktiviert wird. Unser System hat nicht die Möglichkeit sich zu entspannen! Das mit dem Schlafen hat sich dann erst mal erledigt.
Und jetzt?
Ich könnte mich also dazu entscheiden, die Zeit vor dem schlafen gehen anders zu gestalten.
Einfach nur Musik zu hören und vor sich hin träumen wäre zum Beispiel eine gute Vorbereitung um gleich einfacher in den Schlaf zu gleiten. Mein Sohn praktiziert das vorbildlich. Wenn ich sage „Schlaf jetzt“, antwortet er immer „Nein, ich will doch erst träumen“. :D
Auch sehr effektiv ist eine kleine Achtsamkeitsübung oder eine kurze angeleitete Traumreise zu machen. In einem meiner nächsten Artikel werde ich mal eine ganz simple aber mega-effektive Achtsamkeitsübung erklären. Eine meiner Lieblinge!
Falls du diese Ratschläge nicht berücksichtigen magst und gleich im Bett an die Decke starrst weil du nicht schlafen kannst, könnte es passieren, dass fiese kleine Gedanken sich in deinem Gehirn festsaugen: „Jetzt kann ich wieder nicht einschlafen.“ – „Mir wird es morgen wieder ganz schlecht gehen.“ Und der schlimmste Feind ist, „Oh Gott, wenn das jetzt immer so bleibt!!“.
Die Platte hängt
Na toll! Jetzt drehen diese Gedanken wieder Kreise in deinem Kopf! Aber, das muss nicht sein!
Ich lege dir jetzt 2 Geheimwaffen in die Hand! Damit erwischst du natürlich alle Arten von Gedanken! :D
Sobald sich einer dieser fiesen Gedanken um die Ecke wagt, schleuderst du ihm deine Antwort entgegen:
„Na, da bist du ja schon wieder, wie geht`s? Hast nur kurz Zeit? Alles klar, dann bis nächstes Mal!“
Was auch sehr gut funktioniert: Den Gedanken in einer Melodie singen, zum Beispiel die „Alle meine Entchen“-Melodie. Das wirkt so lächerlich, dass man den Gedanken gar nicht mehr ernst nehmen kann und somit verschwindet!
Das mag dir jetzt erst mal komisch vorkommen, aber es funktioniert!
Es ist ganz einfach: Das Bewusstsein ist verwirrt und kann die Aufmerksamkeit nicht mehr auf den Inhalt fokussieren. Jetzt hast du die Möglichkeit, deine Gedanken zu verändern.
Formulier dir einen neuen Gedanken. Zum Beispiel: „Es ist nicht wichtig zu wissen, wie mein Körper es heute schafft, gleich ganz entspannt einzuschlafen.“
So ein Gedanke beruhigt das Gehirn und aktiviert das Unterbewusstsein, jetzt für Schlaf zu sorgen.
Das sind nur einige kleine Anregungen mit dem Thema Schlaf umzugehen. Auch nicht nur in Bezug auf die Wechseljahre. Am besten ist es, wenn wir so achtsam wie möglich mit uns und unseren Bedürfnissen umgehen.
Jetzt wird es Zeit für mich ins Bett zu gehen! Und bald verrate ich euch noch mehr kleine Hilfen für eine entspannte Zeit!
Ich wünsche Euch einen erholsamen Schlaf!
Monja
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