Ende des großen "Hatoto Chili Experiment 2018"
Es ist soweit! Die erste Chili wurde geerntet. Die dicke Berta gab ihr Leben um mir meinem köstliches Chili Con Carne zu verschärfen. Und ich muss sagen, die sie war richtig scharf. Berta war die schärfste Chili, die ich je gegessen habe! Ach die Berta....die war ne Gute!
163 Tage, zwei Umtopfaktionen, dutzendes Umstellen der Töpfe, einige Nerven und unzählige Wassertropfen hat es gedauert bis aus dem kleinen Papierblättchen, dass die Chili Samen in sich trug eine stolze Pflanze wurde, die mit ihren fruchtigen Chilis mein kühnen Küchenkreationen mit der richtigen Portion Schärfe abrundet.
Fast ein halbes Jahr Arbeit steckt in diesen Chilis. Und jetzt steh ich vor einem riesigen Problem. Was mach ich eigentlich mit den knapp 20 Chilis? Meine Freundin und ich kochen zwar viel, aber Chilis kommen bei unsere Gerichten fast gar nicht vor. Allenfalls im Chili con Carne oder zu ein oder zwei Pastagerichten.
Fest steht, dass ich die ein paar Kerne von über den Winter retten will, um nächstes Jahr eine neue Plantage aufzubauen. Ich möchte den Kreislauf einmal vollenden. Wer weiß. Ich denke man sollte den Kreislauf der Natur einfach mal durchmachen, falls irgendwann mal der dritte Weltkrieg ausbricht und wir dringend Chilis brauchen.
Ansonsten habe ich mir überlegt die Chilis zu trocknen. Dafür gibt es auch gute Anleitungen. Ein Pulver oder eine Sauce möchte ich nicht daraus machen. Das Tabasco, dass ich mit den Chili Samen vor einem halben Jahr gekauft habe wurde inzwischen 5 mal benutzt. Es ist also noch mehr als genug da :D. Aber vielleicht mache ich mir so eine Mischung, wie es sie im Dönerladen gibt. oder - der Gedanke kam mir gerade beim Schreiben - ich biete sie der Community an! Ich überlege mir was! Wer möchte, kann mir ein Angebot machen. Versand sollte kein Problem sein.
So oder so habe ich jedenfalls eine Menge gelernt. Subsistenzwirtschaft ist eine ziemlich langwierige Angelegenheit. Man muss lange im voraus planen. Wenn man im Herbst ein Chili con Carne essen will, muss man die Chilis schon im Frühjahr anbauen. Bei mir grenzt es eigentlich schon an ein Wunder, wenn ich es schaffe mich vormittags schon zu entscheiden, was ich mittags oder abends essen möchte.
Wenn ich die Lohnkosten außen vor lasse und lediglich die Materialkosten zu Grunde lege, dann komme ich pro Chili auf etwa auf einen Wert von 1,25 €. Ich glaube dass ich da, trotz Subventionen der EU, nur schwer meinen Lebensunterhalt mit verdienen könnte. Daher studiere ich doch mal lieber weiter. Mist, dann muss ich eben doch Anwalt werden...
Das große "Hatoto Chili Experiment 2018" ist also geglückt. Danke an alle Leser, Fürsprecher und Experten, Upvoter und Reestemer, die mich und meine Plantage auf diesem Weg begleitet haben! Besonderer Dank geht an mein großes Vorbild , ohne dessen Jalapenos Projekt ich niemals in die Welt der Chilizüchter eingestiegen wäre!
Euer Hatoto
Chronik:
Tag 1
Tag 11
Tag 13
Tag 21 -Upfo Alarm
Tag 35 - Die Separation
Tag 60 - Wo brennts denn?
Tag 80 - Nochmal Umtopfen!
Tag 95 - Die ersten Blüten sind da!
Tag 114 - Die erste Schote ist da!
Tag 148 - Die dicke Berta
Tag 163 - Experiment abgeschlossen