Hello friends,
After my tweet or post yesterday on the Green Youth Bavaria's proposal to tax inheritances at a whopping 100%, I noticed a few minutes ago that I was blocked. Without a word. Without a clue. Without an argument. I was simply blocked.
What kind of behaviour is this? Of course they don't have any arguments, but I find it astonishing that they don't deal with my answer at all. I expect more from the youth organisation of a party. What kind of way is that to simply block critics? I didn't use a bad tone, I just expressed my opinion.
I don't think that's okay, because I have the right to inform myself about the work of parties and politicians through publicly accessible sources. This follows from the fundamental right to freedom of information under Article 5 of the Grundgesetz.
Because of this right, judges have to deal time and again with the question of when a politician may and may not block followers. Roughly speaking, one can say that a public official may not block anyone if he uses the Twitter account mainly in the exercise of his office. If he uses the account exclusively or predominantly privately, then he may block users in principle.
The extent to which this also applies to political parties, and in particular to youth organisations of political parties, is likely to be disputed. After all, parties are private associations and do not exercise a direct mandate. However, parties enjoy special rights compared to other private associations (keyword Parteienprivileg). Accordingly, this also entails special duties. Parties should actively contribute to the formation of political will among the people. This is not possible if the citizen cannot read the party's tweets. The Twitter accounts of the parties serve almost exclusively to shape the political will, in particular to inform citizens about their own policies.
In this respect, no other standard may apply to a party's youth organisations. They too must not simply block anyone who does not suit them. After all, the politicians of tomorrow are recruited from their ranks.
But irrespective of the question whether they are allowed to do so, the question arises whether this behaviour is worthy of a party. In my opinion, a politician, or in this case a party, must be able to deal with criticism. A good politician faces the discussion with arguments instead of simply muzzling the opponent.
What the members of the Green Youth Bavaria's did is simple. Convenient. They don't have to argue, whereby they would run the risk of further displaying their incompetence. And the critic is not only banned for this discussion, but also for any further one. This is how you build a bubble in which eventually only those with the same opinion exist. You become blind to other opinions and think that the whole world thinks like you. Other opinions are not allowed. That is not good in a democracy that lives from pluralism of opinion.
Deutsch
Hallo Freunde,
Nach meinem gestrigen Tweet bzw Beitrag zum Vorschlag der Grünen Jugend Bayern Erbschaften mit sagenhaften 100% zu besteuern, habe ich vor wenigen Minuten festgestellt, dass ich blockiert wurde. Ohne ein Wort. Ohne einen Hinweis. Ohne ein Argument. Ich wurde einfach blockiert.
Was ist das für ein Verhalten? Natürlich haben sie keine Argumente, aber dass sie sich so gar nicht mit meiner Antwort auseinandersetzen finde ich erstaunlich. Von der Jugendorganisation einer Partei erwarte ich da einfach mehr. Was ist das für eine Art, Kritiker einfach zu blockieren? Ich habe mich nicht im Ton vergriffen, sondern lediglich meine Meinung dargelegt.
Ich finde das nicht in Ordnung, denn ich habe das Recht mich über öffentlich zugänglichen Quellen über die Arbeit der Parteien und Politiker zu informieren. Das folgt aus dem Grundrecht auf Informationsfreiheit aus Art. 5 GG.
Aufgrund dieses Rechts müssen sich Richter immer wieder mit der Frage befassen, wann ein Politiker Follower blockieren darf und wann nicht. Grob kann man sagen, dass ein Amtsträger niemanden blockieren darf, wenn er den Twitteraccount hauptsächlich in Ausübung seines Amtes benutzt. Verwendet er den Account ausschließlich oder überwiegend privat, dann darf er Nutzer grundsätzlich blockieren.
Inwiefern das auch für Parteien und insbesondere für Jugendorganisationen von Parteien gilt, dürfte umstritten sein. Denn am Ende sind die Parteien private Vereinigungen und üben kein direktes Mandat aus. Allerdings genießen Parteien im Vergleich zu anderen privaten Vereinigungen besondere Rechte (Stichwort Parteienprivileg). Damit sind dementsprechend auch besondere Pflichten verbunden. Parteien sollen aktiv zur politischen Willensbildung im Volk beitragen. Das geht nicht, wenn der Bürger die Tweets der Partei nicht lesen kann. Die Twitteraccounts der Parteien dienen nahezu ausschließlich der politischen Willensbildung, insbesondere der Information der Bürger über die eigene Politik.
Insofern darf für Jugendorganisationen einer Partei kein anderer Maßstab gelten. Auch sie dürfen nicht einfach blockieren, wer ihnen nicht passt. Schließlich werden die Politiker von morgen aus ihren Reihen rekrutiert.
Aber unabhängig von der Frage, ob sie es dürfen, stellt sich die Frage, ob dieses Verhalten einer Partei würdig ist. Meiner Meinung nach muss ein Politiker oder in diesem Fall eine Partei mit Kritik umgehen können. Ein guter Politiker stellt sich der Diskussion mit Argumenten, anstatt einfach den Gegenüber mundtot zu machen.
Was die Mitglieder der Grüne Jugend Bayern gemacht haben ist einfach. Bequem. Sie müssen nicht argumentieren, wobei sie Gefahr laufen würden, ihre Inkompetenz zur weiter zur Schau zu stellen. Und der Kritiker ist nicht nur für diese Diskussion gesperrt, sondern auch noch für jede weitere. So baut man sich eine Bubble, in der irgendwann nur noch diejenigen mit derselben Meinung existieren. Man wird blind für andere Meinung und denkt, die ganze Welt würde so denken wie man selbst. Andere Meinungen werden nicht zugelassen. Das ist nicht gut in einer Demokratie, die vom Meinungspluralismus lebt.