Ins Fettnäpfchen treten? Kann ich. Ende der Geschichte. Start einer kleinen Entschuldigung.
Teil 1 - Entschuldigung
Wer keine Lust auf Geschwafel hat, sollte ganz schnell zu Teil 3 runterscrollen.
Nachdem ich im August eine kleine #Steemit -Pause einlegte, um mich gepflegt wichtigeren Dingen zu widmen, nämlich Computerspielen und schlechter Ernährung, kam mir eine ganz und gar geniale Idee. Ein Post, so dreist, dass er selbst auf den Fidschi-Inseln noch für ein nachbeben sorgen sollte, polarisierend, die Gemüter erhitzend, oder einfach gesagt: Aufmerksamkeitserregend. Weitere ähnliche Posts sollten folgen, die allesamt eine in sich zuammenhängende Geschichte erzählen sollten, die eine fortlaufende Entwicklung darstellen sollten, um sich letzten Endes zu einer netten, kleinen Geschichte zu entwickeln. Der zweite Text, den ich damals geschrieben hatte, war dann allerdings so grottig, dass er recht bald seinen Weg in den virtuellen Papierkorb fand. Nicht weiter schlimm, dachte ich mir und widmete mich wieder wichtigeren Dingen.
Nun stand und steht da jetzt aber ein Text, der im Einzelnen betrachtet nicht viel mehr als ein beleidigendes, beleidigtes und schlecht durchdachtes Abfallprodukt einer in meinem Kopf nicht allzu schlecht klingenden Idee darstellt. Da es nur ein einzelner Post war, habe ich gehofft, dass ihn sowieso niemand lesen würde. Wieso ich mich dennoch dafür entschuldigen möchte: Mit der ein oder anderen Aussage habe ich die viele Arbeit, das Herzblut, dass manche in diese Plattform stecken, mit Füßen getreten. Und damit meine ich sicherlich nicht diejenigen, die, wie ich, ausschließlich für sich selbst arbeiten.
Eines habe ich mittlerweile über #Steemit gelernt/verstanden. #Steemit lebt von der Community, die Community lebt von der Arbeit der Community. Da sitzen keine Angestellten, die an dieser Plattform arbeiten, um sie für den Kunden, der Community attraktiv zu machen, um dann widerrum deren preisgebene Daten weiterverkaufen zu verwerten, diese weiterzuverkaufen um letzten Endes reich und mächtig zu werden.
Die Angestellten sind wir selbst, beziehungsweise diejenigen, die das begriffen haben, denen diese Idee gefällt und die deswegen daran arbeiten, diese Idee größer, praktischer und schöner werden zu lassen. Auch wenn ich an diesem Punkt perfekt zu meinem Gedankenspiel überleiten könnte, möchte ich zunächst noch etwas anderes loswerden.
Teil 2 - Danksagung
Ich möchte mich bei den drei Mitgliedern bedanken, die überhaupt der Grund dafür sind, dass ich mich hier gerade konstruktiv mit mir selbst und mit #Steemit beschäftige. ,
, ohne eure Kommentare unter meinen etwas dubiosen Text anfang September hätte ich wohl nicht weiter Zeit auf #Steemit verbracht! Grüße an dieser Stelle auch an die, die .. und so weiter und so fort. Nein, so ganz kann ich es mir halt doch nicht verkneifen. Und nun komme ich zu meinem Gedankenspiel. Gruß am Rande an mich selbst, da macht sogar der Knastfriseur bessere Übergänge.
Teil 3 - #Steemit als soziales Experiment; die virtuelle Gesellschaftssimulation
Um besser verstehen zu können, worauf ich hinauswill, müssen folgende Behauptungen als Tatsachen vorrausgesetzt werden. Wie hieß das bei Einstein noch gleich? Postulate?
- Steemit wurde von Dan Larimer und Anderen als virtuelle Gesellschaftssimulation in Zusammenarbeit mit einem psychologischen Institut gegründet, um sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob und wie eine Gesellschaft ohne Führung, ohne Regierung funktionieren kann.
- Das Verhalten eines jeden einzelnen entspricht dem Verhalten der Menschen im echten Leben, mit dem einzigen, kleinen Unterschied, dass sich gesellschaftliche Strukturen wesentlich schneller weiterentwickeln
So weit hergeholt finde ich den Gedanken garnicht. Die Gesellschaft #Steemit startete im Jahre 2016 mit ein paar Hanseln, die nicht so recht wusten, was sie nun machen sollten. Das ein oder andere Alpha-Tier hat eine Gelegenheit gesehen und genutzt, um diese Alpha-tiere bildeten sich erste Gruppierungen, Mini-Gemeinschaften schlossen sich zusammen. Die neuen Steemians begannen, sich an die schon etwas Bekannteren anzupassen, andere entwickelten sich weiter. Manche hatten neue Ideen oder halfen den neuen Steemians, bis sich eines Tages Jobs, Berufsrichtungen innerhalb der digitalen Gesellschaft herauskristallisierten. Heute gib es beispielweise die Künstler, die dichten, zeichnen, musizieren oder anderweitig das Leben anderer Steemians bereichern. Es gibt Dienstleister, die größtenteils damit beschäftigt sind, die Steemians mit mehr oder weniger guten Infos über Kryptowährungen, Blogger-Starthilfen oder How-to-be-Veggie-Tutorials versorgen. Es gibt die Techniker, die neue Tools auf den Markt werfen, mitsamt Bedienungsanleitung, es gibt die Socialiser, die einfach nur kommentieren und dabeisein wollen.
Auch das Verhalten der Steemians untereinander erinnert sehr stark an das reale Verhalten der Menschen. Warum sollte es auch anders sein, schließlich sind Steemians ja tatsächlich reale Menschen. (Oooh, Gedankenblitz.) Cliquen bilden sich, den einen mag man mehr, den anderen weniger, der eine ist beleidigt weil der andere dies und das von sich gegeben hat und wenn es einer übertreibt, dann wird er zurecht gewiesen. Nicht vom Staat, nicht von Richtern und Anwälten, sondern von den Steemians. Alles eben wie im ganz normalen Leben.
Und jetzt nehmen wir mal an, dass sich meine zuvor aufgestellten Behauptungen, Thesen, wie auch immer als Humbug herausstellen, was haben wir dann? Kein soziales Experiment, keine digitale Gesellschaft. Viel mehr ist es eine reale Gesellschaft, mit echten Menschen, die hier echtes Geld verdienen, die echte Inspiration und Motivation dank anderer Steemians erlangen können, echtes Wissen, welches weitergegeben wird und das alles innerhalb unddennoch abseits echter Gesellschaften, mit echten Staaten und Regierungen drumherum und dennoch vollkommen unabhängig von diesen? Entwickelt sich #Steemit etwa zu einer Kommune? Zumindest im deutschsprachigen Raum möchte ich behaupten, ja, das sieht mir gewaltig danach aus. Vielleicht trifft der Begriff Kommune es nicht zu einhundert Prozent, aber ich denke, es ist klar, worauf ich hinaus will.
Wie wird sich das in den nächsten Jahren noch weiterentwickeln, wer wird Machtpositionen erlangen, wer wird diese missbrauchen, werden solche überhaupt entstehen? Immerhin ist und bleibt der Mensch ein Mensch. Wird es eines Tages Lager-Bildungen und Streitereien zwischen diesen geben, à la Anhänger gegen
Anhänger? (Sorry, habe nur nach bekannten Namen gesucht.) Wie eng wird internationale Zusammenarbeit werden, wann gibt es den ersten virtuellen Krieg? Nicht nur gegen Einzelpersonen, wie dies ja bereits der Fall war, sondern gegen ganze Personengruppen? Und die entscheidende Frage: Wie groß wird der Einfluss von Steemit auf den Alltag? Bereits nach 2 Jahren gibt es ja schon massenweise Treffen, Feste und ähnliches. Ich werd gespannt an dieser Sache dranbleiben, ihr auch?
Frohe Weihnachten, guten Rutsch und alles, was man sich in diesen Tagen eben so wünschen sollte.