Liebe Freunde des Friedens und der Freiheit,
heute abend zog in Düsseldorf nach der Dämmerung der Himmel bis ca. 22:00 Uhr blank, will heißen die Wolkendecke riss auf und gab den Blick auf den Nachthimmel frei. Dick eingemummelt mit langer Unterbux und Handschuhen also heute der zweite und letzte Versuch den Kometen bei seiner erdnächsten Passage in nur 11.2 Millionen Kilometer zu entdecken.
Obwohl es frostig und eisekalt , war bei frischer Brise aus Westen der Himmel immer noch leicht diesig und vom zunehmenden Mond erhellt so dass man den Kometen erneut nicht mit bloßem Auge entdecken konnte - zumindest nicht in Düsseldorf. Somit konnte man also auch keine Coma im grünlichen Schimmer, wie andernorts berichtet wird, ausmachen.
Gleichwohl gelang es mir zumindest bei längerer Belichtung mit ISO 800 und 30 Sekunden Aufnahmezeit dann doch zumindest eine Andeutung des Schweifsternes aufzunehmen, der sich heute zwischen den Pleiaden und dem Sternbild Stier hindurch mogelt und inzwischen kurz nach Aufnahme des Fotos sich wieder hinter einer geschlossenen Wolkendecke versteckt.
Da wir heute Halbmond haben war der Himmel wesentlich heller als noch vor 4 Tagen, was sicherlich bei weiter dunstigen Verhältnissen den Blick auf den Stargrazer einschränkte.
Aldebaran, ein roter Riese, der das Herz des Stiers bildet und dessen Größe in etwa das 45-fache unserer Sonne beträgt, war dabei als Teil des Wintersechsecks, nicht zu übersehen.
Wenn die Sonne ein Golfball wäre, so hätte Aldebaran also in etwa einen Durchmesser von rund 2 Metern im direkten Größenvergleich, was man beim Blick ins Firmament sicherlich nicht so erwarten würde.
Aldebaran ist inzwischen dabei Helium in Kohlenstoff und Sauerstoff zu fusionieren, was anzeigt, dass diese Sonne im letzten Stadium ihrer Entwicklung sich befindet und damit ein Kandidat für eine Supernova ist. Mit einer Entfernung von rund 66 Lichtjahren wäre er auch nicht allzuweit entfernt von uns. Ein schwarzes Loch dürfte er bei solche einem Ereignis dennoch nicht formen, da er mit 2.5 Sonnenmassen eher zu den Leichtgewichten im Universum gehört.
Schade, dass am errechneten Maximum der Komet sich am Ende zumindest in unseren Breiten mit seinem Erscheinungsbild so stark zurück gehalten hat. Aber vielleicht haben wir ja auch nochmal Glück und ein anderer Stargrazer stattet der Erde einen Besuch ab - ohne diese freilich zu zerstören.
Carpe noctem und Steem on.