Ist das Strafmaß für Ross Ulbricht angemessen?
Liebe Freunde des Friedens und der Freiheit,
liebe Freunde der Liebe und des Glücks,
liebe Mitleser,
Ross Ulbricht sitzt seit mehr als fünf Jahren eine mehrfach lebenslange Haftstrafe im United States Penitentiary Gefängnis in Tuscon ab. Der hochbegabte und intelligente Mann hatte vor seiner Verhaftung und späteren Verurteilung nach seinem Studium der Physik und der anschliessenden Promotion alle Möglichkeiten im System aufzusteigen und ein auskömmliches Leben im relativen Wohlstand zu führen.
Fasziniert von einer liberalen Weltanschauung und als bekennender Anhänger des Anarchokapitalismus - sprich der totalen Befreiung der Marktwirtschaft von staatlicher Einflussnahme, beschloss er vor rund 10 Jahren eine Internetplattform aufzumachen auf der jeder anonym mit jedem anderen auf der Welt handeln konnte. Der Name dieser Internetplattform war Silk road- oder auf deutsch: Seidenstraße.
Doch die Silk Road, sprich die Seidenstraße von Ross Ulbricht, führte ihn offenbar auf die krumme Bahn und vom rechten Wege ab, in dem er über die von ihm ins Leben gerufene Internetplattform den Vertrieb von Drogen und Waffen zuließ und nicht unterband - oder zumindest die Möglichkeit geschaffen hatte, dass dubiose Gestalten und Verbrecher gegen die Menschlichkeit später über die Plattform ihre Geschäfte abwickeln konnten. Zweifelos hätten aber solche Verbrecher sicherlich auch ohne die Plattform Silk Road solche Geschäfte abgewickelt - insofern stellt sich die Frage, ob der Betreiber eines Marktplatzes/Supermarktes für die Anonymität seiner Kunden bei deren Geschäften haftbar gemacht werden kann bzw. zur Verantwortung gezogen werden sollte.
Lange hatten US-Geheimdienste nach dem damals unbekannten Gründer und Betreiber der Seidenstraße gesucht und haben ihn als Dread Pirate Roberts später identifiziert, wobei Ross Ulbricht am Tag seiner Verhaftung von einer öffentlichen Bibliothek aus unter diesem Pseudonym während seiner Aktivitäten durch den US-Geheimdienst festgesetzt wurde. Allerdings zeigt sich im Nachhinein erst nach der Verurteilung von Ross Ulbricht, dass in dem Fall auch Mitarbeiter des US-Geheimdienstes an krummen Bitcoin-Geschäften beteiligt gewesen sein sollen, was ein schlechtes Licht auf die Urteilsfindung in dem Fall wirft und zum Zeitpunkt der Verhandlung und späteren Schuldsprechung durch die Geschworenen, diesen nicht bekannt war.
Möglicherweise wären die Geschworenen in einigen Anklagepunkten zu einem anderen Ergebnis gekommen, wenn sie von der kriminellen Energie der FBI Agenten die in die Bitcoin Machenschaften involviert waren, gewusst hätten.
Freiheit für Ross Ulbricht?
Ross Ulbricht wird, wenn er nicht vom US-Präsident begnadigt wird, als Häftling 18870-111 ohne Aussicht auf ein Leben in Freiheit zusammen mit Pädophilen, Terroristen und Mördern den Rest seines Lebens in einem US-Gefängnis verbringen. Angesichts des Strafmaßes fragt man sich warum mit Kriegsverbrechen nicht ebenso - unbeschadet von Amt und Person - in den USA mit Strafen belegt werden, wie jene bei Ross Ulbricht.
Ist das Strafmaß zu hoch im Falle Ross Ulbricht?
Dieser Auffassung ist die Familie des jungen Mannes, welche nunmehr alles unternimmt, dass Ross Ulbricht vom US-Präsidenten begnadigt und wieder auf freien Fuss gesetzt wird.
Nun - auch wenn Ross Ulbricht im Prozess behauptet hat:
„What we're doing isn't about scoring drugs or 'sticking it to the man'. It’s about standing up for our rights as human beings and refusing to submit when we’ve done no wrong. (…) Silk Road is a vehicle for that message.“
so hat er zumindest eine Mitverantwortung dafür, dass Kriminelle dank seiner Plattform Silk Road im Internet gegen das Nichtagrresionsgebot der Anarchie verstoßen konnten - sprich erleichtert Waffen und Mordwerkzeug handeln konnten - was sie freilich vorher nur unter erschwerten Bedingungen möglich war. Möglicherweise hat er dadurch der Ausübung von Gewalt gegen Menschen in der Gesellschaft Vorschub geleistet - und eine Mitverantwortung für beispielsweise später begangene Morde zu tragen - auch wenn er selber nicht der Täter war. In dem Fall wäre seine Seidenstraße, die er einstmals eröffnete, für sein eigenes Schicksal zum oneway ticket geworden, da sofern dies bewiesen werden kann, seine Aktivitäten den Behilfetatbestand erfüllen würden.
Vorwerfbar ist Ross Ulbricht sicherlich, dass er den Vertrieb von Drogen und Waffen auf seiner Plattform nicht unterbunden hat - insofern sitzt er zurecht eine Haftstrafe ab - egal wie liberal er dabei sein mag - ein Verstoß gegen das Nichtagressionsgebot ist selbst als Anarchiebefürworter nicht tragbar.
Gefühlt wäre für so einen Fall sicherlich eine Haftstrafe von 10-15 Jahren gerechtfertigt. Unklar bleibt ob er selber einen Mordauftrag vergeben hat, wie die korrupten FBI Agenten behauptet haben. Wenn nicht, dann erscheint mir eine lebenslange Haftstrafe nicht angebracht, es sei denn man verurteilt auch jene zu lebenslangen Haftstrafen, die andere Länder in völkerrechtswidrigen Kriegen in Schutt und Asche legen und dabei den millionenfachen Tod von unschuldigen Menschen, Frauen und Kindern in Kauf nehmen.
Zumindest sollte diskutiert werden, ob Ross Ulbricht nicht doch eines Tages begnadigt werden sollte, so denn man auch Gerechtigkeit beim Strafmaß walten lassen will und dies nicht nur einseitig auf die Zivilbevölkerung eines Landes ausübt...
Ulbricht war ein junger Mann, als er seine Träume einer freien Welt auf den Weg brachte. Offen bleibt allerdings, ob schlussendlich nicht doch die Gier nach Reichtum und Ansehen ihm zum Verhängnis wurde und ihn vom rechten Pfad brachte. Falls ja, so wäre sicherlich zu klären, ob er weiterhin eine Gefahr für das Leben anderer Menschen darstellt.
Dies heraus zu finden dürfte freilich nur möglich sein, wenn er wieder ein Leben in Freiheit leben dürfte, was aber vermutlich niemals mehr der Fall sein wird. So wird der intelligente und hochbegabte Kopf liberaler Ansichten vermutlich bis an das Ende all seiner Tag im Hochsicherheitstrakt irgendeines US-Gefängnis verbrinen müssen - ohne Aussicht auf erneute Teilhabe an einem Leben in Freiheit.
Der Fall Ulbricht zeigt klar, wie wichtig es ist, dass auch in einem Zustand der Anarchie die Grundregeln des Lebens in Freiheit - insbesondere die Beachtung des Nichtagressionsgebot - von Bedeutung sind und wie ein jeder Verantwortung auch für die Beachtung und Respektierung der Freiheit seiner Menschen trägt.
Anarchie kann nicht bedeuten, dass man Waffen zur Gewaltausübung oder Drogen in Umlauf bringt, welche das Leben und die Zukunt, wie auch die körperliche Unversehrtheit der Mitmenschen beschädigt. Dies gilt im übrigen auch für die Möglichkeit eines Staatsanarchismus und deren Vertreter....
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Quelle:
1. Nummer 25 lebt! - Artikel über den Beginn des neuen Sonnenzyklus//Spekturm der Wissenschaft 4. Dezember 2019
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