Macrofoto einer rotflügeligen Ödlandschrecke - lat. Oedipoda germanica - Foto und Copyright - www.indextrader24.com
Die zur Familie der Feldheuschrecken gehörende rotflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda germanica Latreille, 1804) steht in Deutschland auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten in der Kategorie 1. Vor drei Wochen entdeckte ich bei brütender Hitze im Naturschutzgebiet der Urdenbacher Kämpe im Flusskies diesen seltenen Vertreter aus der Gruppe der Heuschrecken.
Der gleich einem Stein perfekt getarnte "Steinhüpfer" ist äusserst schwer zu entdecken - ähnelt er doch seiner Umgebung wie ein Stein dem anderen und ist damit perfekt gegen potentielle Fressfeine getarnt.
Oedipoda germanica sieht aus wie ein Stein, kann aber bis zu 90 Zentimeter hochfliegen - Foto und Copyright - www.indextrader24.com
Dieses an die Zeit der Dinosaurier und eher an ein aus Urzeiten stammendes Reptil erinnernde Geschöpf der Natur ist ein echter Überlebenskünstler und braucht ein möglichst buschloses, baumarmes und vor allem steiniges und vegitationsarmes felsiges Habitat. Der Hauptlebensraum dieser an Extrembedingungen gut angepassten und wärme und trockenheitsliebden Heuschreckenart erstreckt sich daher in unseren Breiten in erster Linie auf Steinbrüche und Südlagen von Weinbergen.
Durch die zunehmende Intensivierung der Nutzung der Flächen gehen die Bestände dieser seltenen Heuschreckenart in Deutschland kontinuierlich zurück.
Es ist vermutlich äusserst selten, dass man Vertreter dieser Gattung im Flusskies von Pionierfluren entlang von fliesenden Gewässern wie dem Rhein entdeckt. Scheinbar hat dieser Vertreter der selten gewordenen Ödlandschrecken am Rhein im Düsseldorfer Süden für sich jedoch einen neuen Lebensraum entdeckt und erobert, wobei ich mich frage wie die Eier, die in der Regel in den Boden oder unter den Steinen in oktaedrische Packs abgelegt werden, die wiederkehrenden Überflutungen am Rheinufer mitsamt der starken Rheinströmung über Wochen und Monate überstehen können ohne Schaden zu nehmen.
Die Ausbreitung dieser Heuschrecken erfolgt regional - sprich sofern keine ausgeprägte Verbuschung vorhanden ist, können Mänchen dieser Heuschreckenart bei einer maximalen Flughöhe von 90 Zentimetern in einem Umkreis von bis zu 500 Metern um ihren Lebensraum sich auf die Suche nach einem meist ortständigen Weibchen machen und somit eine Ausbreitung der Population nebst genetischer Durchmischung begünstigen.
In Deutschland trifft man diese selten gewordene Heuschreckenart nur noch in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen an. Umso überraschender ist es, dass mir ein Exemplar im Rheinkies an der Urdenbacher Kämpe begegnete. Es gelang mir, nachdem ich mein Smartphone geholt hatte, dennoch an dem weitläufigen Kiesbett ein Expemplar auf den Speicher meines Handys zu bannen.
Typisch für Oedipoda germanica sind die kurzen Fühler und die meist zwei bis drei helldunklen Querstreifen auf den Vorderflügeln - Foto und Copyright - www.indextrader24.com
Dieser Art kann leicht mit der blauflügeligen Ödlandschrecke verwechselt werden. Die Ende der Hinterflügel bei Oedipoda germanica sind meist etwas transparent. Laut Google wird diese Heuschrecke in Europa nur selten beobachtet. Vermutlich dürfte sie aber häufiger beobachtet als gemeldet werden - was jedoch nichts daran ändert, dass diese Heuschreckenart in Deutschland vom Aussterben bedroht ist.
Location of the presented observation of the redwinged grashopper in Germany - Quelle des Bildzitates: Google bzw. natur-gucker.de
Wie diese Heuschrecke an diesem Flussufer die Extrembedingungen mitsamt alljählicher Überschwemmungen überlebt ist mir ein Rätsel - doch scheinbar ist Oedipoda germanica auch in der Lage wochenlange Überflutungen während der Winterhochwasser unbeschadet zu überstehen...
CH: VU (Verletzlich)
DE: 1 (Vom Aussterben bedroht)
AT: EN (Stark gefährdet)
Europa: LC (Nicht gefährdet)
| Category: | Macrophotography Nature |
|---|---|
| Camera: | Xiaomi Redmi Note 8 |
| Lens: | Quad Lens Smartphone |
| Aufnahme: | 9. August 2020 temperature at this day: around 28-38°C |
| Location: | Düsseldorf Rhine Urdenbacher Kämpe Kilometer 721 / Germany |
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