...eine kaputte Melone erobern ist schon bemerkenswert. Sobald die natürlichen Grenzen einer voll im Saft stehenden Melone wegfallen, machen sich Herrscharen von Ameisen über die süße Frucht her.
Schlecht für jene, welche die Frucht ursprünglich nutzen wollten - gut aber für die Ameisen, die damit ihren Ameisenstaat weiter vergrößern und ausbauen können und die gewonnenen Freiheiten zu ihren Gunsten zu nutzen wissen.
Natürlich wird sich der Ameisenstaat angesichts solcher für die Ameisen paradiesischer Umstände weitaus stärker ausbreiten als ohne Melonengeschenk zu erwarten gewesen wäre. Die Melone wird somit zum Sinnbild für die effiziente Nutzung eigens entwickelter Strategien durch Sprossung (Polydomie) neue Kolonien, die sich später zu Superkolonien verbinden, einen Vorteil im natürlichen Ökosystem zu erhaschen.
Es steht außer Frage, dass ohne die Systembedingte Schrottung der Melone, die Ameisen nicht in der Lage wären ihre eigene Position im Ökosystem durch den forcierten Aufbau an neuen Kolonien in beschleunigtem Maße auszubauen.
Für die Melone ist ein solcher Ameisenbefall hingegen wenig hilfreich, da es ihrer Ausbreitung wenig förderlich, ja genau genommen sogar hinderlich ist, weil die eigene Saat durch den Wegfall des Fruchtfleisches der Melone ungeschützt den widrigen Umwelteinflüssen zunehmend ausgesetzt wird, was sich spätestens im Folgezeitraum negativ auf die Melonenpopulation auswirken dürfte.