Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!
Den 19. Mai begeht die internationale Gemeinschaft als den Museumstag.
Dies sollte Grund genug sein, sich seiner Wurzeln zu erinnern und zu bestaunen, was unsere Vorfahren uns hinterlassen haben.
Dabei sollte sich nicht nur Bewunderung für die Leistung vorangegangener Generationen einstellen, sondern auch die Erkenntnis, daß Fortschritt auch mit Rückschritt verbunden ist. Viele der einst geläufigen Techniken und Fertigkeiten gingen über die Zeit verloren. Gerade das Gebiet der angewandten Kunst verzeichnet hier einen eklatanten Niedergang. Kompensiert wird er nur zum Teil durch den Profit, den die Verfahren zur Restaurierung beschädigter Werke aus der industriellen Weiterentwicklung ziehen.
Diese Einsicht gemahnt nicht nur zu Demut gegenüber den Schöpfern der uns überlassenen Schätze, sondern auch zu sorgsamem und pfleglichem Umgang mit ihnen.
Der Teil-Verlust von Notre Dame rief der darüber konsternierten Menschheit in Erinnerung, wie achtlos und selbstverständlich wir mit unersetzlichen Dingen umgehen. Erst wenn etwas verschwunden ist, wird bewußt, daß selbst Monumente mit vermeintlicher Ewigkeitsdauer diese nicht garantiert besitzen.
Der kuratorische Aspekt der Museen tritt heute bedauerlicherweise oft zurück hinter reißerischen temporären Veranstaltungen, die mehr mit Kommerz als mit Kunst einhergehen und Geld in die leeren Kassen spülen sollen. Der eigentliche Auftrag von Museen, die sich der Dokumentation und Konservierung, sowie der Vermittlung von Wissen widmen sollen, wird dabei verfehlt.
Durch einen Besuch traditioneller Ausstellungen trägt man dazu bei, dieser Fehlentwicklung entgegenzuwirken. Der internationale Museumstag wäre ein guter Anlaß, sich die reiche Welt der Museen zu erschließen. Er ist nicht der einzige Tag, an denen diese ihre Pforten in Erwartung von Besuchern geöffnet halten, aber vielleicht ein probater Einstieg, um eine neue Leidenschaft zu entdecken.