Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!
Ein Wisent schwimmt über die Oder und wird auf Anordnung des örtlichen Ordnungsamtes von deutschen Jägern erschossen.
Diese Geschichte weist mehrere Facetten auf.
Ein Vertreter einer der seltensten Tierarten wird vollkommen sinnlos erschossen, weil ein so ignoranter wie feiger Leiter des Ordnungsamtes glaubt, kein Ermessen zu einer anderen als dieser Anordnung zu haben. Er geht fälschlicherweise davon aus, daß Sicherheit Vorrang habe und verkennt, daß nachweislich keinerlei Gefährdung von diesem Tier ausgeht.
Eine Parallele dazu bildet der Fall, in dem der Zoo Leipzig Muntjak-Hirsche tötet, weil eine EU-Verordnung gegen Neozoen eine Ausnahmeregelung für Zootiere vergaß (!). So arbeiten, nebenbei bemerkt, hoch dotierte EU-Idioten. Von Zootieren geht per se keine Gefahr für die heimische Fauna aus. Die (Un-)Verantwortlichen des Leipziger Zoos haben sich durch diese am Buchstaben einer ohnehin absurden Verordnung orientierte Verhaltensweise für ihre Aufgabe eindeutig disqualifiziert.
Hinter diesem Verhalten steht folgende Haltung:
Ich selbst lernte zu Beginn meiner Laufbahn alsbald den omnipräsenten Kollegen "schwarzer Peter" kennen. Alle erzählten beständig von ihm, und daß man ihn nicht haben dürfe. Da fragt man sich als Neuling schon mal, ob die gesamte Tätigkeit sich nur daran orientiert.
Festzustellen ist das Paradoxon, daß einer gesetzlosen deutschen Regierung eine Verwaltung gegenübersteht, die roboterhaft ohne Hirn, aber mit Vollkaskomentalität jegliches Risiko zu meiden trachtet, sei es auch noch so entfernt. Einerseits werden auf Regierungsebene Gesetze sanktionslos übertreten, was unermeßliche Schäden auslöst, für die jedoch niemand haftet. Andererseits lebt die untere Ebene pharisäerhaft an Buchstaben, ohne ihren Sinn zu erfassen, und scheut jegliche Verantwortung.
Es ist dringendst geboten, einerseits eine strenge Haftung für Fehlentscheidungen und Gesetzesübertretungen einzuführen, und andererseits auf Verwaltungsebene ein reflektiertes, an der Sinnhaftigkeit orientiertes Verhalten an den Tag zu legen, das sich nicht durch ein sich praktisch nie manifestierendes Restrisiko leiten und paralysieren läßt.
Die Wut über den Verlust dieses wertvollen Tieres ist absolut nachvollziehbar. Wer sich allerdings einen Umweltverbrecher als Umweltminister leistet, bewohnt ein Glashaus, das ihn nicht zum Steinewerfen beruft.
Deutsche und Polen werden niemals Freunde sein. Etwas anderes anzunehmen, wäre vermessen. Existierende Antagonismen müssen erkannt und akzeptiert werden. Die Vorstellung von Völkerfreundschaft mutet naiv an, transponiert sie doch einen zwischenmenschlichen Begriff auf eine Ebene, wo er nicht hingehört.