Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!
Eine Sprache ist nicht statisch; sie verändert sich im Laufe der Zeit, so wie die Phänomene des Lebens, die sie beschreibt. Neue Erfindungen und Entdeckungen müssen benannt werden. Neue Situationen müssen sprachlich erfaßt werden. Die Sprache reagiert darauf.
Auch ohne Neuerungen unterliegt eine Sprache dem Wandel der Zeit. Begriffe und Formulierungen geraten aus dem Sprachgebrauch. Neue Wendungen kommen auf. Die aktuelle deutsche Sprache unterscheidet sich sehr wesentlich von der unserer Vorfahren. Die sprachliche Entwicklung verläuft in einem stetigen, graduellen Prozeß.
Im Duden haben gerade einige neue Begriffe Aufnahme gefunden.
Dabei ist die Tendenz zur Anleihe aus anderen Sprachen unverkennbar. Dies zeugt von einem beunruhigenden Mangel an Phantasie und Anstrengungsbereitschaft, um nicht gleich von Sprachfaulheit zu sprechen. Geradezu absurd mutet es an, wenn ausländische Begriffe eingeführt werden, obwohl eine deutsche Entsprechung dafür bereits existiert.
Wenn wir gleich große Teile des englischen Wortschatzes übernehmen, verlieren wir nicht nur die Sprache der Dichter und Denker, sondern grenzen auch viele Landsleute aus. Nicht alle beherrschen Englisch; und von denen, die glauben, es zu tun, erliegen viele einer Selbsttäuschung. Man bedenke nur, wie weit man mit diesem Selbstbetrug kommen kann und denke an Angela Kasner und Günther Oettinger. Ignoranten Pseudo-Weltbürgern haben wir den Unfug des „Handy“ zu verdanken. Es klingt englisch; merkwürdig nur, daß kein englischer Muttersprachler es versteht. Woran das nur liegt?! Man wird vergeblich darauf warten, daß Amerikaner ihre Begeisterung für das „Handy“ entdecken und dafür das „mobile phone“ aufgeben. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
Einige Beispiele:
a) Wozu braucht man das dem Dänischen entlehnte Wort „hygge“, das für „gemütlich“ steht? Muß man es übernehmen, nur weil dänische Möbelhäuser damit werben? Der Werbung verleiht es durchaus originellen Lokalkolorit. Es genügte jedoch, das Wort ggf. in den passiven Wortschatz aufzunehmen. Im Duden hat es nichts zu suchen.
b) Das Wort „fake“ ist in der deutschen Sprache so willkommen wie das, was es umschreibt: Betrug, Schwindel, Fälschung. Diese drei Begriffe stehen für die Variationsbreite, Differenziertheit und Präzision der deutschen Sprache, wohingegen der englische Begriff Spracharmut verkörpert. Warum tauschen wir mehr für weniger ein? Für „fake news“ haben wir die bewährte „Ente“. Wir dürfen sie nicht auf dem Altar vermeintlicher Weltläufigkeit rösten.
c) „Selfie“ ließe sich mit „Eigenaufnahme“ oder „Selbstaufnahme“ übersetzen. Daß es überhaupt dieses Wortes bedarf, legt Zeugnis für eine um sich greifende narzißtische Abartigkeit ab - eine Persönlichkeitsstörung, die auf einem Mangel an echtem Selbstwertgefühl beruht. Viele dieser Selbstphotographen entdecken erst später auf ihren Aufnahmen, wo sie waren. Sie hätten ihre Aufmerksamkeit lohnender ihrer neuen Umgebung gewidmet. Oder war der Reisezweck nur Angeberei?
d) „Work-life-balance“: Auch mit diesem Wort wird eine Entwicklung beschrieben, die nachhaltig unerfreulich ist. Es grenzt die Arbeit schon verbal aus dem Leben aus, als ob erstere nicht integraler Hauptbestandteil des letzteren wäre. Offensichtlich empfinden viele ihren Beruf nicht mehr als Berufung und Passion, weswegen sie den Weg in die innere Emigration antreten und sich ins Private zurückziehen. Die Endstation ist dann das bedingungslose Grundeinkommen - bezahlter Müßiggang. Dies führt zum unvermeidlichen Niedergang unserer Wirtschaft und Gesellschaft. „Work-life-balance“ muß zum Unwort des Jahres ernannt und völlig aus dem Sprachschatz verbannt werden, denn Sprache ist durchaus geeignet, die Mentalität zu beeinflussen.
e) Wer einen „jumpsuit“ trägt, trägt einen Strampelanzug, denn ein „jumpsuit“ wird durch den Anglizismus zu nichts Besserem. Wer keinen Strampelanzug tragen will, sollte auch den “jumpsuit“ meiden, zumal wenn er älter als zwei Jahre ist.
f) Ein weiterer sprachlicher Infantilismus ist der „Späti“. Braucht man ihn? Ein absolut überflüssiges Wort! Wenn man nach 20.00 Uhr einkaufen geht, kann man einfach sagen, man gehe nun einkaufen. Die Uhr verrät dann schon, was die Stunde geschlagen hat.
g) „Low carb“ bedeutet kohlenhydratreduziert. Kann man das nicht so auch sagen? Dann verstünde es auch jede/r ohne den Duden unter dem Arm.
h) Sind Sie ein „Flexitarier“? Ach, Sie wissen nicht, was das ist? Dann liefern Sie gerade den Beweis für die Redundanz dieses Begriffes, den man erst erklären muß, weil ihn ohne Umschreibung niemand versteht.
i) „Emoji“ kommt aus dem Japanischen und bereichert willkommen die deutsche Sprache für etwas Neues, das seinen Ursprung in Japan und von dort aus die Welt erobert hat. Dafür einen deutschen Begriff zu erfinden, verspräche kaum eine bessere und prägnantere Lösung.
j) Regionalismen und Dialektausdrücke sind im Duden fehl am Platze. Im Norden weiß man, was „Tüddelkram“ bedeutet; in Bayern wird man diesen Begriff nie benutzen.
Die in der Titelzeile gestellte Frage sollte sich als rennender Witz („running gag“) eigentlich schon längstens tot gelaufen haben, entbehrt er doch echter Originalität. Ob der Autor des Fehlers über dessen Popularität wirklich glücklich ist, darüber kann man nur spekulieren. Vielleicht verhilft ein Gehirnsturm („brain storming“) zu Erkenntnissen. Wenn es jetzt auch noch erstrebenswert erscheint, wie Greta Thunberg zu schreiben, stellt sich die Frage, warum negative Abweichungen von der Regel solche Attraktion entfalten. Geht die Faulheit viral?
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/wissenundtechnik/hygge-selfie-und-postfaktisch-–-die-neuen-wörter-des-dudens/ss-AAHyv2X?ocid=spartanntp
https://steemit.com/deutsch/@isabellaklais/von-idioten-fuer-idioten-10-jahre-sprachpanscherei
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/schreiben-wie-greta-thunberg/ar-AAIIE3J?ocid=spartanntp