Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!
Die Überlegungen zu den finanziellen Bezügen Alexander Gersts für seine Mission im All sind leider bezeichnend für das in unserem Lande grassierende Neidsyndrom.
Gerst hat als promovierter Geophysiker eine anspruchsvolle Ausbildung aufzuweisen und verfügt auch schon über Erfahrung im All. Jetzt wird er unter sehr speziellen und sicher nicht immer angenehmen Bedingungen ein halbes Jahr auf der Raumstation verbringen, wo er bedeutsame Experimente für Medizin und Industrie vornimmt. Davon werden die Wissenschaft, die Wirtschaft und viele Menschen profitieren.
Möchten wirklich viele mit ihm tauschen, von ihrer Qualifikation einmal abgesehen? Das ist kein Abenteuerurlaub. Gerade von denjenigen, die anderen schnell Mißgunst entgegenbringen, wären wenige zu vergleichbarem Einsatz bereit. Viele schrecken bereits vor weitaus geringeren Risiken zurück, als der Lebensgefahr, mit der ein solches Unternehmen verbunden ist. Die meisten könnten sich kaum vorstellen, den Mißlichkeiten der Schwerelosigkeit ausgesetzt zu sein, ein halbes Jahr von zu Hause wegzubleiben und auf relativ eintönige Kost verwiesen zu sein.
Natürlich darf jemand, der außergewöhnliche Leistungen erbringt, auch dementsprechende Gegenleistungen erwarten.
Dieselben Neidhammel finden wenig auszusetzen an den unangemessenen Gagen, die für wertlose bis schandmäßige Medienauftritte asozialer „Stars“ oder für die im Sport üblich gewordenen Gehälter gezahlt werden.
In dieselbe Kerbe schlägt die OECD mit ihrer Behauptung des zementierten sozialen Status in Deutschland, die durch ständige Wiederholung nicht richtiger wird. Kaum eine Gesellschaft ist so durchlässig wie die deutsche.
Wer einen Blick zu unseren französischen Nachbarn wirft, wird feststellen, daß dort die Kinder bereits in den Vorschulen auf das Ziel „Grande École“ trainiert werden. Nur, wer eine solche später erfolgreich absolviert hat, hat einen Fahrschein zum Erfolg gelöst.
Wo geschieht denn Vergleichbares in Deutschland? Leider nirgendwo, denn hier etabliert sich immer weiter die Bildungsferne und Leistungsverweigerung mit einer stark nivellierenden Tendenz.
Daß gutsituierte Eltern mehr für ihre Kinder tun können und hoffentlich auch tatsächlich tun (sonst wären sie ja Rabeneltern), stellt eine Binsenweisheit dar, die weltweite Gültigkeit besitzt. Dabei handelt es sich um kein deutsches Phänomen.
Die Durchlässigkeit der deutschen Gesellschaft erweist sich inzwischen schon als bedenklicher Nachteil.
In Politik und Medien werden Einkommen erzielt, die in absolut keinem Verhältnis stehen zu Qualifikation und Leistung der Betreffenden. Kaum einer der Politikerlinge verfügt über eine solide Ausbildung. Von den wenigen, bei denen das scheinbar der Fall ist, müssen diejenigen abgezogen werden, die schon dabei betrogen haben. In einem Beruf erfolgreich bewährt hat sich so gut wie keiner. Welches andere Land hat, bzw. hatte einen kriminellen Schulversager aus der Unterschicht als Außenminister? Der Selbstbedienungsladen Deutschland macht ’s möglich.
Wichtig für Deutschland ist die Unterscheidung zwischen echter Leistung und unwerter Nicht-Leistung. Leistung muß sich wieder lohnen – aber nur die wirkliche. Um diese zu ermöglichen, müssen Talente entdeckt und erforderlichenfalls gefördert werden. Das aber schließt Nivellierung auf niedrigstem gemeinsamem Niveau aus, wie das heute geschieht. Auch der Import bildungsferner Schichten ist damit unvereinbar.
Zu Deutschlands Profit müssen auch wir französischer und japanischer werden.
https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/studie-zur-chancengerechtigkeit-sozialer-aufstieg-in-deutschland-bleibt-die-ausnahme-–-oecd-fürchtet-vergeudung-von-talent/ar-AAyGiF3
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/video/alexander-gerst-auf-iss-das-gehalt-des-astronauten-im-all/vi-AAyAu7T?ocid=spartandhp