Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!
Das ist aber ein enttäuschender Einstand. Etwas mehr hätte man Friedrich Merz doch schon zugetraut. Nun jedoch schießt er gleich ein Eigentor.
Friedrich Merz tritt an, um der AfD Wähler abzuwerben - vor allem solche, die früher für die CDU zu stimmen pflegten. Da unter den AfD-Mitgliedern viele selbst früher dieser Partei angehörten, dürfte dort das Reservoir an Abtrünnigen tatsächlich nicht unerheblich sein.
Da überrascht es doch, wenn er die AfD pauschal als offen nationalsozialistisch einstuft. Im Umkehrschluß bedeutet dies nichts anderes, als daß er Nazis umwirbt.
Das zeigt, daß man mit derartigen Kampfbegriffen lieber vorsichtig hantieren sollte. Vor dem Reden nachzudenken, wäre auch nicht falsch.
Offenbar werden Wähler reflexartig diffamiert, wenn sie nicht, nicht mehr oder noch nicht wieder die eigene Partei unterstützen. Wer nicht für uns ist, ist Nazi? Der Souverän, bereits an vieles gewöhnt (Sigmar Gabriel: „Pack“), wird es sich merken.
So wird die Abwerbung bereits im Versuchsstadium scheitern. Bedauerlich ist das nicht. Wer so agiert, disqualifiziert sich selbst. Vielleicht sollte der Kandidat es einmal seriös mit Sachthemen, an Stelle von Verunglimpfungen, versuchen.
Beginnen könnte er ja mal mit dem hochaktuellen Thema „Migrationspakt“. Für wie dämlich hält man von Seiten des Regimes eigentlich die Bürger, wenn man ihnen erklärt, der Migrationspakt läge in deutschem Interesse und zur Begründung anführt, man wolle dadurch andere Staaten dazu anhalten, die Standardversorgung von Migranten an das deutsche Niveau anzupassen, damit letztere nicht mehr in solch großer Anzahl nach hier strebten?! Das Mittel dazu ist wohlgemerkt ein nicht rechtsverbindliches Abkommen! Die Absenkung des Versorgungsstandards in Deutschland hätte das Regime selbst in der Hand. Damit würde dieser angeblich angestrebte Erfolg garantiert erreicht. Dazu braucht man nicht auf unverbindliche und erwartungsgemäß nutzlose Appelle an andere Staaten zu setzen.
Sind die Vertreter dieses Regimes so blöd, oder tun sie nur so? Sie sind es tatsächlich, denn wer sein Gegenüber derart unterschätzt, kann nur mit Dummheit gestraft sein. So gesehen paßt Herr Merz vorzüglich in diese Riege.
Sich auf Sachthemen zu konzentrieren, wäre auch der AfD angeraten. Die Grünen sind nur deswegen zur Zeit erfolgreich, weil ganze Themengebiete unbesetzt bleiben. Die Grünen leben nur noch von dem Anschein von Kompetenz in Bereichen, in denen sie diese tatsächlich überhaupt nicht besitzen. Personen kommen und gehen. An ihnen kann man sich nur bedingt abarbeiten. Ein solides, breit angelegtes Programm mit Lösungsansätzen überzeugte eher und nachhaltiger. Sich bei ihren Andockversuchen an die CDU ständig eine Abfuhr zu holen, sollte selbst den CDU-U-Booten in der AfD langsam peinlich werden.