Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!
Es fällt schwer zu glauben, was man hier liest, und es dem Führer eines Staates zuzuschreiben, der für sich nicht nur einen Platz in der zivilisierten Welt beansprucht, sondern sich anmaßt, diese führen zu wollen.
Donald Trump warnt den Iran vor Vergeltungsaktionen wegen des von den USA ausgeführten Mordes an General Qassim Sulaimani mit den Worten: „ Die für den Iran und dessen Kultur teils sehr bedeutsamen Orte auf der Liste würden sonst sehr schnell und sehr hart angegriffen.“
Damit stellen die USA sich auf eine Stufe mit den Taliban-~ und IS-Terroristen, die die Statuen von Bamiyan, respektive die antike Stadt Palmyra zerstörten. Nichts anderes als Kriegsverbrechen werden hier angedroht.
Fällt es tatsächlich schwer, das zu glauben? Wer diese Frage bejaht, verfügt über ein sehr kurzes Gedächtnis. Man braucht nicht lange in der Geschichte zurückzugehen, und es drängen sich spontan Assoziationen auf wie:
- Dresden und Rheinwiesenlager (Ermordung deutscher Zivilisten und Kriegsgefangener),
- Hiroshima und Nagasaki (Atombombenabwürfe),
- Agent Orange und My Lai (Entlaubung und Massaker, Vietnam).
Hinzu kommen zahllose völkerrechtswidrige Angriffskriege, Kriege unter falschem Vorwand und die Ermordung mißliebiger ausländischer Politiker, zu denen sich nun auch Sulaimani einreiht.
Qassim Sulaimani unterschied von Gestalten wie Usama Bin Ladin, daß es sich bei ihm um keinen Terroristen handelte, sondern um einen ausländischen Politiker. Und selbst die Liquidierung Usama Bin Ladins ohne Gerichtsverfahren ist als völkerrechtswidriger Akt zu werten. Wer dagegen ins Feld führt, Sulaimanis Weg sei mit zahlreichen Opfern gepflastert gewesen, muß zwingend die Frage bejahen, ob auch Schergen wie die der saudische Führung zum Abschuß freigegeben seien.
Es mögen einige Interesse am Tod Sulaimanis gehabt haben. Sollte Israel der spiritus rector des Mordes gewesen sein, hätte es sich einen Bärendienst erwiesen, denn noch größer als das Interesse an der Eliminierung Sulaimanis, dürfte das gewisser Kreise in den USA an der Abwahl Donald Trumps aus seinem Amte sein, der sich gerade um Kopf und Kragen redet und bombt. Mit ihm aber verlöre Israel den größten Förderer im Weißen Haus, den es je hatte.
Es weist vieles darauf hin, daß Sulaimani nur vordergründig, wenn auch nicht unabsichtlich, ins Visier geriet, während das eigentlich anvisierte Ziel der Hauptprotagonist selbst war. So hofft man, sich zweier lästiger Gegenspieler entledigt zu haben. Wenn diese Rechnung aufgeht, erledigte einer den anderen und damit gleich auch sich selbst. Eine unübertreffliche Meisterleistung von effizienter Vorgehensweise! Das wäre der alte Dolchstoß, neu interpretiert.
Gerade fällt die Opposition unisono öffentlich über Trump her, anstatt sich solidarisch und loyal hinter dem Präsidenten zu versammeln, wie es gute Amerikaner angesichts einer Bedrohung aus dem Ausland doch zu tun pflegen.
Was hier vor sich geht, hat mindestens so viel mit US-amerikanischer Innenpolitik, wie mit Nahostpolitik zu tun.
Über alle Beteiligte aber ist das Urteil längstens gefallen. Wer den Präsidenten instrumentalisiert, damit er durch Verbrechen sich selbst abschießt, steht dem Täter in nichts nach. Donald Trumps Hybris und intellektuelle Insuffizienz verhindern seine Erkenntnis, daß er sich gerade demontiert. Er verkörpert Täter und Opfer in Personalunion.
Summa summarum: Die USA sind ein Schurkenstaat, ganz gleich, wer dort das Ruder führt - und nicht erst seit heute. Das ist systemimmanent angelegt; und dementsprechend suchen sie sich ihre Verbündeten.
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/trump-warnt-iran-vor-racheakten-–-„würden-52-ziele-angreifen“/ar-BBYCWPe?MSCC=1578226419&ocid=spartandhp
https://www.counterpunch.org/2020/01/03/after-mossad-targeted-soleimani-trump-pulled-the-trigger/