Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!
Wer nämlich mit h schreibt ist dämlich. Diese Gedächtnisbrücke für Schulkinder besitzt nach wie vor uneingeschränkte Gültigkeit.
Die Sprache, gesprochen und geschrieben, stellt ein wichtiges Medium der Verständigung dar. Darüberhinaus vermag sie auch Eroberungsfeldzüge ohne Truppen zu unternehmen. Diese Funktion scheint hierzulande noch wenig ins Bewußtsein gedrungen zu sein.
Am Beispiel der USA wird ersichtlich, wie Kulturimperialismus funktioniert, und welcher Stellenwert der Sprache dabei zukommt.
Während einige europäische Staaten (Frankreich, Spanien, Portugal, GB) ihre jeweilige Landessprache ihren Kolonien als „Kultursprache“ aufzwangen und bis heute keine Mühe scheuen, dieses Erbe zu erhalten, erreichten die USA die Verbreitung ihrer Sprache über den Weg des Anreizes. Vermittels US-amerikanischer Filme, US-amerikanischer Musik, US-amerikanischer Technik, US-amerikanischen Erzeugnissen wurde auch die Sprache transportiert. Ein geschickter Schachzug! Während Zwang schnell Widerstand hervorruft, basiert das Anreizsystem auf Freiwilligkeit, die nicht immer so ganz freiwillig ist, was den Betroffenen aber nicht ins Bewußtsein dringt. Im Vordergrund stehen der Wunsch und die Notwendigkeit, die Fremdsprache Englisch zu erlernen, um in ihr verfaßte Texte verstehen zu können. Ohne Englisch bleibt einem die IT-Welt verschlossen. Englisch ist die Sprache der Finanzwelt.
Inzwischen hat die Verbreitung des Englischen jede Bemühung um die Entwicklung einer möglichst allgemein verständlichen Kunstsprache obsolet werden lassen. Englisch erfüllt die einst einer solchen zugedachte Funktion schon längstens.
Sprachfaulen kommt die komprimierte Ausdrucksweise des Englischen entgegen.
Dagegen stehen die oft bemühten bis verbissenen Versuche Frankreichs, gegen den Terrainverlust des Französischen anzukämpfen - mit entsprechend geringem Erfolg. Der Siegeszug des Englischen erscheint nicht mehr aufzuhalten zu sein.
Deutschland dagegen rüstet ab.
Im einstigen Land der Dichter und Denker haben die Ignoranten das Ruder übernommen. Die Regeln der Sprache werden den Lernenden nicht vermittelt, sondern dem Wissens~ und Kenntnisstand der Retardiertesten angepaßt. Entsprechende Bestrebungen hielten bereits mit der zuletzt erfolgten Rechtschreibreform Einzug. Regeln, die einst für eine klare Unterscheidung der Bedeutungen sorgten, wurden aufgegeben zu Gunsten solcher, die Unklarheiten favorisieren. Eine Reform von Idioten für Idioten im Wege der Nivellierung auf niedrigster Ebene.
Im linksversifften Deutschland befindet man Rechtschreibung als unwichtig. Schließlich hätten fast alle einen PC mit Autokorrekturmechanismus.
Wenn dieser jedoch einmal ausfällt, wird sein Besitzer zum Analphabeten. Davon abgesehen gibt es auch noch ein Leben außerhalb des Netzes. Ein Testament muß zur Gänze handschriftlich verfaßt werden. Will der Testierer seiner Nachwelt einen Nachweis seiner Dummheit hinterlassen?
Die Form strahlt durchaus auf den Inhalt aus. Rechtschreibfehler führen zur Anzweiflung der Kompetenz des Schreibers und damit auch zur Skepsis hinsichtlich seiner niedergeschriebenen Ideen, und seien sie noch so gut.
Welche Autorität kann ein Bundespolizist ausüben, der auf einer halben Seite 24 Orthographiefehler begeht? Infolge kognitiver Insuffizienz werden auch seine übrigen Leistungen unzureichend sein. Das birgt unübersehbare Gefahren. Planstellen dürfen nicht einfach irgendwie vergeben werden. Wenn sie nicht kompetent besetzt werden können, läßt man sie besser temporär frei.
Wenn die Muttersprachler ihre Sprache nicht mehr beherrschen, was will man dann von Ausländern erwarten?
Bedenklich ist der sich abzeichnende Trend zu inhaltslosen Worten. Anstelle von „Guten Morgen!“, will heißen, „Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen.“, wird dem Gegenüber ein bedeutungsleeres „Hallo!“ hingeworfen. Was soll das heißen? Wenn man nur auf seine Präsenz hinweisen will, könnte man auch gleich bellen.
Es wird völlig verkannt, was Sprache alles leisten kann und welche Vielfalt der Möglichkeiten sie denen eröffnet, die auf ihrer Klaviatur zu spielen verstehen.
Der Umgang mit der deutschen Sprache hierzulande ist symptomatisch für die Tendenz zur Selbstaufgabe. Unsere uns tradierte Sprache hat eine Anstrengung verdient zu ihrer Verteidigung, denn auch sie läßt sich einsetzen zur Gewinnung von globalem Einfluß und zur Verbreitung unserer Botschaften. Wie wollen wir bei Ausländern Interesse an unserer Sprache wecken, wenn wir selbst solches vermissen lassen?
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/rechtschreibung-gehört-nicht-zu-den-gravierenden-problemen-der-bildungspolitik/ar-BBZhDQm?ocid=WidgetStore
https://www.welt.de/vermischtes/article205185213/Polizei-senkt-Rechtschreib-Anforderungen-fuer-Bewerber.html?fbclid=IwAR1H6_OSKU89N-UI0fZRn1GVZgSzlaE-GnRm8OGR6N3VRu1ypJYdmDVbREE