Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!
Im letzten Jahr noch erhielten die Mullahs im Iran, wie in jedem Jahr zuvor schon, zum Jahrestag der Revolution ein Glückwunschschreiben von Walter Steinmeier.
Es entspricht den diplomatischen Gepflogenheiten, anderen Staaten zu ihrem Nationalfeiertag zu gratulieren. Umgekehrt tun diese es auch.
In der Folge echauffierten sich ignorante Besserwisser darüber, deren Kakophonie man nicht vernahm im Falle anderer Staaten, deren innerstaatliche Zustände die im Iran herrschenden weit in den Schatten stellen.
In diesem Jahr müssen die Mullahs auf Steinmeiers Grüße verzichten. Es ist kaum zu erwarten, daß sie darüber in Schockstarre oder manische Depression verfallen werden.
Steinmeier hat in vorauseilendem Gehorsam den Wünschen von nicht berufener Seite entsprochen.
Grundsätzlich gilt, daß uns die innerstaatlichen Verhältnisse im Iran nichts angehen. Doch wenn man schon von diplomatischen Usancen absieht, muß das einem nachvollziehbaren Prinzip entsprechen. Dann dürfen Staaten, in denen die Zustände bestimmte Standards unterschreiten, allesamt nicht mit Aufmerksamkeiten bedacht werden.
Es ist nicht ersichtlich, daß die Lage im Iran sich von der vor einem Jahr dort herrschenden sehr dramatisch unterschiede. Zumindest sind keine negativen Abweichungen bekannt.
Die Revolution von 1979 entsprach seinerzeit dem Willen des iranischen Volkes. Ayatollah Khomeinis Rückkehr aus dem Pariser Exil war von breiter Zustimmung im Lande getragen. Durch sie wurde die Gewaltherrschaft eines Despoten und Emporkömmlings von US-Gnaden beendet. Ob Khomeinis Nachfolger sich der Unterstützung der Mehrheit seines Volkes noch immer erfreut, ist von außen schwierig zu beurteilen. Die vorrevolutionären Zustände dürfte sich jedoch niemand im Lande zurückwünschen. Es besteht somit keinerlei Veranlassung, das historische Ereignis von damals, dessen nun gedacht wird, revidiert zu beurteilen.
Positive Reaktionen in Deutschland auf Wendehals Steinmeier kommen aus den Lagern der üblichen Verdächtigen.
Die FDP tut sich keinen Gefallen damit, sich als außenpolitischen Sprecher einen Iraner zu leisten. Mit einem Migrationshintergrund ist immerwährend ein besonderes Verhältnis zu dem Land der eigenen Verwurzelung verbunden, das sich positiv oder negativ verzerrt darstellt. Deutschland aber muß es gleichgültig sein, wie iranische Exilanten das zwischenstaatliche Verhältnis beurteilen. Internationale Beziehungen finden immer zwischen den sich offiziell im Amt Befindlichen ab. Davon abgesehen, haben gerade diejenigen, die seinerzeit feige die Flucht ergriffen, die Zustände mitverschuldet, die sie nun bequem aus der Ferne kritisieren. Nicht Deutschland kann die Lage dort verändern durch Mißachtung diplomatischer Höflichkeit, sondern die Rückkehr der Exilanten in ihre von ihnen aus egoistischen Motiven verratene Heimat, die der Iran noch immer ist.
Jüdische Kreise glauben durch das Schüren des Antagonismus Israel einen Gefallen zu erweisen. Das Gegenteil davon ist jedoch der Fall. Die jüngste an Deutschland herangetragene Bitte des israelischen Staatspräsidenten zur Vermittlung zwischen Israel und den Palästinensern zeigt, wie wichtig es ist, Kanäle offenzuhalten. Auskömmliche Beziehungen Deutschlands zum Iran könnten sich durchaus auch einmal für Israel auszahlen.
Steinmeier, wäre er mit Hirn und Rückgrat ausgestattet, hätte seine Linie beibehalten und erklärend vermitteln müssen. Doch der wenig luzide Steingeier fliegt selbst im Blindflug durch den Nebel und ist daher allen möglichen Einflüsterungen zugänglich. Unter professioneller Betrachtung stellt dies eine erbärmliche Leistung dar.
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