Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!
Das Attentat von Halle löst eine Welle von Aktionismus und Schuldzuschreibungen aus, die in keinerlei Zusammenhang mit dem derzeitigen Kenntnisstand über die Hintergründe der Tat steht.
Bisher zeigt sich vordergründig folgendes Szenario:
Der Delinquent verübte die Tat als Einzeltäter. Er ist nicht völlig minderbegabt (Abitur, Wehrdienst, Beginn eines Chemiestudiums), was sogar wahrscheinlich den Grund seiner Frustration darstellt. Er hatte sich mehr erwartet, geriet aber aus unbekannter Ursache auf Abwege. Im Internet stieß er auf die dort kursierenden Erklärungen für ein Scheitern von einem wie ihm und bekam auch gleich die dafür vermeintlich verantwortlichen Sündenböcke mitgeliefert.
Nichts deutet darauf hin, daß er Zugang zu politischen Netzwerken gehabt hätte. Seine lausige materielle Ausstattung bei der Tat widerspricht sogar dieser Vermutung. Er war nicht vernetzt, sondern isoliert. Sein gesamtes Verhalten läßt auf eine Psychose schließen. Ein politischer Plan tritt dabei nicht hervor. Er war nicht als Handelnder mit einer Mission, sondern als Rächer in eigener Sache unterwegs. Seine wirre und planlose Vorgehensweise trägt starke Züge eines Amoklaufes. Seine Opferauswahl traf er völlig beliebig. Sein Antisemitismus ist kein politischer, sondern ein persönlicher. Da diesem kein konkreter Anlaß zugrunde liegt, beruht er auf einem fiktiven Feindbild, auf das er seine Wut projiziert.
Man hat es also mit einem typischen Geisteskranken zu tun. Instrumentalisieren könnte man einen solchen durchaus.
Um pathologische Spinner soll es sich auch bei dem afghanischen Messerstecher von Ravensburg, dem eritreischen Kindsmörder vom Frankfurter Hauptbahnhof und nicht zuletzt dem Syrer handeln, der Anfang Oktober 2019, mit einem Messer bewaffnet , die Größe Allahs beschwörend und Israel verfluchend, die Synagoge in Berlin betreten wollte. Dieser „Spinner“ befindet sich gar noch immer auf freiem Fuß.
Der verstörende Unterschied: Nur der Hallenser Fall wird zum Anlaß für einen Rundumschlag gegen alle den Blockparteien mißliebige Gruppierungen genommen - von der AfD über die Identitären bis zu der „Gamer-Szene“. Nur der Hallenser Fall löst über den eigentlichen Fall hinausgehende Maßnahmen mit genereller Wirkung - in allerdings nur eine Stoßrichtung - aus. Der Hallenser Fall dient als Initialzündung für Aktionen, die man schon immer durchführen wollte, zu denen aber bisher der konkrete Anlaß fehlte. Endlich hat er sich eingestellt und wird begierig aufgegriffen.
Da sollte man nicht überrascht sein, wenn weitergehende Überlegungen zu den Hintergründen angestellt werden.
Der Hallenser Täter lieferte keinerlei Hinweis darauf, daß er von einer deutschen politischen Partei, Bewegung oder Gruppierung Inspiration bezogen hätte. Doch selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, dürfte dies nicht ohne weiteres den Inspirationsgebern angelastet werden. Zwischen deren Positionen und dem, was jemand ggf. daraus macht, kann ein gewaltiger Unterschied bestehen. Darauf kann auch kaum Einfluß ausgeübt werden.
Armin Laschet, sicher nicht die hellste Birne in der Lampe, betätigt sich als Haßprediger, wenn er die AfD „bis auf das Messer“ bekämpfen will. Wenn sich dadurch jemand zu einer Straftat aufgefordert fühlt, wird er sich als Anstifter verantworten müssen. Der „kleine“ Jurist (ohne Assessorexamen) hat wohl im Studium nicht so recht aufgepaßt. Es zog ihn ja auch alsbald in die Politik.
Politische Parteien weisen von jeher in ihrem Inneren verschiedene Strömungen auf. Wer einer Partei beitritt, sollte deren große Linien schon mittragen können, will er sich nicht im falschen Film wiederfinden. In einzelnen Positionen aber bestehen durchaus bisweilen erhebliche Differenzen. Die Übereinstimmung mit der Parteiposition in all ihren Facetten beträgt beim individuellen Mitglied selten 100%. Gerade die großen Parteien hatten unterschiedliche Flügel. Mitglieder des linken Flügels der CDU wiesen oft mehr Gemeinsamkeiten mit Mitgliedern des rechten Flügels der SPD auf, als mit denen des rechten Flügels ihrer eigenen Partei. Mutatis mutandis galt das auch für die SPD. Wer das Phänomen der unterschiedlichen Flügel innerhalb einer Partei bei der AfD jetzt kritisiert, zielt eindeutig auf die Spaltung der Partei ab.
Es gibt auch keine Art der Sippenverantwortlichkeit von Parteimitgliedern für die Äußerungen anderer Parteimitglieder, auch wenn Michel Friedmann das irrigerweise glaubt.
Michel Friedmann (alias Paolo Pinkel mit selbstgewähltem Pseudonym), Freund des horizontalen Gewerbes und des weißen Pulvers, wird den jüdischen Mitbürgern ja auch nicht als typischer Vertreter angelastet. So ziemlich jeder von ihnen dürfte honoriger als er sein. Daß die Medien ihn dennoch permanent als selbsternannten Repräsentanten akzeptieren, stellt schon eine Spielart des Antisemitismus dar. Auch als Mitglied der Gruppe der Juristen möchte man sich nicht für ihn fremdschämen müssen.
Was hier gerade vor sich geht, ist viel mehr als der Niedergang politischen Wettstreites. Es ist eine Gefahr für die Demokratie. Sie geht von denen aus, die jetzt unter heuchlerischer Berufung auf diese „Wolf“ schreien. Mit solchen Mitteln darf die politische Auseinandersetzung nicht geführt werden, weil dies das Ende des politischen Diskurses einleitet.
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/cdu-chefin-bezeichnet-afd-als-politischen-arm-des-rechtsradikalismus/ar-AAIHPZd?ocid=spartandhp
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/„hart-aber-fair“-zu-halle-michel-friedmann-schießt-gegen-afd-mitglieder/ar-AAIM6S3?ocid=crossde
https://www.freiewelt.net/nachricht/nrw-ministerpraesident-laschet-verbal-mehr-als-nur-grenzwertig-10079251/
https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11814265-armin-laschet-kutschaty-verlangt-verbot-identitaeren-bewegung
https://bayernistfrei.com/2019/10/13/hexenjagd-ist-bunt/
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/halle-saale-stephan-balliet-bereitete-tat-seit-monaten-vor-a-1291500.html
https://www.freiburg-nachrichten.de/2018/09/29/ravensburg-19-jaehriger-asylbewerber-aus-afghanistan-sticht-mit-messer-auf-3-passanten-ein/