Ich hatte ja schon berichtet, daß ich letzte Woche von Samstag bis Sonntag (mit Ausnahme des Mittwochs, also insgesamt 8 Tage) auf Schulung war.
Die Gruppe ist ähnlich bunt zusammengewürfelt wie die Gruppe von vor vier Jahren. Und doch ganz anders.
Auf jeden Fall vermisse ich den Zusammenhalt, den wir vor vier Jahren hatten. Nach ein paar Tagen hatten sich quasi zwei Hälften herauskristallisiert und während die eine Hälfte eng zusammenhängt und Kontakt zu der anderen vermeidet, ist die andere Hälfte nicht so eng miteinander und insgesamt ruhiger.
Gelegentlich sieht die erste Gruppe auf die zweite hinab. Was auch dadurch erleichtert wird, daß ich und eine andere Teilnehmerin, die mir vorher bekannt war, nunmal als, sagen wir mal, nicht alters- und geschlechtsgemäß gekleidet, gestylt usw. auffallen. Gewisse physische Besonderheiten sind auch noch da. Ja, bei uns beiden.
Dieser Beitrag ist nicht mit ihr abgesprochen, aber sie würde wohl zustimmen, daß wir einander gegenseitig auch kritisch beäugen und teilweise über Eigenheiten der anderen frustriert sind.
Also ist das Ganze von einem sozialpsychologischen Standpunkt aus gesehen wieder gleichermaßen interessant und schmerzhaft.
Für mich selbst gehe ich jetzt aus der Woche mit der Erkenntnis hinaus, daß "sich selbst zulassen" ganz oft zu Nachlässigkeit und resultierend wenig Akzeptanz in der Gesellschaft führt. Wie auch lebe ich für die Bestätigung, die ich durch das eigene Wirken erfahre. Aber ohne Anwendung des eigenen Wissens gibt es keine Bestätigung. Und ohne Attraktivität für den Gegenüber klappt es (letzten Endes) mit der Bewerbung für den Traumjob (als Angestellter) nicht.
Vielleicht ist man Workaholic genug, um in einem kreativen Bereich tätig zu sein. Aber mit einem Bein steckt man unabhängig vom Arbeitsaufkommen in einer Depression. Weil man das Infragestellen, ob die eigene Leistung ausreicht, doch gar nicht aufhören kann.
Jemand, den man zum ersten Mal trifft, kann in der Kürze der Zeit gar keine Gelegenheit, zu sehen, welche besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten - Abweichungen vom äußeren Erscheinungsbild - der andere zu bieten hat.
Warum muß jemand wie ich diesen selbstverständlichen bekannten Fakt schon wieder hier zu Erinnerung bringen in einem Teil der deutschen Gesellschaft, der doch eigentlich die Urssachen und Auswirkungen des Scheiterns ganz genau kennt?