Irgendwie gibt es in meiner Wahrnehmung ein Steemit vor dem Mittwoch und Donnerstag der letzten Woche und ein Steemit danach.
Jetzt ist es eine Woche her und ich bin schon wieder in den Kleinkriegen drin.
Was für eine Leistung. :(
Angesichts der Tatsache, daß sich auf genau dieser Blockchain Abiturienten gegen die Gleichbehandlung von Frauen bei der Entlohnung ihrer Berufstätigkeit aussprechen, müßte ich eigentlich einen Gegenartikel schreiben.
Daß ich am Montag nicht dazu kam, hat es verhindert.
Jetzt fehlt mir die Energie dazu, außerdem lehne ich diese Art der Kommunikation grundsätzlich ab. Ich hätte ob der Brisanz des Themas eine Ausnahme bemacht. Weil das Thema größer ist als die drei Worte "Equal Pay Day".
Wer wirklich wissen will, in welchen Berufen Frauen für welches Geld arbeiteten und arbeiten, der kann vermutlich auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit und denen der Handwerkskammer und der Gewerkschaften nachschauen. Es ist nicht nötig, ungeprüft zu behaupten, nur Männer hätten körperlich anstrengende und gefährliche Jobs.
Aber die Frage, wie es denn sein kann, daß jemand, der das Frauenbild der späten 1950er und der 1960er-Jahre propagiert, im Jahre 2019 kurz vor der Hochschulzulassung steht und sich damit für eine Karriere qualifiziert, die irgendwann für eine leitende Position qualifizieren könnte, die geht mir nicht aus dem Kopf!
Ich habe nichts dagegen, daß hier Schüler auftauchen. Ich bin auch generell dafür, daß sie ihre Kumpels einladen, um gegeneinander Steemmonsters oder Drugwars zu spielen. Daß sie sich hier über neue Technik informieren.
Aber: niemand muß hier den Donald Trump machen!
Ich bin es leid.
Ich werde mich nicht für Meinungsfreiheit aussprechen, wenn diese bedeutet, daß Menschen Gewalttaten oder Unfälle filmen sollen. Wenn sie bedeutet, daß seit Jahren widerlegte Impfgegner-Propaganda Upvotes erhält.
Wenn ich die Einzige bin, die überhaupt an diese ausgefransten Ränder guckt, während alle anderen einfach die entsprechenden User stummschalten.
Ja, ich möchte eine soziale Kontrolle für die Inhalte, die auf der Blockchain landen. Ich möchte weg von den Umgangsformen, die das Internet mit sich gebracht hat. Weg von extremen Auswüchsen von "jeder macht, wie er kann". Weg von der Abschottung. Niemand schätzt Flags. Aber User, die sich präsentieren, als hätten sie die Wahrheit gepachtet, erhalten für ihre Verschwörungstheorien Upvotes von den Fans der Meinungsfreiheit, während der humanistisch erzogene Teil der Community gnädig wegguckt. Eine Warnung vor Steemcleaners wird als persönlicher Angriff verstanden. Es bleibt für neue User trotz aller Bemühungen schwer, anzukommen.
Es ist einfach verlogen, von einer Community zu sprechen bei solchen Vorfällen!
Ihr möchtet die beste deutsche soziale Plattform sein? Dann tut was dafür!
Ein Wort noch zu den Stammtischen. Ich bin tatsächlich an dem Punkt, an dem ich lieber wegbleibe, weil ich es nicht ertragen kann, auch da noch darüber zu referieren, warum eine bestimmte Entscheidung oder ein Verzicht besser ist, sich in der Zukunft auszahlt, auch wenn er erst einmal nicht bequem ist. Ich habe niemanden, der mir verläßlich sagt, wann ich mit meiner Art über die Stränge schlage - ich muß mich selbst zügeln. Ja, mein Wertesystem ist zwangsläufig verschoben. Leben formt halt. Auch dann, wenn man das nicht will.