Neulich war ich ja in Dachau zelten.
Dabei ergab es sich, daß auf der nach Norden weisenden abschüssigen Wiese Schafe standen. Umzäunt von einem Elektrozaun.
Die Funkamateure hatten aber die Genehmigung, auf der eingezäunten Fläche Antennen aufzustellen.
(Es handelt sich um einen kleinen Grillplatz auf einem Hügel, die Masten auf der Wiese sollten längere Drahtantennen mit-abspannen.)
Gesagt, getan. Am Donnerstagnachmittag wurde ein Mast auf die Wiese gesetzt, mit der Antenne verbunden und mit orangenen Schnüren abgespannt.
Ein eher kleiner Mist, wie ein sehr schmaler Baum. Irgendein Verbundkunststoff.
Die Schnüre wurden dann noch zusammengerollt und vor dem Zugriff der Schafe bzw. deren Hufen in Sicherheit gebracht.
Dachten wir jedenfalls!
Es dauerte gar nicht lange, da schubberte sich das erste Schaf am Masten. Offenbar hatten die Tiere genau sowas vermißt. Auf der abgezäunten Wiese stand nämlich sonst - nichts!
Auch die zusammengebundenen Schnüre zogen die Aufmerksamkeit der Schafe auf sich. Man mußte ja mal probieren, ob man daran ziehen kann.
Wir sicherten die Schnüre ein weiteres Mal durch Zusammenbinden.
Dachten, das würde über die Nacht schon halten. Wir hatten eh mehr Angst, daß sich ein Schaf stranguliert, als um den Mast.
Am nächsten Morgen fanden wir den Mast umgekippt vor. Den Schafen ging es gut, die Schnüre sahen unangetastet aus. Die Antenne sah auch noch gut aus.
Wir ließen erstmal alles liegen, es waren eh nur drei Übernachter und ein paar Kinder da. Ein Übernachter mußte zur Arbeit - es war ja erst Freitag.
Die Tagesgäste, die die Antenne betreiben wollten, sollten später entscheiden, was mit dem umgekippten Masten passieren sollte.
Später bauten wir einen weiteren Antennenmasten auf dem umzäunten Bereich auf. Nicht, ohne umfangreich über die richtigen Abspannwinkel (3x 120°) zu diskutieren ...
Gegen Mittag, als ich selbst aufbrechen mußte, lag der erste Mast immer noch in der Wiese, soweit ich mich erinnere. Ich ging davon aus, daß er nicht wieder aufgebaut würde.
Dementsprechend war ich erstaunt, als ich ca. 24 Stunden später wiederkam. Der Mast stand wieder, war aber jetzt anders abgespannt.
Die Schafe kamen ihm immer noch nahe, aber bis zum Abbau am nächsten Tag hat alles tatsächlich gehalten.
Dafür hatte ich in der Nacht vor dem Einschlafen auf jedes Geräusch gehört und selbst im Traum noch gedacht, die Schafe würden ausbüchsen.
Aber am Morgen waren doch alle 13 da und grasten oder ruhten friedlich beieinander.