Letzte Woche hatten wir ja hier im Ort das Indianer- und Trapper-Festival.
Fester Bestandteil ist auch immer ein PowWow (eine Vorführung indianischer Tänze, könnte man sagen), wobei die Durchführung für die Beteiligten auch wichtig und gemeinschaftsstiftend ist.
Nun ist wohl in der Zeit zwischen dem ITF 2016 und dem ITF 2017 eine Teilnehmerin gestorben und das wurde dieses Jahr thematisiert. Vielleicht war es auch letztes Jahr schon thematisiert worden, aber da war ich ja nicht dabei ... Jedenfalls hatte ich diesmal eigentlich keine Zeit fürs PowWow, schaffte es aber, mich gerade rechtzeitig zum Intertribal Dance von der Kanustation fortzustehlen. Und als der rum war, kam dann eben das Thema auf die verstorbene Dame. Es wurde ein Gedicht von ihr vorgetragen und anschließend rief der MC (Zeremonienmeister, würde man auf Deutsch sagen) zu einem weiteren Intertribal auf. Zu Ehren der Verstorbenen, die aber mit keinem Wort so bezeichnet wurde. Nicht mal die im deutschen Sprachgebrauch so typischen Worte "von uns gegangen" fielen. Eigentlich schlußfolgerte ich nur, daß sie gestorben sein mußte, weil erwähnt wurde, daß man im letzten Jahr versucht hatte, ihre Sachen zu verschenken oder zu versteigern und das nicht so richtig geklappt hatte.
Intertribal heißt: alle tanzen zusammen und es sind ausdrücklich auch die "Nichtkostümierten" eingeladen, mitzutanzen. Es gibt keine Stilvorgabe, jeder tanzt, wie es zu seinem Kleidungsstil paßt oder was er kann. Es ist auch nicht mit europäischem Paartanz vergleichbar. Man bewegt sich eigentlich nur rhythmisch im Uhrzeigersinn in der (runden) Arena herum, mit meist trippelnden Schritten im Rhythmus der Trommeln und des Gesangs ...
Dafür liebe ich ja diese Veranstaltungen. Man kann sich ungezwungen an der Feier beteiligen. Und so hab ich es mir nicht nehmen lassen, auch den 2. Intertribal mitzutanzen. Und da es eben gehießen hatte, dieser zusätzliche Intertribal finde zu Ehren dieser Person statt, verlor ich mich in einem Moment des auf seine Art sehr anregenden Tanzes tatsächlich kurz im Gedanken an die Unbekannte.
Kann es eine schönere Art geben, jemanden zu ehren?