Manches Eisen muß man schmieden, solange es heiß ist! :D
Es begab sich zu der Zeit, als irgendwo im fernen Ösilande ein Recke mittleren Alters, bekannt unter dem Namen , Langeweile empfand bei der Bewältigung seines Alltags. Immer wieder der Blick über die gleichen grünen Hügel, dieselben Pfade, die er beim Ausreiten mit immer denselben Pferden benutzte, dieselben Diener mit denselben Marotten und das ewig gleich mittelmäßig gekochte Essen ... tagaus, tagein ... und der Bote brachte auch immer nur dieselben Nachrichten aus der Stadt: Korruption, meuternde Arbeiter, die Regierung zu nix zu gebrauchen.
Nee, das war unserem Recken zuviel!
Zum Glück brachte der Bote dann doch einmal eine interessante Neuigkeit mit. Das Wochenblatt hatte jetzt nicht nur ein Horoskop, sondern auch eine Kontaktanzeigenbörse. und außerdem wurden Autoren gesucht. Gerade aus seiner Ecke!
Unser Recke rieb sich also die Hände und machte sich ans Verfassen des ersten Beitrages.
Eine Woche später kam mit der Post die nächste Ausgabe des Wochenblattes. Der Artikel unseres Recken hatte es auf die Seite 3 geschafft.
ließ sich Schere, einen Rahmen und einen Nagel bringen und stellte den ausgeschnittenen Artikel wie eine Trophäe in seinem Arbeitszimmer aus.
Auch in der nächsten und übernächsten Ausgabe erschienen wieder seine Artikel und nach einem Monat erhielt er ein Schreiben der Redaktion, daß sie ihm für die tollen Beiträge danke, die die Reichweite der Wochenzeitung so stark erhöht hatten.
Mit dem Schreiben übergab der Bote dem Recken einen Beutel voller Goldmünzen. Es waren zwar nur noch 785 von den versprochenen 1000 Talern drin, denn der Bote hatte auf dem Weg selbst Wein und Weib zugesprochen, aber der Recke freute sich trotzdem über den Verdienst und darüber, daß dieser fast vollständig bei ihm angekommen war.
Aber ein paar Stunden später wurde es dem Recken wieder fad. Der Mittagsbraten war besonders unappetitlich gewesen und der dazu gereichte Wein ungenießbar.
Also schlug er in Erwartung von etwas Zerstreuung das Wochenblatt auf. Und wie es so kommen sollte, fiel sein Blick diesmal nicht zuerst auf das Horoskop, sondern gleich auf die Kontaktanzeigen. Die Redaktion hatte nämlich diese Ausgabe falsch gesetzt und die Kontaktanzeigen prangten auf der letzten Seite.
"Guten Tag, meine Herren, welcher tapfere Recke vermag mir, einer gutsituierten Alten, den Lebensabend zu versüßen? Du solltest bereit sein, Deine Wohnstatt auf meinem von Weinbergen umgebenen Schloß zu nehmen, und regelmäßig zur Jagd zu in meinen Wäldern zu reiten, um unsere Speisekammer zu füllen. Auch erwarte ich Freude an der klassischen Musik und dem Theater sowie persönliche Reife und unterhaltsamen Wortwitz, dennn ich gebe gern Gesellschaften. Du schätzt all das und kleidest Dich auch immer gut? Dann schreib mir schnell! Deine Ida von Feuerstein, Gräfin zu Walshausen"
Fortsetzung folgt!
(Lieber , ich hoffe, Du hattest beim Lesen genauso viel Spaß wie ich beim Schreiben ... :D :D :D )