Hallo liebe Steemians, ich wünsche allen Lesern einen guten Start ins Jahr 2020!
Leider handelt mein erster Beitrag des neuen Jahres von einem nicht gerade erfreulichen Thema: dem "Erschließungsbeitragsbescheid" (mal wieder eines dieser typischen, deutschen Bürokratenhirnen entsprungenen Wortungetüme) der Stadt für unser Grundstück samt Haus, in dem wir seit einigen Jahren wohnen.
Das deckt der Beitrag ab:
Was sich die Stadt so alles bezahlen lassen will (das könnte ja für die zukünftig Bauwilligen unter euch, die ebenso verrückt sind wie ich es war, sich auf ein solches Abenteuer einzulassen, durchaus von Interesse sein) liest sich wie folgt:
- "Kosten für Freilegung und Erdarbeiten"
- "Kosten für Gehwege"
- "Kosten für Bepflanzung" (An allen möglichen und unmöglichen Stellen des Neubaugebiets schreibt der Bebauungsplan die Pflanzung von Bäumen vor, einer davon steht praktisch direkt vor der Einfahrt eines Anliegers, der für dieses dieses Ärgernis nun sogar noch zahlen muss.)
- "Kosten für Sonstiges (Baustelleneinrichtung u.Ä.)"
- "Kosten für die Fahrbahn" (Es handelt sich um eine verkehrsberuhigte Zone, wo der bestehende Belag, ohne vorher die Meinung der Anwohner einzuholen, durch Verbundstein ersetzt wurde.)
- "Kosten für die Straßenbeleuchtung"
- "Kosten für die Straßenentwässerung"
Das kostet der 'Spaß':
Wie viel davon nun an mir hängen bleibt? Nun, seht selbst:
Gerade eben wollte ich bezahlen (ein Widerspruch hat keine aufschiebende Wirkung), da stellte sich mir prompt die Online-Banking-Software mit einem täglichen Überweisungslimit von 10000 Euro in den Weg (obwohl ich noch im August 2019 die Bestätigung für ein höheres Limit erhalten hatte), d. h. ich muss nun entweder zweimal überweisen oder noch einmal das Limit erhöhen lassen. So ist das nun mal in unserer "Fiatwelt", wo Banken unser Geld verwalten, gegebenenfalls Transfers blockieren und/oder Behörden informieren.
Und das ist nicht enthalten:
Wer selbst keine Immobilie besitzt, mag diesen einmaligen Beitrag möglicherweise als nicht besonders hoch empfinden ... Ja, genau, diesen einmaligen Beitrag ... wenn es bloß so wäre ... Nein, zusätzlich zu Grundstückskauf und Baukosten fielen unter anderem folgende Beträge an:
Die Posten "Herstellung Hausanschlüsse (Strom, Wasser)", 4361,51 Euro, "Kanalbaubeitragsbescheid", 3715,04 Euro und "Kanalanschluss", 2600,15 Euro, sind nicht im "Erschließungsbeitragsbescheid" enthalten, das wäre ja auch noch schöner, mit so einer mickrigen Einmalzahlung davonzukommen, höhö. :-)
Interessant auch, wie sich viermal, vor den und während der Bauarbeiten, das Katasteramt ungefragt meldete, um immer wieder dasselbe Haus zu vermessen. :-)
Da wollte sich der Schornsteinfeger natürlich auch nicht lumpen lassen (die dadurch verursachten Kosten waren zwar nicht exorbitant hoch, allerdings wollte ich sie als Kuriosum hier festgehalten wissen).
Last but not least ergaben sich die "Tiefbauarbeiten", weil im Rahmen des Bodengutachtens ein etwas zu weicher Untergrund festgestellt worden war. Wer also 10000 Euro zu viel hat, sollte gar nicht erst lange zögern, sondern stattdessen sofort anfangen zu bauen. :)
Wer den dafür nötigen Humor besitzt, mag auch über viele kleinere Absurditäten schmunzeln, wie z. B. die Tatsache, dass sich die Stadt den Verzicht auf ihr "Vorkaufsrecht" des Grundstücks extra bezahlen lässt, obwohl sie ohnehin kein Interesse daran hat, es zu kaufen.
War es das nun aber? Weit gefehlt, sooo einfach lassen sich Staat, Stadt und Finanzamt nicht besänftigen! Praktisch zeitgleich mit dem "Erschließungsbeitragsbescheid" flog auch der diesjährige Grundsteuerbescheid ins Haus. Mit 436,18 Euro pro Jahr bin ich wohl noch vergleichsweise gut bedient. Damit das nicht so bleibt, haben wir aber natürlich Olaf Scholz und die SPD.
Zum Schluss noch etwas wohlverdientes SPD-Bashing.
Apropos SPD: Fragte man Politiker dieser Partei nach ihren jeweiligen Rezepten zur Lösung der zehn drängendsten Probleme Deutschlands, würden sie vermutlich für jedes einzelne von ihnen exakt denselben Lösungsvorschlag unterbreiten: "Steuererhöhungen!" :)
Ich fürchte, es dauert nicht mehr lange, bis ihnen folgender Rettungsvorschlag ihrer rapide in der Wählergunst sinkenden Partei einfällt: Die Einführung einer zu ihren Wahlergebnissen umgekehrt proportionalen, von allen Bürgern zu entrichtenden Steuer.
Beispiele:
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Die SPD erhält 50 % aller Stimmen? Die Steuer beträgt 1/50 des Bruttogehalts jedes Bürgers.
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Die SPD erhält 5 % aller Stimmen? Die Steuer beträgt 1/5 des Bruttogehalts jedes Bürgers.
Ich hoffe, Herr Scholz liest hier nicht mit, sonst habe ich ihn jetzt möglicherweise auf dumme Gedanken gebracht. :-)