Kennt ihr dieses Phänomen; augenscheinlich wirkt etwas total richtig, sodass man zwanghaft zustimmen muss und gleichzeitig überkommt einem ein unangenehmes Gefühl, sowie beim aufgemalten Gesicht eines Clowns, welches dadurch zur Maske wird.
Am 25 Mai tritt das neue Datenschutzgesetz in Kraft, welches dem Bürger die "vollkommene" Kontrolle über seine Daten gibt. Das klingt voerst ganz gut, "Kontrolle ist besser". Noch dazu wo wir doch gerade "zufällig" diesen Skandal mit Facebook haben, der (wir konnten das doch wirklich nicht ahnen^^) so sorglos mit unseren Daten umgeht/umgegangen ist. Jetzt haben bereits kluge Köpfe wie Dirk Müller, Norbert Häring und andere rausgefunden, dass daneben auch noch ein anderes Ding läuft: es wird in Zukunft 2 Reisearten geben. Eine wo du deine Daten hergibst und bevorzugt wirst, eine andere wo du warten musst und vermutlich eher als kriminell betrachtet wirst.
Er führt auch an, dass Facebook alleine durch die Größe und die (Vor, also früher)Herrschaft noch aus Gewinner hervorgehen kann.
Was mich persönlich betrifft, halte ich diese Situation noch wesentlich perfider als das Offensichtliche. Ich hatte heute einen Kurs zu diesem Thema, und es ist naheliegend dass diesen, oder einen ähnlichen mindestens einige Hunderttausend absolvieren müssen, wenn nicht Millionen in Europa, um die neue Gesetzeslage zu kennen. Obwohl ich nur an an der Oberfläche involviert bin, lässt sich aber sehr deutlich erkennen dass es nur sekundär um den Datenschutz geht. Es war doch vorher auch nicht erlaubt Daten von Kunden zu missbrauchen.
Jetzt geht das alles aber so weit, dass du am besten nichts mehr über deinen Kunden weißt. Für alles muss eine Erklärung her, und hohe Geldstrafen bis hin zu persönlichen Anzeigen warten. Und das in ganz Europa! Na dämmerts? Es ist die Kehrseite der Medaille. Was gewinnen wir, was verlieren wir? Wir reden ja nicht davon, dass Daten nicht verkauft werden dürfen. Es ist die Vertrauensbasis zu dem Unternehmen, dem ich die Daten freiwillig gegeben habe. Der Unterschied ist (für mich), dass es einen Unterschied macht, ob durch Transparenz dieses Vertrauen geschaffen wird, oder ein Gesetz mit dem Hammer auf diese Vertrauensbasis niederschmettert, wo man davon ausgehen muss in Zukunft lieber weniger zu wissen dürfen. Vor allem (und das ist jetzt für mich der wichtige Punkt), was bedeutet das für die Gesellschaft? Da lässt sich gezielt Zwietracht säen damit. Viele Menschen die neue Ängste mitnehmen, etwas Falsches zu tun, genauso wie "Profiteure". In Summe erzeugt es aber eine neue Art von Isolation der Menschen. Abläufe die vereinbart werden könnten, oder auch negiert bei Vertrauensverlust, fallen dadurch immer mehr unter staatliche Kontrolle. Und ich glaube darum gehts letztendlich. Vertrauensverlust und Isolatation von Millionen von Menschen mit einem Schlag.
Ah, bevor ich das noch vergesse. Es geht nämlich nicht nur darum dass sich die Gesetzeslage ändert, sondern auch um den Effekt diese in das Privatleben zu übertragen. Wenn man immer weniger wissen darf, über was redest du dann noch mit anderen? Es könnte ja unter Strafe stehen.
Noch ein Nachtrag: Mich erinnert das auch an diese "Hatespeech"Kampagne. Es war früher doch auch verboten zu Mord aufzurufen, jemanden zu diskriminieren und vieles mehr. Es stand unter Strafe (und das zurecht), aber jetzt tut man so, als ob das alles neu wäre und alle früher im Internet tun konnten, was sie wollten.