Wie von Zauberhand ist ein Großteil der Panikmache von Corona verschwunden und dem ewig drohenden Zeigefinger der Gutmenschen gewichen. Ein gravierender, tragischer und zugleich dubioser Fall hat die Welt vereint, die Todesangst vergessen und einen neuen Feind entstehen lassen. Den Weißen. Naja, so neu ist das nicht. Vor kurzem war es schon mal der alte weiße Mann. Schön, dass man wieder Einigkeit findet. Ne, ultimativer.. Konsenz. Feines Wort, feine Einigkeit, beste Wissenschaft.
Und natürlich ist Rassismus ein Problem. Um jeden blöden Kommentar vorzubeugen, sage ich vorweg schon mal "AllLivesMatters", nicht nur BlackLives. Damit habe ich nämlich ein Problem. BlackLives wird nämlich damit nicht nur hervorgehoben, sondern auch penetriert. Das ist für mich wie das immer gelobte Kind der Eltern, das zunehmend unter Druck geraten muss. Es wird dadurch entweder unausstehlich, oder muss sich immer mehr bemühen den Erwartungen gerecht zu werden. Das ist wie eine Zuordnung, ein in die Ecke schieben. Das ist für mich eine Form von verstecktem Rassismus, denn ich habe meine Zweifel ob die BlackLives (achja, ich schreibe das immer so, da inzwischen jede Benennung die Andersartigkeit erkennen lässt, als Beleidigung gilt) davon dann wirklich einen Vorteil ziehen können. Und wenn, zu welchem Preis. Denn die gelobten Kinder haben auch Gegenspieler. Und egal was einem Vernunft gepredigt wird, können die braven, gelobten Kinder einfach nicht immer brav sein (das gilt naheliegend auch für erwachene Menschen) und die ewig Gemahnten oder Bestraften, platzt vielleicht mal der Kragen.
Das ist auch der Punkt um den es geht. Es geht doch nie um die Menschen, das ist schon so lange erkennbar. Es geht um das Maximum an Spaltung. Das ist einfach eine weitere Spaltung, die im Rahmen der Öffentlichkeit stattfindet. Mir fällt schon gar nicht mehr ein, was sich noch auseinander dividieren ließe. Mann/Frau. Reich/Arm. USA/Russland/China und jeweils dazu gehörige Länder. Rechts/Links. Arbeitslose/Beschäftigte. Demokraten/Republikaner. Rassen / oder dachtet ihr ich sage jetzt schwarz/weiß? Rassismus betrifft Menschen aller Art.
Um den noch die Krone aufzusetzen, hat man nun begonnen (wie es wohl in Neunzehnvierundachtzig steht.. [ich hab das Buch nie gelesen]...) die Geschichte zu verändern, indem man Wörter und Gegenstände vernichtet. Das nimmt in der Zwischenzeit so absurde Verhaltensweisen an, dass wir bemessen an der Intelligenz wohl schon lange an den Schildbürgern vorbei sind.
*Das Markanteste zuerst. Es wurde bereits gefordert Statuen von Mahatma Gandhi zu entfernen. Wegen Rassismus. Und was konnte ich in der allseits "beliebten" Wikipedia lesen?
https://de.wikipedia.org/wiki/Mohandas_Karamchand_Gandhi
Das Problem der Rassendiskriminierung bezog Gandhi dabei jedoch allein auf die indische Bevölkerung Südafrikas. Für die schwarze Bevölkerung übernahm er den von den Kolonialisten gebräuchlichen abwertenden Ausdruck Kaffir und empörte sich darüber, dass Inder von den Europäern „auf die Stufe der ungeschlachten Kaffirs degradiert“ würden. Er stellte fest, es gebe „große Unterschiede … zwischen British Indians und den Kaffir-Rassen Südafrikas“ und sprach sich wiederholt vehement gegen die Vermischung von Indern mit der lokalen Bevölkerung aus.[29] Während er die Segregation von Indern gegenüber Europäern ablehnte, war er der Ansicht, eine Separation von Indern und kaffirs sei eine „physische Notwendigkeit“.
Ja, da lässt sich ein gewisser Rassismus wohl nicht abstreiten. Aber was soll das bringen seine Statuen abzureißen? Hat er dann nicht für Indien gekämpft und war er deshalb kein Rassist? Was wiegt eigentlich schwerer, seine Abneigung anderen Bevölkerungsgruppen gegenüber (da müssten wohl auch die Engländer dazu zählen) oder der friedliche "Kampf" für sein Volk? Ich heiße die Einstellung nicht gut, aber die Frage erlaube ich mir doch.
*Und wir erleben neue Horizonte geistig noch nie dagewesener Unterbelichtung.
https://www.orf.at/#/stories/3171444/
Vor dem Hintergrund der weltweiten Rassismusdebatte verzichtet der französische Kosmetikgigant L’Oreal künftig auf Begriffe wie „Aufheller“ oder „Bleichen“.
Ganz ehrlich, selbst Scheiße im Hirn erzeugt bessere Ergebnisse.
Ist es dann verboten zu sagen "Du siehst aber bleich aus"?
Oder bei den Psychopharmaka:
"Ihnen geht's nicht gut, ich verschreibe ihnen einen Aufheller"
*Was mir aber gefällt, ist dass sie das Logo von Uncle Bens ändern wollen. Der Witz ist, dass ich seit Jahren der Meinung bin, dass dieses Logo irgendwie einen Touch von Sklaverei und Rassismus beinhaltet, und eigentlich die vorherige Rassismusdebatte scheinheilig war. Das ist sie jetzt auch, leider noch viel mehr. Und das Logo ist dem sogenannten "Konsenz" zum Opfer gefallen.
Das erinnert mich an die Calgon-Werbung, wo Frauen immer dumm einen Installateur angehimmelt haben. Da habe ich ebenfalls schon Jahre zuvor gesagt, dass das voll frauenfeindlich ist. Aber Frauen haben bestimmt Calgon aufgrund der Werbung gekauft. Was sagt das jetzt bloß wieder über Frauen aus? Zugegeben, das selbe könnte man mit Männern auch machen, aber mir fällt grad kein passendes Beispiel ein.