Um es mal so auszudrücken, Menschen die Angst haben weil sie sich nicht informieren, sind meiner Meinung nach dumm. Allerdings gestehe ich ihnen das Recht ein, dass sie nicht böswillig dumm sind; es wäre einfach zu absurd dumm sein zu wollen. Diese Menschen stellen durch ihre Dummheit eine gewisse Gefahr dar, weil man sie steuern kann und ihr Wille einfach nur Apfelmus ist.
Wenn man das jetzt auf einen Journalisten umlegt, entstünde im derzeitigen (schon so langwierigen) Fall, so eine Art von Jammerer oder Nörgler. Ein ewiger Ermahner, der dystopisch seine Schreibkreise zieht. Wie gesagt, ich unterstelle da keine Böswilligkeit. Zum Gebrauchen ist der Informationsgehalt aber auch nur bedingt.
Wie kann es anders sein, gibt es aber noch eine weitere Kategorie und mit der will und kann ich gar nicht klar kommen. Den Manipulator. Einer der weiß auf was es ankommt, um bestimmte Reaktionen beim Leser auszulösen. Und da meine ich nicht die einfache "Übertreibs mal ein bisschen, dann nehmen die Leute das mehr ernst" Version, sondern "Verstricke eine Geschichte um die Leute in Angst zu versetzen und zu halten". Ganz konkret geht es da um die Intensivbettenbelegung in Österreich.
https://wien.orf.at/stories/3067663/
Im ersten Wiener Spital ist die Kapazitätsgrenze für Covid-19-Patienten erreicht. Die Klinik Favoriten (ehemals Kaiser-Franz-Josef Spital) nimmt keine Intensiv- oder Normalpatienten mehr auf. In anderen Spitälern seien aber noch genug Betten frei, heißt es.
Ja und was? Ehm naja, vielleicht bin ich ja unfair und das ist ein Riesenkrankenhaus, dass einen Großteil aller dieser Patienten aufnimmt.
Laut dem Sprecher des medizinischen Krisenstabes der Stadt Wien sind derzeit 180 Covid-19-Patienten im Krankenhaus, 22 davon müssen intensivmedizinisch betreut werden.
22? Entschuldigung, jetzt krieg ich grad Panik, wieviel Betten für Intensivpatienten haben wir denn? 30?
Um kurz noch auf einen Satz zurückzukommen:
In anderen Spitälern seien aber noch genug Betten frei, heißt es.
Triggert absolut die Angst "Aber irgendwann werden die alle voll sein. Und was dann?"
Und genau hier unterstelle ich dem ORF-Schreiberling die Absicht Angst mit Wissen und Gewissen zu verbreiten, denn diese Nachricht ist keine Nachricht wert. Um das besser zu verstehen, muss man mal schauen wieviel Intensivbetten es in Österreich gibt. Da habe ich einen alten Artikel vom März dJ gefunden und Sebastian Kurz hat ja anscheinend nochmal 700 in einer Art Notlazarett bereitstellen lassen.
<<..gleich dahinter liegt Österreich mit 28,9 Intensivbetten pro 100.000 Menschen
Wenn ich von einer Bevölkerungsanzahl von 8,6 Mio ausgehe, dann habe ich 2485 Intensivbetten. Wiederhole 2 4 8 5 Intensivbetten + nochmal 700 die der heilige Basti in seiner Weisheit aufstellen hat lassen (Das rechne ich ihm aber trotzdem positiv an, zu dem Zeitpunkt wo er es gemacht hat). Also warum schreibst du Hirni wegen 22 Betten? Ah, ich weiß es. Das ist die ewige Journalistentaktik aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Bei Covid auch. Relativ unbedeutend. Gegenständlich ein atomarer Furz in der Menschheitsgeschichte, aber in den Geschichtsbüchern die größter Katastrophe aller Zeiten.
Da die Methode aber Strategie der Spannung heißt und wie bei den Fallzahlen vollkommen sinnlose Nachrichten erzeugt, haben wir auch hier am Folgetag so eine Art von Entwarnung:
https://www.orf.at/#/stories/3182098/
...Allerdings ist in diesem Zeitraum die Zahl der Patienten und Patientinnen auf Intensivstationen auf 68 zurückgegangen.
Ja, da haben wir den Salat. 22 in dem einen Wiener Spital. 68 Intensivpatienten in Summe in ganz Österreich von 2485 Intensivbetten, da muss man ja Panik kriegen. Da gehe ich mal davon aus, dass sie diese Informationstaktik beibehalten werden. Mehr Intensivbetten, weniger Intensivbetten, mehr Intensivkranke, weniger Intensivkranke usw.
Im Anhang Screenshots der Quellen
https://wien.orf.at/stories/3067663/
sowie
https://www.orf.at/#/stories/3182098/
und
https://kurier.at/chronik/oesterreich/coronavirus-oesterreich-bei-intensivbetten-weit-ueber-oecd-schnitt/400794380