1. "Elektrizität in jedes Gerät"
Mit diesem Werbespruch riefen die zu beginn des Jahrhunderts gegründeten Elektrizitätsgesellschaften auf, das Bügeleisen und den Küchenherd nicht mehr mit Holzkohle und die Waschmaschine nicht mehr mit der Hand zu betreiben. Elektrizität gehöre in jedes Gerät! Heute beherrscht sie unseren Alltag; sie wurde zur Großmacht. Männer wie Werner von Siemens haben nämlich ab 1860 aus den höchst einfachen Geräten des Engländers Michael Faraday zur Induktion nicht nur riesige Dynamomaschinen und Elektromotoren entwickelt. Sie schufen auch Wirtschaftsunternehmen mit Weltgeltung. Aus Garagen-Betrieben wurden Großunternehmen. Ähnliches erleben wir heute bei der Computerindustrie, dem neuesten Ableger von Elektrotechnik, Physik und Mathematik. Dabei entstanden auch neue Berufe, damals der Elektroingenieur, heute der Informatiker. Zu ihrer Ausbildung wurden Hochschulen gegründet oder erweitert. Elektrotechnik und Informatik entwickeln sich zu eigenständigen Wissenschaften mit hohen mathematischen und physikalischen Anforderungen. Die Auswirkungen der Elektrotechnik können wir heute einigermaßen überblicken, die der Computer noch lange nicht. Allzuschnell verändert sie Forschung und Arbeitswelt
2. Elektrizität - schon immer in jedem Gerät!
Die Griechen fanden, dass Bernstein durch Reiben "elektrisch" wird und geheimnisvolle Anziehungskräfte ausübt. An elektrostatischen Aufladungen und prickelnden elektrischen Schlägen belustigte man sich in der Barockzeit. Heute kennen wir elektrische Funken vom Umgang mit gut isolierten Kunststoffböden, wie Sporthallen sie haben und von Pullovern. Im Grunde war also die Elektrizität schon immer in jedem "Gerät". Die wichtigsten Ladungsträger Elektronen und Protonen sind nämlich Bestandteile aller Materie. Doch blieb die Elektrizität lange verborgen und fand erst zögernd Einlass in die Physik.